1. Quartal 2013: Bayer: Life Sciences erfolgreich ins Jubiläumsjahr gestartet

HealthCare wächst mit neuen Pharma-Produkten - CropScience weiter stark - Kostendruck bei MaterialScience / Konzernumsatz um 2,1 Prozent auf 10,266 Milliarden Euro gesteigert / EBIT um 8,6 %auf 1,771 Mrd. € verbessert

Archivmeldung aus dem Jahr 2013
Veröffentlicht: 25.04.2013 // Quelle: Bayer

Für den Bayer-Konzern war das 1. Quartal 2013 durch die positive Entwicklung seiner Life-Science-Geschäfte geprägt. "HealthCare und CropScience sind erfolgreich in unser Jubiläumsjahr gestartet. Vor allem unsere neuen Pharma-Produkte sind dynamisch gewachsen", erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am Donnerstag bei der Vorlage des Zwischenberichts zum 1. Quartal. MaterialScience stand hingegen unter Kostendruck. "Insgesamt sehen wir für das Geschäftsjahr 2013 weiterhin eine attraktive Perspektive. Unseren Konzernausblick bestätigen wir", sagte Dekkers.

Der Konzernumsatz stieg im 1. Quartal um 2,1 Prozent auf 10,266 (Vorjahr: 10,054) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einem Anstieg von 3,7 Prozent. Dabei fiel das Plus in den Wachstumsmärkten mit währungsbereinigt (wb.) 6,8 Prozent fast dreimal so hoch aus wie in den Industrieländern (wb. plus 2,5 Prozent). "Besonders in den BRIC-Staaten - also Brasilien, Russland, Indien und China - konnten wir unser Geschäft kräftig ausbauen", betonte Dekkers.

Das EBIT stieg um 8,6 Prozent auf 1,771 (1,631) Milliarden Euro. Darin sind Sondereinflüsse von minus 45 Millionen Euro enthalten, die ausschließlich auf Restrukturierungskosten entfielen. Im Vorjahresquartal beliefen sich die Sondereinflüsse auf minus 169 Millionen Euro. Das EBIT vor Sondereinflüssen betrug 1,816 (1,800) Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent), das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 2,453 (2,443) Milliarden Euro auf Vorjahresniveau (plus 0,4 Prozent). Das Konzernergebnis kletterte um 11,5 Prozent auf 1,160 (1,040) Milliarden Euro, während sich das bereinigte Ergebnis je Aktie um 1,8 Prozent auf 1,70 (1,67) Euro erhöhte.

Der Brutto-Cashflow legte im 1. Quartal insbesondere aufgrund niedrigerer Steuern um 12,9 Prozent auf 1,807 (1,600) Milliarden Euro zu, der Netto-Cashflow stieg um 38,0 Prozent auf 327 (237) Millionen Euro. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich seit Jahresbeginn im Wesentlichen aufgrund von Mittelabflüssen aus operativer Tätigkeit von 7,0 auf 7,5 Milliarden Euro zum 31. März 2013.

Neue Pharma-Produkte stärken HealthCare
Im Gesundheitsgeschäft (HealthCare) stieg der Umsatz im 1. Quartal um 2,3 (wpb. 4,9) Prozent auf 4,443 (4,341) Milliarden Euro. "Zu dieser Entwicklung trugen in erster Linie unsere neuen Pharma-Produkte bei", sagte Dekkers. Auch das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln (Consumer Care) verzeichnete ein starkes Quartal. Zudem entwickelten sich die Umsätze in den Wachstumsmärkten weiterhin dynamisch. Hier lagen Asien und Osteuropa mit wb. zweistelligen Wachstumsraten an der Spitze.

Im Pharma-Geschäft lag der Umsatz mit 2,564 Milliarden Euro um 1,9 (wpb. 5,0) Prozent über Vorjahr. "Hierzu trugen vor allem unsere neuen Produkte Xarelto™, Eylea™ und Stivarga™ bei", erläuterte Dekkers. Zusammen erwirtschafteten die drei Medikamente einen Umsatz von 244 (42) Millionen Euro. Dabei erzielte der Gerinnungshemmer Xarelto™ weiterhin sehr erfreuliche Steigerungen, insbesondere in Deutschland und Frankreich. Mit Eylea™, einem Medikament zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration, war Bayer in der frühen Phase der Markteinführung in Japan und Australien erfolgreich. Das Krebsmedikament Stivarga™ leistete nach einem gelungenen Start in den USA einen deutlichen Beitrag zur Umsatzsteigerung. Unter den Top-Produkten zeigten auch das Antidiabetikum Glucobay™ (wb. plus 20,3 Prozent), die Hormonspirale Mirena™ (wb. plus 4,9 Prozent) und das Blutgerinnungsmittel Kogenate™ (wb. plus 3,7 Prozent) eine positive Entwicklung. Rückläufig war hingegen das Geschäft mit den oralen Kontrazeptiva YAZ™/Yasmin™/Yasminelle™ (wb. minus 12,5 Prozent), vor allem aufgrund von Generikakonkurrenz in Westeuropa. Der Umsatz des Multiple-Sklerose-Medikaments Betaferon™/Betaseron™ reduzierte sich erwartungsgemäß - wegen Mengenrückgängen insbesondere in den USA und Brasilien - um wb. 6,9 Prozent.

Im Segment Consumer Health erhöhte sich der Umsatz um 3,0 (wpb. 4,8) Prozent auf 1,879 Milliarden Euro. "Diese positive Entwicklung verdanken wir vor allem den Umsatzzuwächsen von Consumer Care, insbesondere in den Wachstumsmärkten", so Dekkers. Die höchsten Steigerungen erwirtschaftete Consumer Care mit dem Hautpflegemittel Bepanthen™/Bepanthol™ (wb. plus 13,9 Prozent) sowie mit dem Antimykotikum Canesten™ (wb. plus 11,6 Prozent). Die Schmerzmittel Aleve™/Naproxen (wb. plus 7,6 Prozent) und Aspirin™ (wb. plus 2,6 Prozent) wuchsen insbesondere in Lateinamerika. Der Umsatz der Division Medical Care war hingegen leicht rückläufig. Obwohl die Blutzucker-Messsysteme der Produktlinie Contour™ wb. um 2,6 Prozent zulegten, gaben die Umsätze im Diabetes-Care-Geschäft marktbedingt insgesamt leicht nach - ebenso wie im Bereich Radiology and Interventional. Der Bereich Tiergesundheit (Animal Health) lag mit wpb. 3,4 Prozent im Plus. Hier wirkte sich die Neuausbietung des Floh- und Zeckenhalsbandes Seresto™ in den USA positiv aus. Zudem erhöhten sich auch die Umsätze der Advantage™-Produktlinie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln leicht, insbesondere in den USA.

Das bereinigte EBITDA von HealthCare stieg um 8,1 Prozent auf 1,277 (1,181) Milliarden Euro. Hierzu trug insbesondere die gute Geschäftsentwicklung bei Pharma und Consumer Care bei. Gegenläufig wirkten sich höhere Vertriebsaufwendungen aus.

CropScience in Nordamerika besonders stark
Das Agrargeschäft (CropScience) konnte den Umsatz im 1. Quartal trotz eines späten Saisonstarts in der nördlichen Hemisphäre um 5,9 (wpb. 7,2) Prozent auf 2,764 (2,610) Milliarden Euro steigern. "Einen besonders starken Umsatzzuwachs erzielte CropScience in Nordamerika, aber auch in den übrigen Regionen war die Entwicklung positiv", sagte Dekkers. "Das anhaltend hohe Preisniveau für Agrarrohstoffe hat unser Geschäft weiterhin begünstigt."

Im Pflanzenschutz (Crop Protection) trugen alle Geschäftsfelder und Regionen zum Umsatzwachstum bei. Den prozentual größten Anstieg erzielte das Geschäft mit Saatgutbehandlungsmitteln (SeedGrowth) mit einem Plus von wpb. 14,6 Prozent. Hierzu trugen im Wesentlichen gesteigerte Umsätze in Mais- und Sojabohnenanwendungen in den USA bei. Auch das Herbizidgeschäft konnte mit wpb. 13,3 Prozent eine zweistellige Wachstumsrate erreichen. Die Fungizide legten wpb. um 8,7 Prozent zu und die Insektizide wpb. um 4,8 Prozent.

Das Saatgutgeschäft (Seeds) blieb auf dem Niveau des sehr starken Vorjahresquartals. Umsatzsteigerungen erzielte der Bereich insbesondere in Latein- und Nordamerika sowie in Europa. Dagegen war das Geschäft in Asien/Pazifik rückläufig. Die Steigerung der Umsätze mit Sojabohnensaatgut konnte den durch verringerte Anbauflächen bedingten Rückgang bei Baumwollsaatgut nicht kompensieren. Das Gemüsesaatgutgeschäft verzeichnete erfreuliche Umsatzsteigerungen. Der Umsatz im Geschäftsbereich Environmental Science ging dagegen wpb. um 10,2 Prozent zurück. Grund hierfür war vor allem der lange Winter in der nördlichen Hemisphäre, der sowohl die Nachfrage nach Produkten für professionelle Anwender als auch das Konsumentengeschäft bremste.

Das bereinigte EBITDA von CropScience wuchs um 9,9 Prozent auf 1,081 (0,984) Milliarden Euro - im Wesentlichen dank höherer Preise und Absatzmengen.

Rohstoffkosten belasten MaterialScience
Im MaterialScience-Geschäft lag der Umsatz im 1. Quartal mit 2,775 (2,787) Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. "Bei unseren hochwertigen Materialien konnten insgesamt gestiegene Absatzpreise die Mengenrückgänge in Europa und Nordamerika ausgleichen", erläuterte Dekkers.

Der Umsatz mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) verbesserte sich wpb. um 4,4 Prozent. Hierzu trugen höhere Absatzpreise in allen Produktgruppen und Regionen bei. Die Absatzmengen waren insgesamt rückläufig - trotz gestiegener Mengen in Asien/Pazifik und Lateinamerika/Afrika/Nahost. Gründe waren insbesondere Rückgänge in Europa sowie ein Wartungsstillstand in Nordamerika. Bei den hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonates) ging der Umsatz wpb. um 5,8 Prozent zurück - hier sanken die Absatzmengen in nahezu allen Regionen, während die Absatzpreise in Nordamerika und Europa leicht angehoben werden konnten. Der Umsatz mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten ging wpb. um 3,1 Prozent zurück. Ursache waren geringere Mengen in allen Produktgruppen, wobei die Absatzpreise insgesamt auf Vorjahresniveau lagen.

Das bereinigte EBITDA von MaterialScience sank um 26,9 Prozent auf 204 (279) Millionen Euro. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf deutlich gestiegene Rohstoffpreise zurückzuführen. Darüber hinaus belasteten gesunkene Absatzmengen sowie hohe Wartungsstillstandskosten in Nordamerika das Ergebnis. Gegenläufig wirkten sich Preiserhöhungen und Einsparungen aus Effizienzsteigerungsmaßnahmen aus.

Konzernumsatz soll im laufenden Jahr ca. 41 Milliarden Euro erreichen
"Unseren Ende Februar gegebenen Konzernausblick für 2013 bestätigen wir", sagte Dekkers. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer unverändert auf wpb. Basis einen Umsatzanstieg von 4 bis 5 Prozent. Dies entspricht einem Konzernumsatz von ca. 41 Milliarden Euro bei unveränderten Währungsannahmen. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist weiterhin eine Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich geplant. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie will Bayer einen Zuwachs im oberen einstelligen Prozentbereich erzielen.

Für HealthCare hat im Jahr 2013 weiterhin die erfolgreiche Vermarktung der neuen Pharma-Produkte Priorität. Der Teilkonzern erwartet unverändert wpb. Umsatzzuwächse im mittleren einstelligen Prozentbereich auf rund 19 Milliarden Euro. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist eine Steigerung geplant. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass negative Währungseffekte und im Jahresverlauf steigende Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für die Markteinführung neuer Produkte das Ergebnis belasten dürften. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen will HealthCare leicht verbessern. Im Segment Pharma wird 2013 unverändert wpb. eine Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich auf rund 11 Milliarden Euro erwartet. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist eine Steigerung geplant. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen soll hier leicht verbessert werden. Im Segment Consumer Health wird weiterhin mit einem wpb. Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich auf rund 8 Milliarden Euro gerechnet.
Zudem werden ein Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen sowie eine EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

CropScience plant unverändert, über dem Markt zu wachsen. Der Teilkonzern erwartet eine wpb. Steigerung des Umsatzes im oberen einstelligen Prozentbereich in Richtung 9 Milliarden Euro. Bei dem um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA ist ebenfalls ein Zuwachs im oberen einstelligen Prozentbereich geplant.

MaterialScience plant für 2013 eine wpb. leichte Steigerung des Umsatzes auf rund 12 Milliarden Euro. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA wird nach dem Geschäftsverlauf im 1. Quartal jetzt ein Ergebnis in der Größenordnung des Vorjahres angestrebt (bisher: weitere Verbesserung). Gegenüber dem 1. Quartal 2013 erwartet der Teilkonzern im 2. Quartal einen Umsatzanstieg sowie ein deutlich höheres EBITDA vor Sondereinflüssen.

In der Überleitung - in der Bayer die Servicegesellschaften Business Services, Technology Services und Currenta sowie die Holding ausweist - erwartet der Konzern für 2013 ein EBITDA vor Sondereinflüssen in der Größenordnung von minus 200 Millionen Euro (Vorjahr: minus 127 Millionen Euro). Im 1. Quartal sank das bereinigte EBITDA hier auf minus 109 (Vorjahr: minus 1) Millionen Euro. Ursachen waren vor allem Aufwendungen für langfristige aktienbasierte Vergütung (36 Millionen Euro), Kosten für das Bayer-Jubiläum und weitere Effekte.


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