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Gesamtbetriebsvereinbarung regelt sozialverträgliche Stellenanpassungen und Zukunft der deutschen Standorte

Veröffentlicht: 02.10.2019 // Quelle: Bayer AG

Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Bayer AG haben eine umfassende Gesamtbetriebsvereinbarung zur Zukunftssicherung bis zum Jahr 2025 abgeschlossen. Die Vereinbarung bekräftigt und präzisiert die Inhalte der gleichnamigen Gemeinsamen Erklärung der Betriebsparteien vom November 2018. Zentraler Bestandteil ist die Verpflichtung des Unternehmens, in den großen Konzerngesellschaften in Deutschland bis Ende 2025 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Darüber hinaus enthält die Vereinbarung Zusagen für umfangreiche Zukunftsinvestitionen an den deutschen Unternehmensstandorten sowie zur Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen bei Bayer.

„Um die Wachstumspotenziale unserer Life-Science-Geschäfte optimal zu nutzen, haben wir im vergangenen Jahr ein umfassendes Programm angekündigt, mit dem wir die Produktivität sowie die Innovationskraft erhöhen und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Bayer deutlich verbessern werden“, erklärt Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Baumann. „Die Vereinbarung zur Zukunftssicherung 2025 konkretisiert die Umsetzung des Programms in Deutschland und unterstreicht dabei einmal mehr, dass wir gemeinsam zu Lösungen gekommen sind, um die notwendigen Veränderungen im Unternehmen fair, sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen.“

„Der bis Ende 2025 zugesagte Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von großer Bedeutung, denn er gibt den Beschäftigten die nötige Sicherheit, ohne die die anstehenden Veränderungen und der eingeleitete Abbau von Arbeitsplätzen nicht konstruktiv gestaltet werden können“, sagt Oliver Zühlke, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Bayer AG. „Das klare Bekenntnis zum Standort Deutschland, die erheblichen Investitionen in die dortigen Unternehmensstandorte sowie die personalpolitischen Initiativen richten den Blick zugleich nach vorn und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Bayer auch in Zukunft ein starker und attraktiver Arbeitgeber bleiben wird“, so Zühlke weiter.

Sozialverträgliche Stellenanpassungen ohne betriebsbedingte Kündigungen
Die Gesamtbetriebsvereinbarung und der in ihr enthaltene Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2025 gilt für die insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten der Bayer AG, Bayer Business Services GmbH, Bayer Direct Services GmbH, Bayer Intellectual Property GmbH, Bayer Real Estate GmbH und Pallas Versicherung AG in Deutschland. Für die Bayer Animal Health GmbH in Monheim, deren Verkauf im August vereinbart wurde, sind betriebsbedingte Beendigungskündigungen ebenfalls solange ausgeschlossen.

In der Gesamtbetriebsvereinbarung bekräftigten das Unternehmen und der Gesamtbetriebsrat, den angekündigten Abbau von ca. 4.500 Stellen in Deutschland fair und sozialverträglich zu gestalten. Das wichtigste Instrument dafür bleiben freiwillige Aufhebungsverträge, für die Bayer bereits seit Februar flexible Modelle mit attraktiven Konditionen für Beschäftigte unterschiedlicher Altersgruppen anbietet.

Darüber hinaus sollen betroffenen Beschäftigten im Rahmen einer „Orientierungsberatung“ sowohl interne als auch externe Perspektiven aufgezeigt werden. Sofern keine nachhaltige interne Beschäftigungsoption gefunden werden kann, soll mit Hilfe eines „New Placement Centers“ eine berufliche Neuorientierung auch außerhalb des Bayer-Konzerns unterstützt werden. Derzeit laufen in den entsprechenden Gremien die Verhandlungen über die konkrete Umsetzung des Arbeitsplatzabbaus in den einzelnen Funktionen und Abteilungen.

„Wir sind angesichts der positiven Resonanz auf unsere Abfindungsmodelle zuversichtlich, die angekündigte Reduktion von Arbeitsplätzen bis Ende 2021 überwiegend durch freiwillige Aufhebungsverträge realisieren zu können“, sagt Bayer-Personalvorstand und Arbeitsdirektor Dr. Hartmut Klusik. „Die zusätzlichen Instrumente verschaffen uns darüber hinaus weitere Möglichkeiten, bei Bedarf neue berufliche Perspektiven für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden.“

Umfangreiche Investitionen in die deutschen Unternehmensstandorte
Bayer bekennt sich in der „Zukunftssicherung 2025“ nachdrücklich zum Standort Deutschland und wird die dortigen Unternehmensstandorte in den kommenden sechs Jahren mit zahlreichen konkreten Maßnahmen stärken und zukunftsorientiert weiterentwickeln. Alleine bis 2022 sollen etwa 1,5 bis 2 Milliarden Euro in die deutschen Unternehmensstandorte investiert werden. Darüber hinaus ist geplant, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei Bayer in den nächsten Jahren kontinuierlich zu steigern. So sollen von 2019 bis 2022 weltweit rund 35 Milliarden Euro in Zukunftsinvestitionen fließen, mehr als zwei Drittel davon in Forschung und Entwicklung. Hiervon entfallen ca. 50 Prozent auf Deutschland.

Die Vereinbarung bestimmt zudem, dass für Bayer wesentliche zukunftsorientierte Entwicklungen aus Deutschland heraus initiiert und getrieben werden. Die Division Pharmaceuticals investiert derzeit beispielsweise in den weltweiten Aufbau neuer Kapazitäten in Zukunftsfeldern der Forschung wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz oder neue therapeutische Wirkstoffklassen. Etwa die Hälfte dieser Aktivitäten wird in Deutschland stattfinden, wodurch hier rund 150 neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen werden.

Bayer soll einer der attraktivsten Arbeitgeber bleiben
Bayer gehört seit Jahren ausweislich verschiedener Rankings zu den attraktivsten Arbeitgebern Deutschlands. Die hervorragende Position im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte möchte das Unternehmen in den kommenden Jahren durch eine innovative Personalpolitik weiter festigen. So soll die Weiterbildung der Beschäftigten vor allem im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung gestärkt, die bestehenden Modelle zur flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit ausgeweitet, Arbeitskultur und Arbeitsbedingungen zeitgemäß weiterentwickelt sowie die Vergütungsstruktur und Altersversorgung weiter verbessert werden. Darüber hinaus wird Bayer auch in Zukunft über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden, junge Hochschulabsolventen einstellen und sein bewährtes Starthilfe-Programm zur Einstiegsqualifizierung benachteiligter Jugendlicher fortsetzen.

„Bayer wird auch in Zukunft auf hohem Niveau ausbilden und alles dafür tun, um weiterhin einer der begehrtesten Arbeitgeber für qualifizierte Nachwuchskräfte zu bleiben. Zu unserer Attraktivität haben nicht zuletzt die vielen innovativen Modelle und Angebote für unsere Beschäftigten beigetragen, die wir in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern entwickelt haben. Diese erfolgreiche Personalpolitik wollen wir engagiert fortsetzen“, betont Klusik.


Ursprünglich sollte die Gesamtbetriebsvereinbarung bereits im ersten Quartal geschlossen werden.

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