Studentischer Wettbewerb zeigt Entwicklungsperspektiven für Manfort


Archivmeldung aus dem Jahr 2022
Veröffentlicht: 18.08.2022 // Quelle: Stadtverwaltung

Manfort „1 Halt bis nach Köln – 10 Jahre bis zum attraktiven Ort“ war der Arbeitstitel für einen Wettbewerb der FH Dortmund, bei dem sich über 20 Arbeiten von Architektur-Studierenden mit der Entwicklung von Manfort befassten. Die Stadt Leverkusen setzte für die Bearbeitung ein Preisgeld aus. Am 15. Juli fand das Preisgericht statt, kürte zwei erste Preise sowie einen dritten Preis und bedachte zwei Arbeiten mit einer Anerkennung. „Die Arbeiten zeigen einen frischen Blick für die städtebauliche Situation und bieten viele, originelle Ideen für die weitere Entwicklung des Stadtteils“, lobt Baudezernentin Andrea Deppe. „Vor allem in Hinblick auf die weitere Entwicklung des Stadtteils und ein zukünftiges ‚Integriertes Handlungskonzept Manfort‘ geben sie wichtige Impulse.“ Die Ausstellung ist zu den Geschäftszeiten im Foyer des Verwaltungsgebäudes Hauptstraße 105 aufgebaut und wird zwei Wochen dort zu sehen sein.

Die Herausforderungen in Manfort bildeten zugleich die Aufgabenstellung für die Studentinnen und Studenten der FH Dortmund - nämlich diesen Stadtteil so zu planen, dass ein Zentrum und mehr Verbindungen im Stadtteil entstehen. Die Studentinnen und Studenten bezogen sowohl den Bahnhof, die Joseph-Kirche, die Eumuco-Hallen und andere entwicklungsfähige Strukturen in ihre Entwürfe mit ein.

Erste Preise

Der Entwurf „Transformir Quartier“ von Ina Mildebrandt und Lorena Castell Alegria macht die ehemaligen Eumuco-Hallen zu einem Zentrum mit einer kleinteiligen Bebauungsstruktur, die Gassen und versteckte Plätze entstehen lässt. Um den Bah-hof damit zu verbinden und vorhandene Grünflächen zu nutzen, haben die Studentinnen zwei Brücken über die Gustav-Heinemann-Straße konzipiert. Eine groß-zügige Erweiterung der Bahnbrücke bietet Platz, um einen anspruchsvoll gestalte-ten Grünzug vom Norden des Quartiers bis zum Bahnhof Manfort anzulegen. Die Planerinnen stellen heraus, dass „die verborgene Schönheit von Bestand freigelegt werden kann und Räume in neuem Glanz erstrahlen können.“

Ebenfalls ein erster Preis wurde der Arbeit „Gemeinsam Leben in Manfort“ von Aylin Oral und Nils Carstensen zugesprochen. Ihre Arbeit legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung des Bahnhofs zu einem lebendigen Quartierszentrum. „Das neue Manfort wird den Bahnhof von einer ehemaligen Barriere in der Stadt in einen einigenden Knotenpunkt verwandeln und das städtische Leben mit neuer Infrastruktur verschmelzen“, verspricht der Entwurf. Das korrespondiert mit dem Platz an der JosephKirche, der in diesem Entwurf weiterentwickelt und in einen renaturierten Stadtpark verwandelt werden soll, der wiederum in ein angrenzendes Wohngebiet mit Neunutzungen der Eumuco-Industriehallen als Community Center mündet. 

Für den ersten Platz wurden beide Entwürfe ausgezeichnet, weil beide ein städtebaulich-freiraumgestalterisches Konzept vorweisen, welches die Aufgaben in Man-fort lösen. „Beide Konzepte legen eine bauliche Gliederung vor, die die heterogene und zerfranste Bebauungsstruktur einfängt und weiterbaut. Zudem wird das Quartier in beiden Konzepten mit Quartierszentren ausgestattet, die das Potenzial haben, Manfort zusammenwachsen zu lassen,“ so die Jury, bestehend aus Fachleuten verschiedener Fachbereiche bei der Stadt Leverkusen. Die beiden 1. Preisträgerteams erhalten je 225 Euro pro Beitrag.

Dritter Preis

Der dritte Preis des Wettbewerbs geht an die Arbeit von Stephanie Hampel-Achterfeldt. Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine akribische Analyse des Bestandes aus. Ein Schwerpunkt dieses Entwurfs ist ein neugestalteter Marktplatz. Darüber hinaus durchzieht diesen Entwurf ein ausgebauter Radweg, der den Grünzug an der Dhünn und den Dhünnwald auf Kölner Stadtgebiet verbindet, sowie für die Eumuco-Industriehallen einen „Radstop“ mit Café und Biergarten vorsieht. Dieser städtebauliche Entwurf setze auf schnelle Eingriffe in den öffentlichen Raum, die durch Ihren Pragmatismus und Machbarkeit überzeugen, so die Jury. „Angesichts der großen Herausforderungen eröffnen kurzfristige Maßnahmen Handlungsspiel-raum und schaffen lebenswerte Räume für ein Quartier unter besonderem Druck zum Wandel.“ Die dritte Preisträgerin erhält 150 Euro für ihren Beitrag.

Anerkennungen

Zwei weitere Arbeiten wurden mit besonderer Anerkennung ausgezeichnet. „Ein Quartier, eine Gemeinschaft“ von Feray Guzgun und Mehtap Kartalcik gestaltet auf der westlichen Seite der Gleise einen Park mit Cafés, Spielplätzen und sportlichen Attraktionen. Durch ein Absenken der Parkmitte entsteht ein geschützter Verweil-raum mit besonders hoher Freiraumqualität. Die Eumuco-Hallen sollen in diesem Konzept für soziale Arbeit aber auch der Gastronomie dienen. Die Arbeit „Maschinenfabrik Manfort“ von Lena Bohmann will mit einem begrünten Skelettbau über die Gustav-Heinemann-Straße eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer schaffen, sodass die Straße gefahrlos überquert werden kann. Aus den alten Eumuco Hallen wird eine große Markthalle, eine kleine Bibliothek, ein Bereich für Gewerbeflächen und eine Skatehalle.

 

 

 

 

 


Ort aus dem Stadtführer: Dhünn, Stadtpark, Manfort
Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129
Straßen aus dem Artikel: Hauptstraße, Marktplatz
Themen aus dem Artikel: EUMUCO

Kategorie: Bildung
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