Cisne Negro Dance Company (Brasilien)

Mit Choreographien von Patrick Delcroix, Dany Bittencourt, Victor Navarrro und der Deutschland-Premiere von Rui Moreira's Choreographie „Calunga“

Archivmeldung aus dem Jahr 2011
Veröffentlicht: 25.04.2011 // Quelle: KulturStadtLev

Die Cisne Negro Dance Company löste vor zwei Jahren, bei ihrem ersten Gastspiel in Leverkusen wahre Jubelstürme bei Publikum aus.
Nun präsentiert sich die Compagnie mit einem neuen Programm wieder in Deutschland und im Forum Leverkusen:
Vier Choreografien werden an diesem Abend gezeigt: „Além da Pele (Jenseits der Haut)“ von Patrick Delcroix; „Forrolins“ von Dany Bittencourt; „Elgar“, eine Choreographie von Victor Navarro nach Musik von Edward Elgar und die Deutsche Erstaufführung von „Calunga“, ein afro-brasilianisches Ballett in 10 Sätzen, von Rui Moreira, der vor zwei Jahren für sein Stück "Trama" einen ganz besonderen Applaus in Leverkusen
bekam.
Cisne Negro (Schwarzer Schwan) Dance Company ist, wie das Balé da Cidade de São Paulo, eine der führenden brasilianischen Compagnien im zeitgenössischen Tanz.
Die Compagnie wurde 1977 in São Paulo von Hulda Bittencourt gegründet, die heute noch die Künstlerische Leitung hat. International renommierte ebenso wie junge brasilianische Choreografen arbeiten mit dem Ensemble (u.a. Itzik Galili, Patrick Delcroix, Vasco Wellenkamp, Mário Nascimento).
Seit den achtziger Jahren gastiert die Compagnie in Europa, den USA, Kanada und in Afrika, war bislang aber nur wenige Male in Deutschland zu Gast und feierte mit ihrem ersten Gastspiel in Leverkusen, im April 2009, einen rauschenden Erfolg bei Publikum und Presse.
Für die Vorstellung am 5. Mai gibt es noch Karten.

  • Darüber hinaus wird an diesem Tag das neue Theater- und Konzertprogramm 2011/2012 veröffentlicht und das neue Saisonheft steht an diesem Abend erstmals dem Publikum zur Verfügung.

    Informationen zu den Stücken:
    ALÉM DA PELE (JENSEITS DER HAUT)
    Choreographie: Patrick Delcroix
    Musik: Eddie Fowlkes, Doctor L, Liam Farrel, Suba, Arnaldo
    Antunes, Muki ; Soundtrack: Eduardo Ferreira Paes Júnior
    Licht: Joyce Drummond ; Kostüme: Patrick Delcroix
    Tänzerinnen und Tänzer: Carolina Grizante, Denise Siqueira, Rossana Boccia, Angela de Jesus,
    Naiane Avelino, Rebeca Ferreira, Stephanie Stevanato, Rene Sato, Morvan Teixeira, Diogo Carvalho,
    Felipe Silva, Harrison Gavlar, Fernando Zavickis, Joel de Oliveira, Leandro Neves.
    „Além da Pele“ (Foto: Reginaldo Azevedo) des französischen Choreografen Patrick Delcroix wurde eigens für die Cisne Negro Cia. de Dança kreiert. Patrick Delcroix zu seiner Choreographie: „Jenseits der Erscheinung können wir irgendetwas anderes sein, eine andere Persönlichkeit haben oder wir selbst sein. Jeder ist seine eigene Imagination.“
    Patrick Delcroix war 15 Jahre lang Mitglied des Nederlands Dans Theatre von Jiří Kylián, eines der wichtigsten Ensembles der Welt, zunächst als Tänzer und später als Residenzchoreograph, und hat mit großen Choreographen zusammengearbeitet: Billy Forsythe, Mats Ek, Edouard Lock, Ohad Naharin, Nacho Duato, Hans van Manen und natürlich Jiří Kylián. Ab 1990 entwickelte er eine Reihe von eigenen Stücken für verschiedene europäische Gruppen und lehrt seit 1992 das Repertoire von NDT am Königlichen Konservatorium in Den Haag. 2001 wurde Patrick Delcroix von der französischen Regierung für seine Arbeit in der Welt des Tanzes zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt. Neben dem Stück „Além da Pele“ (1998) hat Delcroix für die Cisne Negro Cia. de Dança „Reflexo no Espelho“ und „Cherché, Trouvé, Perdu“ choreographiert.

    FORROLINS
    Choreografie: Dany Bittencourt
    Musik: Variationen „Forrolins“ – Autor: André Mehmari (über das Originalthema von Cacá Malaquias);
    Bachianas Brasileiras Nr. 4 – Ária – Autor: Heitor Villa-Lobos. Arrangements: Nelson Ayres
    Kostüme: Daniel Bagnara Mena ; Lichtdesign: Esteban Sánchez
    Tänzerinnen und Tänzer: Carolina Grizante, Denise Siqueira, Rossana Boccia, Angela de Jesus,
    Naiane Avelino, Rebeca Ferreira, Stephanie Stevanato, Rene Sato, Morvan Teixeira, Diogo Carvalho, Felipe Silva, Harrison Gavlar, Fernando Zavickis, Joel de Oliveira, Leandro Neves.
    Die Originalmusik von Forrolins, ursprünglich ein Frevo, ein volkstümlicher Rhythmus aus Pernambuco, wurde 1991 von Cacá Malaquias komponiert und ist vom Forró, dem Rhythmus und Tanz aus dem brasilianischen Nordosten, beeinflusst. Der Name der Musik ergibt sich aus der Verschmelzung von „Forró“ und „Lins“, denn der Autor hat die Musik dem amerikanischen Jazzmusiker Sonny Rollins gewidmet.
    Daniele (Dany) Bittencourt Turzi begann ihre Ausbildung im Ballettstudio Cisne Negro mit 3 Jahren und beendete sie mit Abschluss an der Royal Academy of Dancing in London. Sie nahm fortführenden Unterricht in klassischem Ballett in London und bildete ihre Technik in klassischem und zeitgenössischem Tanz bei Les Ballets Jazz de Montreal und Les Grands Ballets Canadiens aus.
    Zwanzig Jahre lang war sie Tänzerin der Cisne Negro Dance Company und begleitete Auftritte in Brasilien, in afrikanischen Ländern, den USA, Süd- und Nordamerika und Europa als Interpretin und als Assistentin wichtiger Choreographen. u. a. Mark Baldwin (England), Gigi Caciuleanu, Patrick Delcroix (Frankreich), Itzik Galili (Holland), Victor Navarro (Spanien), Marc de Graef (Portugal).
    Seit 1990 ist sie Choreographin und Probenleiterin von Cisne Negro.

    ELGAR
    Choreografie und Kostüme: Victor Navarro
    Musik: Edward Elgar; Licht: Victor Navarro und Raquel Balekian
    Tänzerinnen und Tänzer : Denise Siqueira, Rebeca Ferreira, Diogo Carvalho, Joel de Oliveira
    „Diese Neuinszenierung von „Elgar“ widme ich der gesamten Compagnie und insbesondere dem Andenken an Edmundo Bittencourt, der für dieses Werk immer eine ganz besondere Sympathie zeigte.“ (Victor Navarro, 2007)
    Aus Barcelona stammend, begann Victor Navarro seine Laufbahn als Tänzer mit 12 Jahren beim Folkloreballett Esbart Sarrià. Er war Schüler des Instituto del Teatro de Barcelona, Solotänzer des Ballet del Gran Teatro del Liceo und später beim Teatro de la Zarzuela in Madrid. 1968 ging er nach Lissabon zum Ballet Gulbenkian, wo seine internationale Karriere begann. Er tanzte in wichtigen Ensembles, wie dem Ballet de Flandes (Belgien), das ihm seine erste Gelegenheit zur Arbeit als Choreograph und erste Erfolge in Europa verschaffte.
    1974 kam er auf Einladung nach Brasilien, um beim Balé da Cidade de São Paulo die Stelle als Ballettmeister und Residenzchoreograph zu übernehmen. In dieser Zeit errang Navarro diverse bedeutende brasilianische Tanzpreise; 1978 wurde ihm die Stelle des Leiters der Compagnie angeboten.
    1982 gründet er die Victor Navarro Companhia de Dança, mit der er sich als einer der besten Choreografen in Brasilien etablierte. 2001 kehrte er nach Spanien zurück, um dort seine künstlerische und pädagogische Karriere fortzusetzen und führte die Arbeit mit seiner eigenen Compagnie unter dem Namen VCN Ballet fort. Victor Navarro ist Mitglied des International Council of Dance (UNESCO) in Paris und gehört der Associació de Professionals de la Dansa de Catalunya, der katalanischen Vereinigung für Tanzberufe, an.

    CALUNGA (Uraufführung 2011 / Deutsche Erstaufführung am 05.05.2011 in Leverkusen)
    Afro-brasilianisches Ballett in 10 Sätzen
    Choreographie: Rui Moreira; Musik: Francisco Mignone – „Maracatu do Chico Rei“ und Themen
    des Projekts „Pesquisas Folclóricas do Brasil“ (Folklore-Forschungen Brasiliens) Kostüme und Accessoires: Gustavo Silvestre; Licht: Rui Moreira und Raquel Balekian Die Inspirationsquelle von „Calunga“ ist die Komposition von Francisco Mignone mit dem Titel „Maracatu do Chico Rei“. Dieses Werk des nationalen Konzertmusik-Repertoires greift auf den Maracatu zurück, einen volkstümlichen, mitreißenden afro-brasilianischer Rhythmus, der als karnevaleske Inszenierung auch Name von choreographierten Straßenumzügen im Nordosten Brasiliens ist. Das Wort „maracatu“ stammt aus der Sprache der Tupí-Indios: maracá = amerindisches Perkussionsinstrument;
    catu = gut, schön, marã = Krieg, Wirrwarr. „Calungas“ wiederum sind Puppen aus Holz oder Wachs, die bei den Umzügen getragen werden und einen religiös-philosophischen Hintergrund haben. Ohne die Calungas geht der Maracatu-Zug nicht auf die Straße.
    Rui Moreira wird von der Fachkritik heute als einer der repräsentativsten brasilianischen Tänzer angesehen und begann seine Laufbahn in São Paulo, wo er auch eine Zeit lang bei der Cisne Negro Cia de Dança engagiert war und später in der renommierten Gruppo Corpo tanzte. Mit seiner ausdrucksstarken Technik wird er inzwischen selbst im Ausland als der brasilianische Interpret par excellence anerkannt. 1999 trennte sich Moreira von der Gruppo Corpo um sich ganz seiner Choreographen-Karriere zu widmen, als Leiter der Compagnie SeráQuê?. Er entwickelt nun ein eigenes Repertoire und choreographiert auch für andere Compagnien. Immer wieder macht er dabei die Vielfältigkeit der brasilianischen Kultur zur Hauptquelle seiner Inspiration – so auch in seinem neuen Stück „Calunga“.

    1. April 2011
      "Forrolins", Foto: Reginaldo Azevedo

      Termin:
      Donnerstag, 5. Mai 2011
      19.30 – ca. 21.30 Uhr

      Ort:
      Forum – Großer Saal

      Karten:
      27,30/23,50/21,00/15,10 €
      (erm. 14,40/12,50/11,25/8,30 €)
      Kartenbüro im Forum (Tel. 0214-406 4113), Stadt-Info im City-Point (Tel. 0214-86 61-111), an allen Ticket-Online-Vorverkaufsstellen, über Internet (www.kulturstadtlev.de) sowie eine Stunde vor der Veranstaltung an der Tageskasse
      Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Kultur
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