Erste Erkundungsbohrungen für die neue Rheinbrücke bei Leverkusen


Archivmeldung aus dem Jahr 2014
Veröffentlicht: 13.02.2014 // Quelle: strassen.nrw

So genannte Erkundungsbohrungen sind das erste sichtbare Zeichen für den Neubau der Rheinbrücke bei Leverkusen und den weiteren Neubau der A1 in östlicher Richtung. In den kommenden sechs Monaten sollen bis zu 300 solcher Bohrungen zwischen Köln-Niehl und Leverkusen-West den Ingenieuren helfen, den optimalen Verlauf der neu ausgebauten A1 zu finden. Die A1 wird zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl und dem Autobahnkreuz Leverkusen auf acht Fahrstreifen verbreitert, die Rheinquerung wird neu gebaut. Die ersten 17 Erkundungsbohrungen finden nach Angaben des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalen ab der kommenden Woche statt. Gebohrt wird in den nächsten Monaten rechts und links des Rheins, unter anderem auch im Gebiet der Altlablagerung "Dhünnaue".
"Wir benötigen die Probebohrungen, um Aufschlüsse über den Baugrund zu erhalten. Insbesondere interessieren uns das so genannte Tragverhalten und die Beschaffenheit des Bodens. Daraus leiten wir wiederum mögliche Trassenvarianten ab und können festlegen, wie die neue Autobahn und die neue Rheinbrücke im Untergrund verankert - wir sprechen von Bauwerksgründung - werden können. Weiterhin können wir mit genauer Kenntnis des Untergrundes die anfallenden Kosten, die sowohl bei den zu untersuchenden Trassen- und Gründungsalternativen aber auch im Zusammenhang mit der notwendigen Entsorgung des anfallenden Bodenmaterials anfallen, genauer bestimmen", erläuterte Christoph Jansen, Projektleiter bei Straßen.NRW für den Autobahnausbau.

"Die Stadtverwaltung begrüßt den Beginn des Bauprojekts ausdrücklich. Leverkusen ist im Interesse seiner Bürger und seiner Wirtschaftsunternehmen auf eine gute und funktionierende Infrastruktur und die Aufrechterhaltung geordneter Verkehrsströme über die A1 angewiesen", betonte Andrea Deppe, Leverkusens Baudezernentin.

Bis zu 40 Meter tief - aber sicher
Für die Bohrungen auf dem Gebiet der Altablagerung "Dhünnaue" haben Straßen.NRW, die Stadt Leverkusen und der Chempark-Betreiber Currenta ein Sicherheitskonzept abgestimmt. Um die Autofahrer auf der Autobahn nicht abzulenken, wird das Bohrfeld zur Autobahn hin mit einem Sichtschutz versehen. Das bei den Bohrungen anfallende "Bohrgut" wird in verschließbaren Containern gesammelt, bevor es analysiert und auf dem Gelände im Entsorgungszentrum von Currenta entsorgt wird. Straßen.NRW stellt anhand der Zusammensetzung des zu Tage geförderten Materials unter anderem fest, wie standfest der Baugrund für die neue Rheinbrücke ist. Die Bohrungen gehen bis in eine Tiefe von 40 Metern. Nachdem die Bohrkerne entnommen wurden, werden die Bohrlöcher ordnungsgemäß verschlossen, so dass die Oberflächenabdichtung der "Dhünnaue" wieder intakt ist.
Joachim Beyer, im Geschäftsfeld Umwelt bei Currenta verantwortlich für die Sonderabfallverbrennungsanlagen und Deponien, hat sich intensiv mit den bevorstehenden Arbeiten im Bereich rund um das Autobahnkreuz Leverkusen West auseinandergesetzt. "Wir kennen uns mit der sicheren Entsorgung und dem umweltverträglichen Umgang mit dem anfallenden Bohrgut aus. Auch der Aushub, der später bei den Bauarbeiten anfallen wird, stellt für uns kein Problem dar", so Beyer. "Das von Straßen.NRW vorgelegte Entsorgungskonzept ist stimmig. Gemeinsam werden wir eine fach- und sachgerechte Entsorgung gewährleisten", ergänzt er. Einen wesentlichen Vorteil sieht Beyer in der unmittelbaren Nähe des Chempark-Entsorgungszentrums zum Ausbauabschnitt. Lange Transportwege über öffentliche Straßen entfallen damit.

Neubau beginnt 2017
Straßen.NRW bereitet aktuell den Neubau einer Rheinquerung bei Leverkusen vor. 2017 soll mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden. Nach derzeitigem Planungsstand kann, wenn die erste Brückenhälfte fertig ist, auf der dann schon der Verkehr laufen wird, 2020 die marode alte Brücke abgerissen werden. Bis 2023 soll dann die komplette neue Brücke unter Verkehr genommen werden. Straßen.NRW schätzt die Kosten für die neue Brücke auf mehr als 400 Millionen Euro. 120.000 Fahrzeuge queren derzeit täglich den Rhein zwischen Köln und Leverkusen, dazu gehören mehr als 12.000 LKW. Ursprünglich war die Rheinbrücke für eine tägliche Belastung mit 40.000 Fahrzeugen in den 1960er Jahren geplant und gebaut worden.
Die neue Rheinquerung ist Teil des seit Jahren laufenden Ausbaus des Kölner Autobahnrings. In einem weiteren Abschnitt folgen der Neubau der A1 in östlicher Richtung sowie der Neubau der A3 zwischen Leverkusen-Zentrum und -Opladen, inklusive der Neugestaltung des Autobahnkreuzes von Leverkusen.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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