Start des Telenotarzt-Systems "Bergisches Land" Interkommunale Zusammenarbeit für eine moderne Notfallversorgung

24.06.2025 // Quelle: Feuerwehr


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Leverkusen wird ab dem 1. Juli 2025 Hauptstandort des neuen Telenotarztsystems "Bergisches Land". Nach einer Pilotphase startet der Regelbetrieb, der eine telemedizinische Unterstützung für Rettungskräfte in Echtzeit ermöglicht. Sechs Gebietskörperschaften, darunter Leverkusen, haben sich zusammengeschlossen, um die Notfallversorgung zu optimieren und Überlastungen zu vermeiden. Der innovative Ansatz verbessert die medizinische Versorgung und entlastet das Rettungsfachpersonal. Minister Karl-Josef Laumann und Oberbürgermeister Uwe Richrath loben die interkommunale Kooperation als zukunftsweisend. Das System wird schrittweise ausgebaut und verspricht eine qualitativ hochwertige Notfallrettung für rund 1,3 Millionen Menschen im Bergischen Land.

Leverkusen (ots) -

Zum 1. Juli 2025 startet das Telenotarztsystem "Bergisches Land" in den Echtbetrieb. Nach einer einmonatigen Pilotphase, in der die ersten Rettungswagen der sechs beteiligten Gebietskörperschaften technisch erprobt und Einsatzkräfte geschult wurden, beginnt dann offiziell der Regelbetrieb.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Kreis Mettmann sowie die Städte Remscheid, Solingen, Wuppertal und Leverkusen haben sich mit Unterzeichnung einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung im Januar 2023 zur Einführung eines gemeinsamen Telenotarzt-Systems zusammengeschlossen. Hauptstandort ist die Stadt Leverkusen. Kernträger und offizieller Ansprechpartner für die Kostenträger ist der Kreis Mettmann.

Das System wurde heute auf der Hauptfeuer- und Rettungswache in Leverkusen in Anwesenheit von Teilnehmenden aus allen beteiligten Städten und Kreisen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das System ermöglicht Notärztinnen und Notärzten, Einsatzkräfte vor Ort über eine sichere Telefon- und Internetverbindung in Echtzeit telemedizinisch zu unterstützen. Sie können audiovisuell mit dem Rettungsdienst kommunizieren, Vitaldaten live abrufen und im Bedarfsfall die Gabe von Medikamenten anordnen. Dabei befindet sich der Telenotarzt bzw. die Telenotärztin nicht selbst am Einsatzort, sondern arbeitet zentral aus den Leitstellen der Feuerwehr Leverkusen oder dem Kreis Mettmann heraus. Wenn die TNA-Zentrale Bergisches Land nicht erreichbar sein sollte, wird der Anruf an das TNA-System des Main-Kinzig-Kreises (Hessen) oder der Stadt Aachen (Telenotarzt West) weitergeleitet, welche über dieselbe Systemtechnologie verfügen und vernetzt sind.

Durch das TNA-System können eine qualitativ hochwertige und zuverlässige Notfallrettung gewährleistet und gleichzeitig eine Überlastung von Einsatzkräften sowie Fehlalarme und unnötige Einsatzfahrten vermieden werden.

Der Ausbau erfolgt schrittweise. Zunächst sind pro Gebietskörperschaft zwei Rettungswagen mit Telenotarzt-Technik im Einsatz. Die weiteren Rettungswagen werden später nach und nach ausgerüstet. Das System wird insgesamt stufenweise ausgebaut; mit einem Vollbetrieb ist daher erst im nächsten Jahr zu rechnen.

Die Zusammenarbeit über sechs Gebietskörperschaften hinweg zeigt, wie interkommunale Kooperation in der Notfallversorgung zukunftsweisende Modelle ermöglicht. In Nordrhein-Westfalen gehört das TNA-System Bergisches Land zu den ersten, die an den Start gehen. Darüber hinaus kann durch die überregionale Anbindung (Aachen, Main-Kinzig-Kreis) auch über Landesgrenzen hinaus eine telemedizinische Versorgung gewährleistet werden.

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, würdigt den Start des Systems: "Es freut mich sehr, dass das Telenotarztsystem "Bergisches Land" jetzt in den Regelbetrieb geht und die beteiligten Kreise und kreisfreien Städte ihre Strukturen auf dieses System umstellen. Davon profitieren in erster Linie die Patientinnen und Patienten durch eine noch optimalere Versorgung. Zudem können die diensthabenden Notärztinnen und Notärzte effizienter und zielgerichteter eingesetzt werden. Das Telenotarztsystem bietet nicht zuletzt die Möglichkeit, das professionelle und hervorragend ausgebildete Rettungsfachpersonal bestmöglich zu unterstützen. Nach wie vor bleibt Nordrhein-Westfalen bundesweiter Vorreiter im Bereich telenotfallmedizinischer Leistungen in der Notfallrettung. Darauf können wir stolz sein. Ich danke allen beteiligten Kreisen und kreisfreien Städten für das Engagement zur Einführung des Telenotarztsystems im Bergischen Land."

"Mit dem Start des Telenotarzt-Systems gehen das Bergische Land und die Stadt Leverkusen als Hauptstandort einen innovativen Weg, um die rettungsdienstliche Versorgung zukunftsfest aufzustellen", erklärt Oberbürgermeister Uwe Richrath. "Dieses bedeutende interkommunale Projekt setzt Maßstäbe und ist ein großer Schritt in Richtung Digitalisierung und Verbesserung der Notfallversorgung für die Bürgerinnen und Bürger im Bergischen Land."

Landrat Thomas Hendele (Mettmann) ergänzt: "Das System hilft, Rettungsmittel zielgerichteter einzusetzen und Einsatzkräfte zu entlasten - ohne Einbußen in der Qualität der Versorgung."

Matthias Nocke, Dezernent für Kultur und Sport & Sicherheit und Ordnung der Stadt Wuppertal, erklärt: "Der Start des Telenotarzt-Systems 'Bergisches Land' ist ein bedeutender Meilenstein für die interkommunale Zusammenarbeit in Wuppertal und der Region. Es zeigt, wie moderne Technologien unsere Notfallversorgung verbessern und Leben retten können. Gemeinsam setzen wir ein starkes Zeichen für eine zukunftsorientierte, effiziente und bürgernahe Rettungsarbeit - für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger im Bergischen Land."

Solingens Gesundheitsdezernent Jan Welzel: "Mit den Rettungsdiensten stellen wir uns den Veränderungen und gestalten den Prozess aktiv - und das in regionaler Kooperation. Mit dem System decken wir künftig ein Gebiet mit rund 1,3 Millionen Menschen ab. Und zwar ohne den wichtigen zwischenmenschlichen Aspekt zu vernachlässigen. Denn die Behandlung durch die Rettungssanitäterinnen und - Rettungssanitäter bleibt."

Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz betont: "Dieses innovative Projekt, an dem mehrere Kommunen und Kreise zusammenarbeiten, zeigt, wie interkommunale Kooperationen zukunftsweisende Lösungen ermöglichen können. Durch die Digitalisierung und den Einsatz moderner telemedizinischer Technologien verbessern wir die Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger erheblich. Damit erhöhen wir die Qualität und Effizienz unserer Rettungsdienste und entlasten gleichzeitig die Einsatzkräfte. Ich bin stolz darauf, dass wir mit diesem Projekt einen großen Schritt in Richtung einer modernen, zukunftssicheren Notfallversorgung gehen und die Versorgung im Bergischen Land damit auf ein neues Niveau heben."

Umsetzung in Kooperation mit ADAC Telenotarzt gGmbH und umlaut telehealthcare

Die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit der ADAC Telenotarzt gGmbH (Betrieb TNA-Zentralen und Personalgestellung) und der zu Accenture gehörenden umlaut telehealthcare. Beide Partner verfügen bereits über Erfahrung auf dem Gebiet der Telenotfallmedizin bzw. in der Entwicklung, Integration und dem Betrieb telemedizinischer Lösungen für die Notfallmedizin und den Katastrophenschutz.

"Mit unserem Telenotarzt-System digitalisieren wir die Rettungskette im Bergischen Land und schaffen so die Grundlage für eine sichere, effiziente und zukunftsfähige Notfallversorgung. Wir entlasten damit nicht nur die Einsatzkräfte vor Ort, sondern verbessern auch die medizinische Versorgung für die Menschen in der Region", sagt Bernd Valentin, Geschäftsführer der umlaut telehealthcare.

"Wir freuen uns sehr, dass die Trägergemeinschaft uns das Vertrauen geschenkt hat. Insbesondere, weil die Kommunen mit ihrer Ausschreibung einen innovativen Weg beschritten haben und Teil eines überregionalen Telenotarzt-Netzwerks werden möchten. Auch die Idee von zwei Standorten in der Region zeigt die zukunftsfähige Ausrichtung des Konzeptes und bietet die Grundlage für Redundanz und Ausfallsicherheit. Es kann losgehen, wir sind da, wir sind bereit", sagt Andreas Estermeier, Geschäftsführer der ADAC Telenotarzt gGmbH:

Hintergrund:

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) hat die flächendeckende landesweite Einführung von Telenotarzt-Systemen per Erlass vorgegeben. Mehrere Gebietskörperschaften mussten sich zu Trägergemeinschaften eines Systems zusammenschließen, welches wenigstens 1 Millionen Einwohner versorgt (Letter of Intent am 14.11.2019 sowie Erlass des MAGS vom 20.12.2023).

Fachberatend war bei der Umsetzung des interkommunalen Telenotarzt-Systems das Aachener Institut für Rettungsmedizin und zivile Sicherheit (ARS) beteiligt, welches als Bindeglied zwischen dem Land NRW und der Trägergemeinschaft fungiert hat und auch weiter zur Verfügung steht.

Nach Abschluss des Ausschreibungs- und Vergabeverfahrens sowie der Auftragsvergabe für die notwendigen Komponenten erfolgte am 09.10.2024 auf der Hauptfeuer- und Rettungswache Leverkusen unter Teilnahme von Vertreterinnen und Vertretern aller Gebietskörperschaften und der beauftragten Firmen der Start für den Systemaufbau und die konkrete technische Umsetzung des Projektes. Die Planungsphase umfasste die Erarbeitung einer Projektstruktur sowie eines zeitlichen Ablaufs für Systemaufbau, Schulung und Inbetriebnahme.

Die technische Ausstattung der für den Telenotarzt-Betrieb vorgesehenen Rettungswagen besteht aus einer zentralen Kommunikationssteuerungseinheit mit mehrfach redundanter Mobilfunkanbindung, die in der Lage ist, die Daten des EKG-Monitor-Systems zu übertragen, die Sprechverbindung über Headsets zu ermöglichen sowie Foto- und Videobilder an die Telenotarztzentrale zu senden.

Original-Content von: Feuerwehr Leverkusen, übermittelt durch news aktuell

Tags: NRW, Feuerwehr


Themen aus dem Artikel: Stadt Leverkusen, Oberbürgermeister, Accenture, ADAC

Kategorie: Gesundheit
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