Der Rat der Stadt Leverkusen hat am 31. August 2026 mit großer Mehrheit Sascha Inderwisch zum neuen Stadtkämmerer gewählt. Der 39-Jährige übernimmt das Amt des Beigeordneten für das Dezernat II – Finanzen spätestens zum 1. Oktober 2026 – für die Dauer von acht Jahren.
Die Position des Stadtkämmerers war seit Februar 2026 unbesetzt. Der Rat der Stadt Leverkusen hatte Michael Molitor in seiner Sitzung am 23. Februar 2026 auf eigenen Wunsch als Beigeordneten für das Dezernat II – Finanzen abberufen. Zur Wiederbesetzung führte die Stadt Leverkusen anschließend ein öffentliches Ausschreibungsverfahren durch, aus dem Sascha Inderwisch als Sieger hervorging.
Noch aussteht die formale Bestätigung durch die Bezirksregierung Köln – ein bei der Besetzung eines Beigeordneten übliches Verfahren. Liegt die Rückmeldung bereits vor dem 1. Oktober 2026 vor, ist auch eine frühere Ernennung möglich.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel machte bei der Wahl deutlich, unter welchem Druck die Entscheidung steht: „Angesichts der äußerst schwierigen finanziellen Situation unserer Stadt ist es von großer Bedeutung, dass der Verwaltungsvorstand wieder komplett ist." Es brauche einen handlungsfähigen Vorstand, der gemeinsam mit Rat und Verwaltung klare Prioritäten setze. „Mit Sascha Inderwisch als designierten Beigeordneten und Stadtkämmerer gewinnen wir einen wichtigen Partner für diese Aufgabe", so Hebbel.
Sascha Inderwisch ist kein Unbekannter in der Leverkusener Stadtverwaltung: Seit Juni 2025 leitet er bereits den Fachbereich Finanzen der Stadt und verantwortet dort neben den städtischen Finanzen auch das Grundstücksmanagement und die Konzernsteuerung. Seine kommunale Laufbahn begann der 39-Jährige im Jahr 2010 im Fachbereich Finanzen der Stadt Bergisch Gladbach, wo er anschließend unter anderem als Fachbereichsleiter für das Bürgermeisterbüro und als Referent des dortigen Stadtkämmerers tätig war. Eine Modulare Qualifizierung bereitete ihn gezielt auf höhere Führungsaufgaben im kommunalen Verwaltungsdienst vor.
Der designierte Stadtkämmerer selbst zeigte sich entschlossen: „Die finanzielle Situation ist herausfordernd. Umso wichtiger ist es, jetzt gemeinsam klare Prioritäten zu setzen, solide zu wirtschaften und gleichzeitig den Gestaltungsspielraum für die Zukunft von Leverkusen zu erhalten."
Mit der Wahl Inderwischs ist der Verwaltungsvorstand der Stadt Leverkusen wieder vollständig besetzt. Die nächsten Monate dürften zeigen, wie der neue Kämmerer die angespannte Haushaltslage der Stadt angehen wird.