Eröffnung der Ausstellung "Schnitte im Raum. Skulpturale Collagen"


Archivmeldung aus dem Jahr 2011
Veröffentlicht: 19.06.2011 // Quelle: Stadtverwaltung

Bürgermeister Friedrich Busch hielt soeben im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich folgende Rede:

"Sehr geehrter Herr Dr. Haenlein,
sehr geehrte Frau Mende,
sehr geehrter Herr Dr. Heinzelmann,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich möchte Sie sehr herzlich zur Eröffnung der Ausstellung "Schnitte im Raum. Skulpturale Collagen" und zur Übergabe des Justus Bier Preises für Kuratoren an Doreen Mende und Markus Heinzelmann hier im Spiegelsaal von Museum Morsbroich begrüßen.

Wir konnten in den vergangenen Jahren in Morsbroich gemeinsam viele spannende Eröffnungen feiern. Ich erinnere zum Beispiel daran, wie die belgische Künstlerin Ann Veronica Janssens zahlreiche Räume des Schlosses mit künstlichem Nebel gefüllt hat; oder wie Gerhard Richter insgesamt 500 seiner übermalten Fotografien hier im Schloss glanzvoll inszeniert hat. Vielleicht haben Sie auch noch in Erinnerung, wie vor zwei Jahren die jungen lateinamerikanischen Künstlerinnen und Künstler ihre "Revolutionen des Alltäglichen" in den barocken Räumlichkeiten vollführt haben, oder wie die Happenings von Wolf Vostell eindrucksvoll im Schloss wieder zum Leben erweckt und präsentiert wurden.

Ein solches Programm ist immer eine Collage aus unterschiedlichen Ansätzen, Interessen und Überzeugungen. Aber wenn alle Bedingungen optimal zusammen passen, dann klingen diese Unterschiede plötzlich harmonisch zusammen und schlagen einen "Funken Poesie", wie es Max Ernst einmal formuliert hat.

Max Ernst ist als großer Rheinländer und als einer der wichtigsten Vertreter der Collage im 20. Jahrhundert ein geistiger Pate dieser Ausstellung. Und deshalb möchte ich im Folgenden einmal seine Definition der Collage aus dem Jahr 1962 zitieren:

Max Ernst spricht von der "systematischen Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten" - mit dem Ziel, einen "Funke[n] Poesie" zu schlagen, "welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt".

Das ist es, was die Kunst der Collage und was auch dieses Museum und seine Ausstellungen auszeichnet:

  • Dass wir hier auf Gerhard Richter und Wolf Vostell treffen und bei diesem "künstlich provozierten Zusammentreffen" dieser beiden "wesensfremden Realitäten" lernen können, dass sich der eine, nämlich Gerhard Richter, von Beginn an auf die Kunst des anderen, nämlich Wolf Vostell, bezogen hat.
  • Oder dass die lateinamerikanische Kunst eine große Tradition in diesem Haus besitzt, die bis in die 1950er Jahre zurückreicht, und dieser wunderbare Schatz von den Kuratoren des Museums heute wieder gehoben wird.
  • Oder dass ein Gotthard Graubner, dessen zeichnerisches Werk wir gerade in der Grafiketage dieses Hauses bewundern dürfen, schon im Jahr 1969 den Spiegelsaal, in dem wir uns gerade befinden, vernebelt hat und noch heute davon spricht, als wäre es gerade erst passiert.

    Das Wesen einer Collage, das wird Ihnen Dr. Fritz Emslander nachher sicherlich noch genauer erklären, besteht ja darin, dass dort mehrere, sehr unterschiedliche Gegenstände zusammengeführt werden, die einerseits ganz für sich selbst stehen und denen andererseits im Verbund mit den anderen plötzlich ganz neue Bedeutung zuwachsen.

    Im Jahr 2009 wurde das Gesamtbild dieser wunderbaren Collage aus verschiedenen Ausstellungen hier im Haus gewürdigt und das Museum Morsbroich in Leverkusen vom Internationalen Kunstkritikerverband als Deutschlands Museum des Jahres ausgezeichnet. Schon im Jahr davor wurde die Gerhard Richter-Ausstellung zur besten Ausstellung in Nordrhein-Westfalen gewählt. Und in diesem Jahr dürfen sich Doreen Mende und Markus Heinzelmann darüber freuen, mit dem Justus Bier Preis für Kuratoren 2010 ausgezeichnet zu werden. Der Preis wird den Beiden heute zum Abschluss dieser Eröffnungsfeier für den Katalog und die Ausstellung "Projects: Done" mit der in Köln lebenden Fotografin Candida Höfer, die im Jahr 2008 (eigentlich 2009) hier im Museum Morsbroich gezeigt wurde, verliehen.

    Das barocke Schloss Morsbroich kann man als das Schmuckkästchen von Leverkusen bezeichnen. Und jede einzelne Ausstellung, die hier stattfindet, ist ein Juwel, wie die heutige Ausstellung "Schnitte im Raum" wieder auf's Neue beweist. Einzeln und im Zusammenklang haben sie den Ruf der Stadt Leverkusen als ein Leuchtturm der Kultur gefestigt. Die Dichte an Preisen und Auszeichnungen zeigt, dass hier im Haus eine besonders qualitätvolle Arbeit geleistet wird und sich Leverkusen neben Köln, Bonn oder Düsseldorf im Rheinland als Stadt der Kunst und Kultur behauptet.

    Ich danke daher dem Vorsitzenden der Jury, Dr. Carl Haenlein, und den Stiftern des Justus Bier Preises, der "Helga-Pape Stiftung Jens und Helga Howaldt", für ihr erfreuliches Urteil. Und ich danke Candida Höfer, den Architekten Kuehn Malvezzi, Doreen Mende, Markus Heinzelmann und allen, die die "Projects: Done" möglich gemacht haben, für ihren künstlerischen und kuratorischen Einsatz für das Museum Morsbroich.

    Ein großer Dank geht auch an die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung "Schnitte im Raum" und an die Sparkasse Leverkusen, die es möglich gemacht hat, dass wir die "Skulpturalen Collagen" heute gemeinsam genießen dürfen.

    Ich freue mich über die spannende Ausstellung, die große Ehre der Auszeichnung, die Morsbroich heute zuteil wird, und wünsche uns allen eine gelungene Eröffnung. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!"
    Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Kultur
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