WM-Hoffnung Jennifer Oeser


Archivmeldung aus dem Jahr 2015
Veröffentlicht: 24.03.2015 // Quelle: TSV Bayer 04

Siebenkämpferin Jennifer Oeser ist eine der Leverkusener WM-Hoffnungen. Nach der Geburt ihres Sohnes Jakob im vergangenen Oktober ist die 31-Jährige wieder im Training und auf dem Weg zurück zu alter Stärke.
Begegnet man dieser Tage Jennifer Oeser beim Training, kann man kaum glauben, dass die Siebenkämpferin vom TSV Bayer 04 Leverkusen vor weniger als fünf Monaten einen Sohn zur Welt gebracht hat. Erstaunlich fit wirkt die 31-Jährige. „Viele Dinge klappen schon wieder ganz gut, bei anderen erkennt man dafür noch deutliche Defizite“, stellt die Vizeweltmeisterin von 2009 klar. Speziell die Rumpfmuskulatur hat sich durch Schwangerschaft und Geburt naturgemäß extrem zurückgebildet.
Viele Trainingswochen werden ins Land ziehen, bis Jennifer Oeser ihre alte körperliche Robustheit wiedererlangt hat. Das wissen sie und ihr Leverkusener Heimtrainer Karl-Heinz Düe nur zu gut. Neun Trainingseinheiten absolviert die 31-Jährige momentan pro Woche. Die meisten in Halle/Saale bei Bundestrainer Wolfgang Kühne. Aus privaten und beruflichen Gründen hat Jennifer Oeser ihren Lebensmittelpunkt im Winter nach Leipzig verlegt. Zu ihrer Trainingsgruppe zählt unter anderem Michael Schrader, der 2013 für den TSV Bayer 04 Leverkusen in Moskau Vize-Weltmeister im Zehnkampf wurde. „Da herrscht natürlich ein anderer Umgangston als in unserer Mädels-Gruppe in Leverkusen“, sagt Jennifer Oeser mit einem Lachen. Ihr gefällt es trotzdem und gut eingelebt hat sich die Bundespolizistin in ihrer neuen Umgebung längst.
Die Federführung beim Training liegt weiter bei Karl-Heinz Düe. Der erfahrene Coach – mittlerweile „eigentlich“ im Ruhestand – und sein stärkster Schützling planen einen konsequenten Aufbau Richtung Olympische Spiele 2016 in Rio. Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden im olympischen Siebenkampf 2012 in London will die WM-Dritte von 2011 dieses Ziel noch einmal mit vollem Einsatz angehen. 2008 in Peking war Jennifer Oeser schon Olympia-Elfte.
Eine wichtige Zwischenstation könnte die Weltmeisterschaft Ende August werden. Doch einfach wird es nicht, zum zweiten Mal nach 2008 bei einem Leichtathletik-Großereignis in Peking dabei zu sein. Die geforderte WM-Norm von 6150 Punkten traut sich Jennifer Oeser bei den Qualifikationswettkämpfen im Mai und Juni durchaus zu – sofern das Training wie geplant läuft. Allerdings ist diese Punktzahl nicht gleichbedeutend mit einem der drei WM-Tickets. „Die Konkurrenz in Deutschland ist unheimlich stark. Gut möglich, dass man eher um die 6300 Punkte anbieten muss“, schaut die Leverkusenerin auf die kommenden Monate.
Eine hohe Hürde nur ein knappes dreiviertel Jahr nach der Geburt von Sohn Jakob. Doch nicht unmöglich für Jennifer Oeser. Die Durchschnittspunktzahl ihrer zehn besten Siebenkämpfe steht bei stolzen 6484 Zählern, ihre Bestmarke bei 6683 Punkten. Seit einem guten Jahrzehnt zählt die Leverkusenerin zur absolutem Weltklasse. WM-Silber 2009, WM-Bronze 2011 und EM-Bronze 2010 lauten ihre beachtlichen internationalen Meriten.
Und exakt mit diesen Punkten kommt ein ganz wichtiger Faktor beim Siebenkampf ins Spiel: die Erfahrung. „Die Technik verlernt man nicht, und an den körperlichen Voraussetzungen kann man arbeiten“, ist sich die Leverkusenerin ihrer Stärken bewusst. Auf der anderen Seite liegen schwierige Jahre hinter der in Brunsbüttel geborenen Sportlerin.
Ihren letzten Siebenkampf beende sie 2012 in Götzis. Danach machte ihr die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Vor zwei Jahren musste am rechten Fuß eine sogenannte HaglundFerse entfernt werden. Die Achillessehne hatte sich an der Verdickung gerieben und sich entzündet. Die Operation war unumgänglich, eine dritte WM-Medaille 2013 außer Reichweite.
Mittlerweile hat sich die Ferse erholt, Jennifer Oeser ist wieder komplett schmerzfrei. Die Siebenkämpferin freut sich, bald richtig schnelle Sprinteinheiten zu absolvieren und im Weitsprung ihre Form zu testen. Diese Ergebnisse werden erste Hinweise darauf geben, ob die WM-Qualifikation in Reichweite ist. Als kleine Motivationshilfe sollte Jennifer Oeser ab und an den Fernseher einschalten – und zwar Biathlon. Die Französin Marie Dorin Habert meldete sich keine vier Monate nach der Geburt ihrer Tochter in der Weltspitze zurück. Genau dorthin will auch Jennifer Oeser wieder. Die ersten wichtigen Schritte zurück hat sie schon absolviert. Das kann man auf dem Trainingsplatz mehr als deutlich erkennen.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Sport
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