Björn Venghaus – ein leidenschaftlicher Flieger


Archivmeldung aus dem Jahr 2004
Veröffentlicht: 15.12.2004 // Quelle: TSV Bayer 04

In der Halle und unter freiem Himmel wurde der Leverkusener 2004 Deutscher Meister. Nur bei der Junioren-WM hatte er Pech und musste verletzt aufgeben.

Das Gefühl, oben in der Luft dreidimensional frei zu sein, dem Boden der Tatsachen entfliehen zu können, fasziniere ihn, sagt der Leverkusener Björn Venghaus und beschreibt damit sein liebstes Hobby neben dem Stabhochsprung: Flugzeuge im Allgemeinen und Modellflugzeuge im Speziellen. Der 19-Jährige vom TSV Bayer 04 ist leidenschaftlicher Flieger. Im Leichtathletik-Stadion als Stabhochspringer und außerhalb des Stadions als Pilot von Modellflugzeugen.

2004 wollte er in seinem zweiten Jahr als A-Jugendlicher zu seinem größten Höhenflug ansetzen und bei der U20-WM zeigen, dass er das Talent hat, in die nationale Spitze der deutschen Stabakrobaten vorzustoßen. Doch eine Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk hielt ihn in Grosseto/Italien im entscheidenden Moment am Boden. Venghaus versuchte es zwar, musste nach 5,05 Metern in der Qualifikation und einem ersten geglücktem Final-Versuch über 4,90 Meter aber erkennen, „dass selbst mit Zähne zusammenbeißen nichts mehr ging.“

Das Drama hatte sich schon in der Qualifikation abgezeichnet: „Trotz Betäubungsspritze habe ich die Schmerzen gemerkt und konnte kaum mehr meine Trinkflasche halten.“ Doch Aufgeben war kein Thema für den in Hemer geborenen Athleten, der seit 1. Januar 2001 für Leverkusen an den Start geht. „Ich hatte mir nach dem Salto Nullo 2003 bei der U20-EM in Tampere für Grosseto viel vorgenommen.“ Eine Medaille war angepeilt und vieles deutete darauf hin, dass es klappen könnte. „2003 passte gar nichts zusammen, 2004 habe ich die Qualifikation trotz der Probleme als Dritter überstanden.“ Erst im Finale kam das endgültige Aus.

Und so taucht der von Leszek Klima betreute Athlet auch nur mit 5,20 Metern in den Jahresbestenlisten auf. 5,30 Meter waren das eigentliche Ziel. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben. „Jetzt im Nachhinein motiviert mich das. Ich möchte 2005 zeigen, was möglich gewesen wäre und Anschluss an die nationale Spitze finden.“

Neben neun Trainingseinheiten in der Woche absolviert Venghaus seit Oktober 2004 ein aufwendiges Studium. An der Uni Köln hat er sich für Chemie eingeschrieben. „Das ist schon ziemlich zeitintensiv. Nicht wegen des Lernens, sondern wegen der vielen Praktika mit Anwesenheitspflicht. Teilweise stehe ich von 13 bis 18 Uhr im Labor.“ Vorher und nachher sind Training angesagt. Teilweise bis 21 Uhr abends.

Eigentlich, so erzählt er, hätte ihn ja auch eine Pilotenausbildung gereizt. „Doch der Sport war mir wichtiger, weshalb ich mich für Chemie entschieden habe. Das lag mir in der Schule schon immer.“

Stetigkeit ist überhaupt ein wichtiges Merkmal des Björn Venghaus. „Seit ich denken kann, interessiere ich mich für alles was in die Luft geht. Seit ich acht bin, mache ich Leichtathletik.“ Erst als Mehrkämpfer, wo er auch seine ersten Medaillen gewann, dann als Stabhochspringer. Als A-Schüler wurde er DM-Dritter im Achtkampf, im zweiten B-Jugend-Jahr gab es im Zehnkampf ebenfalls Bronze. Zudem holte er in seiner Jugendzeit drei deutsche Meistertitel als Stabhochspringer, Nummer zwei und drei 2004 bei Hallen- und Freiluft-DM.

Auch bei der Mehrkampf-DM im September in Vaterstetten wollte Venghaus noch einmal den Angriff auf eine Medaille wagen, doch die verletzte Hand hielt ihn davon ab. Mittlerweile kann er sich einen Wechsel zurück zum Mehrkampf nicht mehr vorstellen: „Es reizt schon, aber im Stabhochsprung sehe ich mehr Perspektiven.“ Dabei profitiert er von zwei Eigenschaften, die ihm auch im Zehnkampf Vorteile verschaffen könnten: seiner Schnelligkeit und seiner Sprungkraft. Dagegen ist der Ausdauerbereich im Stabhochsprung nicht ganz so wichtig, was Björn Venghaus entgegenkommt. „Das fiel mir immer besonders schwer. Ich erinnere mich noch genau, wie hart ich mir das immer erarbeiten musste.“

Und so ein bisschen hat die Entscheidung auch mit seinem zweiten Hobby, dem Modellflugzeugbau, zu tun. Björn Venghaus bestätigt: „Ich interessiere mich für alles, was in die Lüfte geht, darum wahrscheinlich auch Stabhochsprung.“


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Sport
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