Evangelische Kirche Opladen: Aus drei wird eins


Archivmeldung aus dem Jahr 2019
Veröffentlicht: 17.12.2019 // Quelle: Internet Initiative

Unter dem Motto "Herausforderungen - Gemeinsam lösen" arbeitet die Evangelische Kirchengemeinde Opladen aktuell am Erhalt und Neukonzeptionierung der Gemeinde, die sich über Opladen (Bielertkirche), Quettingen (Gemeindezentrum Kolberger Str.) und Lützenkirchen (Pfarrer-Klein-Str. 16) erstreckt.
Aufgrund des aktuellen Trends von sinkenden Gemeindegliederzahlen, stellt sich der Kirchengemeinde der Frage, wie die Gemeinde in der nahen Zukunft aussehen soll.
Vom Presyterium der Kirchengemeinde wurde entschieden, daß - nach langer Beratung unter Einbeziehung von Kirchenkreis und Landeskirche - künftig nur noch eines der drei Gemeindezentren erhalten werden kann. Die schon länger anstehende Sanierung der Bielertkirche wird gleichzeitig ab 2021 erfolgen.
Heute stellten Superintendendent Gert-René Loerken (Chef des Kirchenkreises Leverkusen incl. Leichlingen, Burscheid und Monheim), Stephan Noesser (Pastor und Projektleiter des Umstrukturierungsprozesses), Gunda Lakaschus-Lohrenz (Ehrenamtliche Presbyterin), Nadine Hasslöwer (Institut für soziale Innovation) Bettina Növer (Pfarrerin) den bisherigen und zukünftigen Prozess vor.
Die Entscheidung des Presbyteriums soll erst am 2. Februar 2020 verkündet werden und ist wohl auch nicht entgültig getroffen. Es scheinen die Zeichen auf einen Neubau auf der Wiese zwischen Bielertkirche und Kreisverkehr oder einen Umbau des Gemeindezentrums Kolberger Str. (zentraler und schon bisher größter Versammlungsort) hinzudeuten. Das Lützenkirchener Gebäude ist zu klein und nur schwerlich behindertengerecht auszubauen.

Unabhängig von der Entscheidung über die Bauten strebt die Evangelische Kirche stärkere Partnerschaften mit anderen Akteuren, sei es, daß diese in Kirchenräumen Veranstaltungen durchführen, sei es daß die Kirche nichtkirchliche Räume als Veranstaltungsort nutzt.



Ergänzungen der ev. Kirche
„Herausforderungen - GEMEINSAM LÖSEN“
Die Evangelische Kirchengemeinde Opladen gibt eine qualitative Antwort auf quantitative Veränderung.


Derzeit werden in Nordrhein-Westfalen fast ein Drittel der Kirchen beider großen Konfessionen „umgenutzt“. Infolge des Sinkens von Mitgliederzahlen und der dadurch bedingten jährlichen hohen Defizite im Haushalt brauchen Kirchengemeinden zukünftig eine klare Antwort auf den aktuellen Trend.

Im Kirchenkreis Leverkusen gab es in den vergangenen 15 Jahren einen kontinuierlichen Rückgang der Gemeindegliederzahl von knapp 20 Prozent. Hinzu kommt die Veränderung der Bevölkerungsstruktur nach Alter. Der Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge beginnt bereits ab dem Jahr 2020. All das bekommen Kirchengemeinden wie Opladen zu spüren. Wenn dieser Trend anhält, wäre die Opladener Gemeinde in 20 Jahren nur noch halb so groß wie bisher.

Deshalb will diese „anpacken“ und die Herausforderung gemeinsam lösen. Einerseits soll die schon länger anstehende Sanierung der Bielertkirche in naher Zukunft beginnen. Andererseits soll nach langer Beratung unter Einbeziehung von Kirchenkreis und Landeskirche nur noch eines der drei Gemeindezentren erhalten bleiben.

„Wir haben einen komplexen Prozess vor uns. Unser Überleben als Gemeinde hängt von seinem Gelingen ab. Wir sind gezwungen, grundlegende Entscheidungen zu treffen, diese transparent zu kommunizieren und dann koordiniert und effektiv zu handeln“, erzählt Pastor Stephan Noesser, Projektleiter „Herausforderungen - gemeinsam lösen“.

Bei diesem Weg helfen bereits viele mit. Ehrenamtliche Gemeindeglieder haben gemeinsam mit dem Vorsitzenden Yannick Gärtner in diesem Jahr bereits den „Förderverein Bielertkirche e.V.“ für den Erhalt der Bielertkirche gegründet. Durch kulturelle Angebote wie Konzerte und Aktionstage soll die Bielertkirche in den Fokus gerückt und finanzielle Mittel gesammelt werden.
Außerdem sitzt mit im Boot das Institut für soziale Innovation aus Düsseldorf. Nadine Haßlöwer ist hier für Beteiligungsprozesse verantwortlich. Sie unterstützt, den Prozess transparent zu gestalten. „Durch die verschiedenen Angebote und Workshops kann die Evangelische Kirchengemeinde in Opladen so immer mehr Menschen für eine Mitarbeit gewinnen. Gelingt dies, ist das eine großartige Chance für die Gemeinde als auch für deren zukünftigen Generationen“, sagt die Expertin. Neue Formate, eine Verjüngung der Gemeinde, eine bessere Vernetzung und die Öffnung in den Stadtteil sowie weitere niederschwellige Angebote sind hier als erste Ideen bereits erarbeitet worden.

Durch eine Kooperation mit dem Fachbereich Architektur der Hochschule Düsseldorf soll die Gemeinde in einem sogenannten „Werkstattgespräch“ - ein transparentes und kreatives Verfahren mit Studenten_innen - lernen, die aktuelle Situation konstruktiv zu gestalten. Am Ende des Verfahrens, das unter den Studenten als Wettbewerb läuft und am 22. Januar der Gemeinde öffentlich präsentiert und von einer Fachjury prämiert wird, wird die Kirchengemeinde die nächsten Schritte planen. „Der Kirchenkreis Leverkusen hatte aufgrund der finanziellen Situation ein sorgenvolles Auge auf die Gemeinde Opladen geworfen. Aber das hat sich in den vergangenen Monaten gewandelt. Es ist schön, mitanzusehen, dass der Weg transparent gestaltet wird, die Beteiligung und Bereitschaft, sich zu verändern vom Ehrenamt getragen wird und die Gemeinde sich gleichzeitig beratende Hilfe von außen holt. Die evangelische Kirchengemeinde Opladen steht als Vorzeigeprojekt für kirchliche Umstrukturierung“, lautet das momentane Zwischenfazit von Superintendent Gert-René Loerken.
Die Umstrukturierung bedeutet gleichzeitig für einige Gemeindeglieder Trauer und Schmerz. Sie zu begleiten und mitzunehmen ist eine der zentralen Aufgaben der Kirchenleitung. „Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig. Das braucht Zeit! Vertrauen wächst langsam, nur aufgrund guter Erfahrungen. Und diese Erfahrungen machen wir gerade“, erklärt Gunda Lakaschus-Lohrenz, ehrenamtliche Presbyterin der Gemeinde. Elementar wichtig seien auch immer wieder persönliche, respektvolle Gespräche, um sich gegenseitig auszutauschen und zu verstehen.
Das bestätigt Pfarrerin Bettina Növer: „In unserem Reformprozess stehen keineswegs unsere Gebäude im Mittelpunkt. Es geht aber – und das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied - anhand der Gebäudefrage um unsere Befähigung, unserem Auftrag als evangelische Kirche auch künftig gerecht zu werden. Wir wollen Gemeinde Jesu Christi für eine neue Generation bauen!“
Pfarrer Martin Weidner, aktuell Präses der Kirchengemeinde, spricht von der Erfüllung eines Auftrags: „Leitend bei allem ist die christliche Hoffnung gerade in einer Phase großer gesellschaftlicher und politischer Veränderungen und Unsicherheiten. Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: „Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll.“ Das ist auch unsere Aufgabe als christliche Gemeinde: den Generationenvertrag zu erfüllen!“
Wie geht es bei der Evangelischen Kirchengemeinde weiter?
Workshop #4 16. Januar - 19.30 Uhr
Ev. Gemeindezentrum Lützenkirchen

Präsentation Studentenentwürfe:
22. Januar - 19.30 Uhr
Ev. Gemeindehaus am Bielert
Gemeindeversammlung
mit Präsentation Gemeindekonzept
2. Februar - 11 Uhr
Ev. Gemeindehaus Quettingen

Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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