2. Quartal 2015: Bayer steigert Ergebnis deutlich

Sehr gute Geschäftsentwicklung bei HealthCare
CropScience behauptet sich in schwächerem Marktumfeld
Kräftiger Ergebniszuwachs bei MaterialScience

Archivmeldung aus dem Jahr 2015
Veröffentlicht: 29.07.2015 // Quelle: Bayer

Der Bayer-Konzern ist im 2. Quartal 2015 weiter gewachsen und hat das Ergebnis deutlich gesteigert. "Alle drei Teilkonzerne haben zu der erfreulichen Verbesserung des Ergebnisses beigetragen", erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am Mittwoch bei der Vorlage des Zwischenberichts. HealthCare überzeugte mit deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen, die auf die erneut erfreuliche Geschäftsausweitung mit den neueren Pharma-Produkten und die positive Umsatzentwicklung bei Consumer Health zurückzuführen ist. Bei CropScience lagen die Umsätze auf dem Niveau des starken Vorjahresquartals, während das Ergebnis gesteigert werden konnte. Bei MaterialScience blieb der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Das Ergebnis des Teilkonzerns stieg hingegen deutlich um nahezu 90 Prozent, insbesondere aufgrund einer verbesserten Nachfragesituation und niedrigerer Rohstoffkosten. Die Vorbereitungen für den angekündigten Börsengang von MaterialScience verlaufen planmäßig. Für das Gesamtjahr äußerte sich Dekkers weiter zuversichtlich: "Wir bestätigen den Konzernausblick für die operative Performance im fortzuführenden Geschäft." Angesichts der veränderten Währungsverhältnisse zum 30. Juni 2015 wurde die Prognose entsprechend angepasst.

Nach der im Juni 2015 erfolgten Unterzeichnung des Verkaufsvertrags mit Panasonic Healthcare Holdings Co., Ltd. ist das Diabetes-Care-Geschäft nicht mehr im fortzuführenden Geschäft enthalten. Die Vergleichswerte wurden angepasst. Der Konzernumsatz stieg im 2. Quartal 2015 um 18,2 Prozent auf 12,090 (Vorjahr: 10,228) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einem Plus von 3,7 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 33,2 Prozent auf 2,899 (2,176) Milliarden Euro. Die gute Geschäftsentwicklung ging einher mit höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing und Vertrieb. Währungseffekte trugen mit etwa 260 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Das EBIT des Bayer-Konzerns stieg deutlich um 27,7 Prozent auf 1,833 (1,435) Milliarden Euro. Darin enthalten sind per saldo Sonderaufwendungen in Höhe von 255 (48) Millionen Euro. Diese resultierten im Wesentlichen aus der Neubewertung von sonstigen Forderungen, Kosten für die Integration erworbener Geschäfte, Aufwendungen für den geplanten Börsengang von MaterialScience, Effizienzsteigerungsmaßnahmen und für die Konsolidierung von Produktionsstätten. Das Konzernergebnis stieg um 20,9 Prozent auf 1,152 (0,953) Milliarden Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie im fortzuführenden Geschäft um 33,8 Prozent auf 1,98 (1,48) Euro.

Der Brutto-Cashflow im fortzuführenden Geschäft stieg aufgrund des verbesserten EBITDA um 30,5 Prozent auf 2,173 (1,665) Milliarden Euro. Der Netto-Cashflow (gesamt) verbesserte sich trotz höherer Mittelbindung im Working Capital um 22,4 Prozent auf 1,959 (1,601) Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich geringfügig von 21,3 Milliarden Euro am 31. März 2015 auf 21,1 Milliarden Euro am 30. Juni 2015, nachdem im Mai die Dividende in Höhe von 1,86 Milliarden Euro ausgezahlt worden war.

HealthCare: Neuere Pharma-Produkte wachsen weiterhin dynamisch
Im Gesundheitsgeschäft (HealthCare) erhöhte sich der Umsatz im 2. Quartal um 28,0 (wpb. 8,3) Prozent auf 5,908 (4,615) Milliarden Euro. "Dieser Anstieg beruhte insbesondere auf der erfreulichen Umsatzentwicklung der neueren Pharma-Produkte", erläuterte Dekkers. "Im Segment Consumer Health erzielten wir ebenfalls ein solides organisches Wachstum - hierzu trugen alle Divisionen bei." Die deutliche nominale Steigerung ist im Wesentlichen auf den Umsatz mit den von Merck & Co., Inc., USA, erworbenen Produkten sowie auf Währungseffekte zurückzuführen.

Der Umsatz des Segments Pharma stieg wpb. deutlich um 10,7 Prozent auf 3,492 Milliarden Euro. Die neueren Produkte - der Blutgerinnungshemmer Xarelto™, das Augenmedikament Eylea™, die Krebsmittel Stivarga™ und Xofigo™ sowie Adempas™ gegen Lungenhochdruck - entwickelten sich weiter dynamisch und erzielten einen Umsatz von insgesamt 1,051 (0,702) Milliarden Euro. Der Umsatz von Xarelto™ wuchs dank deutlicher Mengenausweitungen in allen Regionen um währungsbereinigt (wb.) 42,6 Prozent. Eylea™ erzielte mit einem Plus von wb. 49,1 Prozent erneut kräftige Zuwächse. Bei den etablierten Top-Produkten verbesserte sich das Blutgerinnungsmittel Kogenate™ um wb. 14,3 Prozent, hauptsächlich wegen zeitlicher Umsatzverschiebungen. Das Geschäft mit den Hormonspiralen der Mirena™-Produktfamilie entwickelte sich mit einem Zuwachs von wb. 11,1 Prozent erfreulich. Der Umsatz des Multiple-Sklerose-Präparats Betaferon™/Betaseron™ war insgesamt um wb. 8,8 Prozent rückläufig, unter anderem bedingt durch stärkeren Wettbewerb in Europa und den USA. Insgesamt wuchs das Pharma-Geschäft wb. in allen Regionen.

Der Umsatz des Segments Consumer Health erhöhte sich wpb. um 4,0 Prozent auf 2,416 Milliarden Euro. Bei Consumer Care belief sich der Umsatz der von Merck & Co., Inc., USA, erworbenen Produkte auf 528 Millionen Euro. Positiv entwickelte sich auch das Hautpflegemittel Bepanthen™/Bepanthol™ mit einem Plus von wb. 6,9 Prozent. Einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum der Division Animal Health leistete das Floh- und Zeckenhalsband Seresto™. Der Umsatz der Advantage™-Produktfamilie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln stieg um wb. 3,9 Prozent. Im Geschäft mit Kontrastmitteln und Medizingeräten (Medical Care) erzielte das MRT-Kontrastmittel Gadovist™/ Gadavist™ nach Zulassung in weiteren Indikationen einen deutlichen Zuwachs von wb. 12,1 Prozent.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von HealthCare stieg kräftig um 27,5 Prozent auf 1,675 (1,314) Milliarden Euro, vor allem dank der weiterhin sehr guten Geschäftsentwicklung bei Pharma und Consumer Health - bei Consumer Care insbesondere durch die erworbenen Geschäfte. Hinzu kamen Währungseffekte von etwa plus 110 Millionen Euro. Gegenläufig wirkten vor allem höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung bei Pharma. 

CropScience steigert Ergebnis trotz schwieriger Bedingungen in Lateinamerika
Im Agrargeschäft (CropScience) stieg der Umsatz um 10,2 Prozent auf 2,723 (2,470) Milliarden Euro. Wpb. lag er mit minus 0,6 Prozent auf dem Niveau des starken Vorjahresquartals. "CropScience hat sich in einem Marktumfeld behauptet, das vor allem in Lateinamerika weiterhin schwierig war", sagte Dekkers. Mit einem Plus von wb. 4,9 Prozent verzeichnete der Teilkonzern in Asien/Pazifik die höchsten Umsatzzuwächse. In Nordamerika legte das Geschäft wb. um 2,0 Prozent zu und in Europa um wb. 0,9 Prozent. Dagegen gab der Umsatz in der Region Lateinamerika/Afrika/Nahost um wb. 8,8 Prozent nach.

Im Pflanzenschutz (Crop Protection) wuchs das Herbizid-Geschäft um wpb. 5,6 Prozent. Im Saatgutgeschäft (Seeds) nahm der Umsatz dank einer positiven Entwicklung vor allem bei Gemüse und Reis um wpb. 11,0 Prozent zu. Dagegen war das Insektizidgeschäft mit wpb. minus 17,7 Prozent stark rückläufig. Einbußen verzeichneten auch SeedGrowth (Saatgutbehandlungsmittel) und die Fungizide mit wpb. minus 5,1 bzw. wpb. minus 2,4 Prozent. Der Umsatz von Environmental Science stieg hingegen wpb. um 6,6 Prozent, vor allem durch ein starkes Wachstum bei Produkten für professionelle Anwender.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von CropScience lag mit 733 (615) Millionen Euro um 19,2 Prozent über Vorjahr. Hierzu trug im Wesentlichen ein positiver Währungseffekt von rund 70 Millionen Euro bei.

Verbesserte Nachfrage und sinkende Rohstoffpreise bei MaterialScience
Der Umsatz im Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen (MaterialScience) erhöhte sich im 2. Quartal um 11,2 Prozent auf 3,185 (2,864) Milliarden Euro. Wpb. lag der Teilkonzern mit plus 0,6 Prozent auf dem Niveau des Vorjahresquartals. "MaterialScience konnte die Absatzmengen in allen Regionen erhöhen. Dem standen negative Preiseffekte, insbesondere bei Polyurethanes gegenüber", führte Dekkers aus. Insgesamt waren die Rohstoffpreise gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark rückläufig.

Der Umsatz mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) sank wpb. um 2,9 Prozent. Gestiegene Absatzmengen konnten den starken Rückgang der Absatzpreise nicht ausgleichen. Bei den hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonates) erhöhte sich der Umsatz dank deutlich gestiegener Absatzmengen in allen Regionen wpb. um 5,3 Prozent. Hierzu trug vor allem eine verbesserte Nachfrage in der Automobilindustrie bei. Die Absatzpreise fielen insgesamt unter das Niveau des Vorjahresquartals. Im Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten stieg der Umsatz aufgrund höherer Absatzmengen wpb. um 6,0 Prozent. Die Absatzpreise lagen hier insgesamt leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Umsatz im Bereich Industrial Operations ging infolge leicht geringerer Absatzpreise und -mengen wpb. um 2,6 Prozent zurück.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von MaterialScience verbesserte sich signifikant um 87,4 Prozent auf 506 (270) Millionen Euro. Deutlich gesunkene Rohstoffpreise konnten den Rückgang der Absatzpreise überkompensieren. Gestiegene Absatzmengen sowie positive Währungseffekte von rund 80 Millionen Euro trugen ebenfalls zur Ergebnissteigerung bei.

Alle Teilkonzerne mit Ergebniszuwachs im 1. Halbjahr
Im 1. Halbjahr 2015 stieg der Konzernumsatz um 16,5 (wpb. 3,2) Prozent auf 23,969 (20,580) Milliarden Euro. Den größten Beitrag hierzu lieferte HealthCare, während CropScience und MaterialScience auf Vorjahresniveau lagen. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA verbesserte sich mit 19,7 Prozent auf 5,840 (4,879) Milliarden Euro deutlich. Hierzu trugen alle Teilkonzerne bei, insbesondere HealthCare und MaterialScience. Das EBIT stieg um 7,9 Prozent auf 3,777 (3,500) Milliarden Euro und das Konzernergebnis um 3,3 Prozent auf 2,455 (2,376) Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte um 18,2 Prozent auf 4,02 (3,40) Euro.

Bereinigtes EBITDA soll 2015 im oberen Zehner-Prozentbereich steigen
Für die Prognose legt Bayer nun für das 2. Halbjahr 2015 die Wechselkurse vom 30. Juni 2015 zugrunde. Zudem ist das Diabetes-Care-Geschäft nicht mehr im fortzuführenden Geschäft und damit nicht mehr in der aktualisierten Prognose enthalten. Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Bayer plant nun einen Konzernumsatz in der Größenordnung von ca. 47 Milliarden Euro (bisher: in der Größenordnung von 48 bis 49 Milliarden Euro, davon nicht fortzuführendes Geschäft: ca. 0,9 Milliarden Euro). Dies entspricht unverändert einem wpb. Anstieg im unteren einstelligen Prozentbereich. Bezogen auf den Umsatz erwartet der Konzern positive Währungseffekte gegenüber dem Vorjahr von ca. 7 (bisher: ca. 9) Prozent. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist nach wie vor eine Steigerung im oberen Zehner-Prozentbereich geplant. Insgesamt sind im EBITDA vor Sondereinflüssen erwartete positive Währungseffekte von ca. 5 (bisher: ca. 8) Prozent berücksichtigt. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie will Bayer weiterhin einen Zuwachs im oberen Zehner-Prozentbereich erzielen. Hierin sind erwartete positive Währungseffekte in Höhe von ca. 5 (bisher: ca. 7) Prozent enthalten.

Bayer erwartet nun Sonderaufwendungen in der Größenordnung von etwa 900 Millionen Euro. Diese entfallen im Wesentlichen auf die Integration der erworbenen Consumer-Care-Geschäfte, Aufwendungen im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang von MaterialScience sowie die Optimierung von Produktionsstrukturen. Die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende wird unverändert bei unter 20 Milliarden Euro erwartet.

HealthCare erwartet, den Umsatz aus dem fortzuführenden Geschäft auf ca. 23 (bisher: über 24) Milliarden Euro zu steigern. Dies entspricht einem wpb. Umsatzzuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA plant der Teilkonzern eine Steigerung im unteren Zwanziger-Prozentbereich. Im Segment Pharma wird unverändert ein Umsatz von ca. 14 Milliarden Euro erwartet. Dies entspricht einer wpb. Steigerung im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Der Umsatz mit den neueren Pharma-Produkten soll auf über 4 Milliarden Euro gesteigert werden. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA von Pharma wird mit einer Steigerung im mittleren Zehner-Prozentbereich gerechnet. Im Segment Consumer Health wird nun unter Einbezug der erworbenen Consumer-Care-Geschäfte sowie unter Ausschluss des Diabetes-Care-Geschäfts ein Umsatz von über 9 (bisher: über 10) Milliarden Euro erwartet. Hier ist ein wpb. Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich geplant. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health soll im mittleren Dreißiger-Prozentbereich steigen. Dazu tragen die erworbenen Consumer-Care-Geschäfte bei.

CropScience plant, weiterhin über dem Markt zu wachsen und einen Umsatz von ca. 10,5 (bisher: ca. 11) Milliarden Euro zu erreichen. Dies entspricht einer wpb. Steigerung im unteren (bisher: im unteren bis mittleren) einstelligen Prozentbereich. Der Teilkonzern plant jetzt aufgrund des abgeschwächten Marktumfelds, das EBITDA vor Sondereinflüssen im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich (bisher: im unteren bis mittleren Zehner-Prozentbereich) zu steigern.

Für 2015 erwartet MaterialScience unverändert ein weiteres Mengenwachstum bei rückläufigen Verkaufspreisen. Dies führt wpb. zu einem Umsatzrückgang. Jedoch rechnet der Teilkonzern weiterhin mit einer deutlichen Steigerung des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA und will die Kapitalkosten im Jahr 2015 wieder vollständig verdienen. Für das 3. Quartal 2015 erwartet MaterialScience gegenüber dem Vorjahresquartal einen wpb. Umsatzrückgang und plant ein um Sondereinflüsse bereinigtes EBITDA über dem Vorjahresquartal, jedoch unterhalb des Vorquartals.


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