Stadtplan Leverkusen
09.09.2012 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Eröffnung des Klima-Frühschoppens


Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn hielt anläßlich der Eröffnung des Klima-Frühschoppens soeben folgende Rede bei der Spedition Niesen, Robert-Blum-Straße:

"Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich, dass wir mit unserem Klimafrühschoppen hier in der Spedition Niesen schon zum zweiten Mal zu Gast sein dürfen.

Sehr geehrter Herr Niesen,

allein daran, dass Sie und Ihre Fima so umfangreiche Investitionen in Regenerative Energien und Energieeffizienz stecken, zeigt mir, dass bei diesem Thema Überzeugungen und wirtschaftliche Vernunft Hand in Hand gehen. Um das noch einmal hervorzuheben: Die internationale Norm ISO 14001, von der Herr Niesen eben sprach, ist die weltweit bedeutendste Vorgabe dessen, was ein “Umweltmanagement” in Unternehmen und anderen Organisationen beinhalten und leisten soll. In Deutschland sind derzeit erst 4.000 Unternehmen und Organisationen auf diese Weise zertifiziert worden.

Diese Hausmesse zeigt auch anderen mittelständischen Unternehmen den Weg dahin: Ungefähr ein Dutzend Aussteller präsentieren Ihre Produkte zur Energieeinsparung oder Erzeugung; Beratungsunternehmen stellen ihre Angebote vor und die beiden lokalen Finanzinstitute helfen bei Finanzierungs- und Förderfragen.

Ich begrüße das sehr, zeigt mir diese stetige Beteiligung und das Interesse des Mittelstands doch, dass hier vor Ort ganz neue Märkte entstehen und dass gerade kleine und mittlere Unternehmen die Chancen einer Energiewende sehen und wahrnehmen wollen.

Verfolgt man allerdings die aktuelle Diskussion in den Medien, drängt sich immer mehr der Eindruck auf, als würde zurzeit systematisch niedergeredet, was noch bis vor kurzem als zukunftsweisend galt: Die Förderung eben dieser Technologien.

Nur einige Schlagzeilen der letzten Wochen:

- Umweltminister Peter Altmaier will das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) reformieren, sich dazu aber nicht drängen lassen
- Wirtschaftsminister Rösler lässt das wiederum nicht gelten und macht Druck
- Die Kanzlerin wirbt in ihrem Sommerinterview um Verständnis für höhere Stromkosten (und legt nahe, dass die Verbraucher auch bereit sein sollten, dafür „auch den einen oder anderen Cent" zu zahlen)
- In dieser Woche noch habe ich von Herrn Wolfgang Bosbach vernommen: Beschluss zur Energiewende schön und gut, auch richtig, aber zurzeit weiß noch keiner genau, wie es funktionieren soll, wenn wir wissen, dass wir einen hohen Grundlastanteil an Energie jederzeit brauchen.

Die Förderung erneuerbarer Energien wird zum Wahlkampfthema – die plötzliche Aktualität hat einen anderen Grund: Am 15. Oktober geben die Stromnetzbetreiber bekannt, auf wieviel Cent die EEG-Umlage und mit ihr die Strompreise steigen werden.

Fakt ist: Dank des engagierten Handelns auf nationaler, regionaler und vor allem lokaler Ebene entwickelt sich der Klimaschutz in Deutschland mit großer Dynamik. Bereits heute können schon 20 Prozent des deutschen Strombedarfs durch Erneuerbare Energien gedeckt werden. Und nach einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt steckt in diesen Energien noch viel Potential.

Allerdings werden wir die Energiewende nicht auf einen Schlag schaffen und werden uns auf dem Weg dahin sicher noch von einigen Glaubenssätzen verabschieden müssen. Die Investitionen lohnen sich dennoch heute schon.

Klimaschutz ist aber natürlich mehr als die klimafreundliche Produktion von Energie, genauso sinnvoll ist es, erst den Energiebedarf zu verringern.

Auch dazu finden Sie heute Experten und Produkte. Zum Beispiel am Stand der Wirtschaftsförderung Leverkusen: Um Unternehmen bei Ihren Bemühungen im betrieblichen Umweltschutz zu unterstützen, plant die WFL die Durchführung von ÖKOPROFIT. Innerhalb eines Jahres sollen mit diesem Programm zehn bis 15 Unternehmen bei der Senkung von Betriebskosten durch Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen von Experten unterstützt werden. Die Einsparpotenziale der, in Workshops und individuellen Betriebsberatungen gemeinsam identifizierten Maßnahmen, sind enorm – die durchschnittliche Amortisationszeit liegt bei ÖKOPROFIT bei nur 2,9 Jahren.

Noch hat die WFL den Zuschlag vom Land für dieses Programm nicht bekommen, in den nächsten Monaten ist es aber soweit. Deshalb lohnt es sich für Unternehmen schon heute, sich beraten zu lassen, um zum Start alle notwenigen Unterlagen bereit zu haben.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich will jetzt nicht noch aufzählen, was die Stadt bisher alles tut bzw. schon getan hat, um den eigenen Energieverbrauch zu reduzieren, das Thema in die Bevölkerung zu bringen und Starthilfe für die Investitionen in erneuerbare Energien zu geben. Spätestens seit 2009 ist der Klimaschutz zum Stadtziel erhoben worden und wir sind intensiv und systematisch mit diesem Thema befasst.

Zurzeit befinden wir uns außerdem mitten in einem Prozess hin zum European Energy Award, sprich: wir unterziehen – in Zusammenarbeit mit den städtischen Gesellschaften - alle unsere energierelevanten Einflussbereiche einer Analyse mit dem Ziel, weitere Potentiale zu identifizieren.

Viele von Ihnen haben sich an den Klimatagen im Juni beteiligt, kennen den Energiesparbrief der Sparkasse und die Bürgerenergiegenossenschaft, die im Übrigen beide heute mit einem Informationsstand vertreten sind. Dem Bebauungsplan für das Baugebiet „Bauen mit der Sonne“ in Bürrig-Nord“ ist gerade im Bauausschuss zugestimmt worden und ein Energiepolitisches Arbeitsprogramm ist im aktuellen Ratsturnus.

Aller politischen Diskussionen zum Trotz: Dieses Thema ist ein Zukunftsthema und Leverkusen wird hier vor Ort alles tun, um das wirtschaftlich Vernünftige mit dem umweltpolitisch Notwendigen in Einklang zu bringen.

In diesem Sinne wünsche ich einen informativen Klima-Frühschoppen."


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Letzte Änderung am 26.07.2016 18:12 von leverkusen.
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