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Warum wurde SK-Elektronik nicht das Gewerbegebiet an der Solinger Straße angeboten?

Veröffentlicht: 13.07.2021 // Quelle: Rüdiger Scholz

Als einen weiteren schmerzlichen Verlust eines wichtigen Unternehmens bezeichnet das CDU-Ratsmitglied Rüdiger Scholz die Abwanderung der Firma SK-Elektronik in die Nachbarstadt Burscheid und stellt die Frage, warum dem Unternehmen nicht ein Grundstück an der Solinger Straße angeboten wurde. Er erklärt dazu:

„Mit der Firma SK-Elektronik verliert Leverkusen in einem wichtigen Segment einen innovativen Weltmarktführer an die Nachbarstadt. Das ist ein schmerzlicher und großer Verlust. Dies vor allem vor dem Hintergrund, weil man der Firma kein entsprechendes Grundstück mit Entwicklungspotenzial präsentieren konnte.

In Burscheid hat SK-Elektronik ein 5.000 m² großes Grundstück gefunden und wird nun seine Aktivitäten dorthin verlagern. Das Gewerbegebiet an der Solinger Straße in Leverkusen umfasst 8 ha, also 80.000 m² und steht noch vollkommen leer. Das ist das sechszehnfache dessen, was SK-Elektronik nun in Burscheid belegt. Da stellt sich schon die Frage, warum es nicht gelungen ist, das Unternehmen in Leverkusen zu halten.

Wir haben die Gewerbesteuer gesenkt. Das war richtig und wichtig. Nun müssen wir uns aber in Leverkusen eindringlich mit den Rahmenbedingungen zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen beschäftigen.

Offensichtlich nimmt niemand die vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote in unserer Stadt zur Kenntnis. Im letzten Monat waren 7,8 Prozent der Menschen ohne Beschäftigung. Das sind 24 Prozent mehr als im Arbeitsamtsbezirk Bergisch Gladbach (6,3 %-Quote) und sogar 37 Prozent mehr als die Arbeitslosenquote in ganz Deutschland (5,7 %). Selbst gegenüber dem strukturschwachen Sachsen-Anhalt haben wir eine um 8 Prozent höhere Quote (7,2 %). Und den Bayer-Standort Bitterfeld schlagen wir um 13 Prozent (6,9 %-Quote).

Das ist für Leverkusen, das einmal die Apotheke der Welt war, eine niederschmetternde Entwicklung. Gewerbesteuerzahler nach Leverkusen zu holen ist wichtig. Ebenso wichtig ist es aber, die Zahl der Beschäftigten in gut bezahlten Tätigkeiten in unserer Stadt deutlich zu erhöhen. Da ist der Verlust von SK-Elektronik sehr bitter.

Wir müssen in Leverkusen künftig alles unternehmen, um die guten und ortsansässigen Firmen in der Stadt zu halten. Sie schaffen nicht nur Arbeit und zahlen Gewerbesteuer, sie leisten auch einen bedeutenden Beitrag für die Ausbildung junger Menschen.

Wir müssen uns in Leverkusen neue Ziele setzen. So wie wir 1.000 Sozialwohnungen in fünf Jahren bauen wollen, so muss sich die Verwaltung vornehmen, die Rahmenbedingungen für zusätzliche 1.500 Arbeitsplätze bis 2025 zu schaffen, damit wir die örtliche Arbeitslosenquote wenigstens auf den Durchschnitt in unserem Arbeitsamtsbezirk senken. Jede Person in Arbeit versorgt statistisch zwei weitere in seinem familiären Umfeld. Mit 1.500 neuen Beschäftigten könnte für rund 4.500 Menschen in Leverkusen eine Grundlage für ein Leben durch Erwerbsarbeit gelegt werden.

Eines ist klar. Sozial ist, was Arbeit schafft. Das muss die Leitlinie für Leverkusen in den kommenden Jahren sein.“

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