Stadtplan Leverkusen
08.02.2019 (Quelle: Klinikum)
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Schüler lernen Leben retten


Neuntklässler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasium trainieren mit Leverkusener Chefärzten Herzdruckmassage, um im Ernstfall Leben retten zu können

In Deutschland überleben nur 20 % der von einem plötzlichen Herz-stillstand betroffenen Personen, 70.000 bis 100.000 sterben, weil sie nicht erfolgreich vom Rettungsdienst wiederbelebt werden können. Die beiden Leverkusener Chefärzte Schwimmbeck und Eichhorn wollen dies ändern.

Prüfen, Rufen, Drücken
Dabei ist es für die Betroffenen entscheidend, dass so früh wie möglich mit der Reanimation begonnen wird. Diese kann durch geschulte Laien erfolgen, in dem sie den Rettungsdienst rufen und eine Herzdruckmassage durchführen. In Deutschland sind im europäischen und internationalen Vergleich viel weniger Menschen in Herzdruckmassage geschult. Um das zu ändern und junge Leute zu ermutigen, im Notfall aktiv zu werden, vermittelten die beiden Leverkusener Mediziner gestern den Schülern der neunten Klasse die richtige Vorgehensweise bei einem Herzstillstand. Bereits zum dritten Mal veranstalteten Prof. Dr. Peter Schwimmbeck, Direktor der Kardiologie, und Privatdozent Dr. Joachim G. Eichhorn, Direktor der Kinderklinik, ein Reanimationstraining am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Trainiert wird an speziellen Übungspuppen.

Nichtstun ist der einzige Fehler
„Verkehrt ist nur, wenn man nichts tut“, sagt der Chefkardiologe Professor Schwimmbeck. Das menschliche Gehirn kann bis zu sieben Minuten ohne Sauerstoff auskommen, ohne permanente Schäden davon zu tragen. Bleibt es jedoch zehn Minuten ohne Sauerstoff, erleidet das Gehirn irreversible Schäden. Die durchschnittliche Zeit, die ein Krankenwagen in Leverkusen zum Unfallort benötigt, beträgt fünf bis acht Minuten. Somit würde ein Betroffener ohne Erste Hilfe bis zum Eintreffen der Rettungskräfte eventuell nicht überleben. Allein ins Klinikum Leverkusen kommen pro Woche eins bis zwei reanimierte Patienten.

Die Schüler Jan, Felix und Paul sind mit Engagement bei der Sache: „Ich finde das Training super. Ich fühle mich jetzt besser vorbereitet und traue mir zu im Ernstfall zu helfen“, sagt Martin während die drei mit gleichmäßigen Bewegungen die Herzdruckmassage an der Lernpuppe ausprobieren. Paul ergänzt: „Ich denke, bei einem echten Menschen hilft einem das eigene Adrenalin durchzuhalten, bis der Rettungswagen kommt.“

Die Save A Life-Playlist
Mit der Schulaktion wollen die Ärzte den Schülerinnen und Schülern Mut machen und das Rüstzeug an die Hand geben, im Ernstfall für das Leben eines anderen zu kämpfen. „Zuerst wird der Notruf 112 gewählt und dann massiert“, so lautet die Anweisung von Dr. Eichhorn, „und das solange bis der Rettungswagen eintrifft – es sei denn, die Person kommt wieder zu Bewusstsein.“

Die Herausforderung besteht insbesondere darin, mit gestreckten Armen und dem Einsatz des eigenen Körpergewichtes Genügend Kraft aufzubauen, um das Brustbein 5 - 6 cm nach unten zu drücken, ca. 100 - 120 x pro Minute, bis zum Eintreffen der Sanitäter. Ob sie es richtig machen, zeigt die Übungspuppe durch Klickgeräusche an.

Um den richtigen Rhythmus zu finden, kann man zum Beispiel (laut oder leise) singen, „Atemlos“ von Helene Fischer, „Get lucky“ von Daft Punk oder „Night Fever“ von den Bee Gees sind Songs mit dem passenden Beat. Bei den Musik-Streamingdiensten gibt es sogar fertige Playlists für den Ernstfall.
Ärzte und Lehrerschaft des Leverkusener Gymnasiums sind sich am Ende des spannenden und aktiven Tages einig, das Projekt auch in Zukunft fortzuführen zu wollen.


Bilder, die sich auf Schüler lernen Leben retten beziehen:
07.02.2019: Reanimationstraining

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Letzte Änderung am 18.02.2019 13:25 von leverkusen.
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