„Offen und fair miteinander umgehen“

Oberbürgermeister Richrath über Currentas zweiten Akzeptanzbericht

Archivmeldung aus dem Jahr 2019
Veröffentlicht: 29.01.2019 // Quelle: Currenta

Tage der offenen Tür, frühe Öffentlichkeitsbeteiligung, Nachbarschaftsbüros, Dialog im Social Web – die Informationsbedürfnisse zu Produktionsprozessen und Investitionsvorhaben in der chemischen Industrie steigen und wandeln sich stetig. Diesen Ansprüchen stellt sich Currenta – gegenüber der Landespolitik, aber ganz besonders in den Standortgemeinden Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen. Denn Akzeptanz im nachbarschaftlichen Umfeld hat für den Chempark-Betreiber hohe Priorität – sie ist quasi die Geschäftsgrundlage. Die Öffentlichkeitsarbeit gegenüber der Nachbarschaft sowie lokalen und überregionalen Stakeholdern nimmt der neue Akzeptanzbericht unter die Lupe: Zum zweiten Mal – nach der Erstauflage vor drei Jahren – hat ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut untersucht: Welche Themen sind akzeptanzfördernd? Wo bietet Currenta bereits die richtigen Formate? Und wo muss das Unternehmen besser werden? Befragt wurden hierbei auch die Stadtoberhäupter der Standortkommunen.

Oberbürgermeister Richrath schätzt und fordert Chempark
„Mit 31.000 Beschäftigten ist die Bedeutung des Chempark sehr hoch“, erklärt Oberbürgermeister Uwe Richrath. Und weiter: „Viele Menschen starten dort in ihr Berufsleben. Der Chempark ist der größte Arbeitgeber und wichtiger Partner der Stadt. Er ist sogar die Grundlage für die Stadtentwicklung. Der Ursprung der städtischen Entwicklung ist das Bayer-Werk. Ohne die Verbindung zwischen Siedlung und Industrie wäre die Entwicklung der Stadt Leverkusen nämlich so nicht möglich gewesen. Ich selbst bin Leverkusener in dritter Generation, ich bin hier aufgewachsen und habe Bayer beziehungsweise dann später den Chempark immer als zuverlässigen Partner wahrgenommen.“ Gerade deshalb sieht das Stadtoberhaupt das Werk am Rhein auch in einer besonderen Pflicht: „Ich erwarte Transparenz und natürlich Sicherheit. Das ist bei Chemieunternehmen und Betreibern von Chemieparks extrem wichtig. Nur so kann sich Vertrauen weiterentwickeln. Ich verstehe das Verhältnis von Chempark und Stadt außerdem als ein Geben und Nehmen. Dabei soll der Chempark nicht nur einen wirtschaftlichen Beitrag leisten, sondern gesellschaftlicher Akteur in Leverkusen sein. Chempark und Leverkusener sollten partnerschaftlich miteinander verbunden sein.“

Gleichzeitig würdigt Richrath die bestehende Zusammenarbeit mit dem Chempark-Betreiber und deren Erfolge: „Ich arbeite gemeinsam mit Currenta beispielsweise bei wichtigen Infrastrukturthemen eng zusammen. So auch bei der Planung und dem Bau des Dükers – dem begehbaren Rheintunnel zwischen Leverkusen und Köln. Ich möchte, dass sich der Standort Leverkusen weiterentwickelt und ein starker Standort in Europa bleibt. Das möchte Currenta ebenfalls. Und auch bei kritischen Themen müssen wir offen und fair miteinander umgehen. Bei der Leverkusener Brücke ist es uns zum Beispiel gelungen, eine sachliche Diskussion zu führen und nicht auf die emotionale Ebene abzugleiten. Beide Seiten haben über den gesamten Prozess hinweg einen konstruktiven Austausch geführt und sich immer wieder in den Prozess eingebracht.“

Für die Zukunft kann sich der Oberbürgermeister ein noch intensiveres Engagement vorstellen: „Ich würde gerne das vorhandene Know-how aus der Forschung und Entwicklung stärker in Kitas und Schulen transferieren – sozusagen als naturwissenschaftliche Stimulanz. Das passiert an einigen Stellen schon, könnte aber noch professioneller und offensiver betrieben werden“, so Richrath.

Anspruch des Chempark-Betreibers Currenta
„Der Bericht ist das Bekenntnis, dass Akzeptanz für uns weiterhin ein wichtiges Thema ist und auch in Zukunft bleiben wird. Wir wollen gewollt sein – das ist unser Ziel – und deshalb haben wir zum zweiten Mal gefragt, ob wir genug und vor allem das Richtige tun, um uns Akzeptanz zu verdienen“, erklärte Dr. Günter Hilken, Geschäftsführer des Chempark-Betreibers Currenta, bei der Vorstellung des neuen Akzeptanzberichts am heutigen 29. Januar 2019. „Wir haben uns auf den guten Ergebnissen des ersten Berichts nicht ausgeruht. Im Gegenteil. Wir haben sie als Impuls für weitere Aktivitäten genutzt“, so Hilken. Zum Beispiel das Nachbarschaftsmagazin Chempunkt, das viermal im Jahr in einer Auflage von 250.000 Stück an die Haushalte rund um die drei Chempark-Standorte verteilt wird und transparent macht, was hinter dem Werkszaun passiert. Oder die stärkere Fokussierung der Themen Sicherheit und Umwelt. Außerdem setzt sich Currenta im „Klimadiskurs.NRW e.V.“ intensiv für den offenen Dialog und ein gemeinsames Handeln von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ein.

Unabhängige qualitative und quantitative Befragungen
Für den zweiten Akzeptanzbericht hat Currenta die Methodik gegenüber der Erstauflage verfeinert. Im ersten Schritt ermittelte ein neutrales Meinungsforschungsinstitut in elf Interviews und sechs Gesprächsrunden an den Standorten, was von dem Chempark-Betreiber als Nachbar beziehungsweise als Industrieunternehmen in NRW erwartet wird. Im zweiten Schritt wurden 825 Bürgerinnen und Bürger sowie 240 Stakeholder (Vertreter aus Politik, Behörden, Wirtschaft etc.) zu den ermittelten Erwartungshaltungen repräsentativ befragt. Für die drei Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen wurden differenzierte Werte erhoben, die sich jedoch nicht signifikant unterscheiden.

Umwelt und Sicherheit sind für die Befragten am wichtigsten
Gegenüber der Befragung von 2015 hat sich die Prioritätenliste der Nachbarschaft verdichtet: Gute Leistungen in den Bereichen Umwelt (82 Prozent, 2015: 78 Prozent), Sicherheit (81 Prozent, 2015: 75 Prozent) und Transparenz (53 Prozent, 2015: 54 Prozent) zahlen für sie am meisten auf das Akzeptanzkonto von Industrieunternehmen ein. Weniger wichtig ist hier die Rolle der Chempark-Unternehmen als Arbeitgeber (44 Prozent, 2015: 56 Prozent) und Ausbilder (43 Prozent, 2015: 58 Prozent) geworden. Bei Vertretern aus Politik und Gesellschaft liegen die Top-Nennungen, wenn es um Akzeptanz geht, etwas enger beieinander: Sicherheit (83 Prozent, 2015: 89 Prozent), Umwelt (74 Prozent, 2015: 74 Prozent), Transparenz (73 Prozent, 2015: 67 Prozent), Ausbildung (58 Prozent, 2015: 61 Prozent) und Arbeitsplätze (55 Prozent, 2015: 57 Prozent).

Ob und wie der Chempark-Betreiber den Erwartungshaltungen in diesen Bereichen gerecht wird, zeigt sich differenziert. Denn obwohl das Umweltmanagement in den letzten Jahren verstärkt zum Thema gemacht wurde, bleibt die Haltung von Nachbarschaft und Stakeholdern skeptisch. Zwar stimmt jeweils eine Mehrheit (Nachbarschaft: 62 Prozent / Stakeholder: 72 Prozent) der Aussage eher oder voll zu, dass der Chempark verantwortungsbewusst mit der Umwelt umgehe. Allerdings sind es weniger als 2015 (Nachbarschaft: 74 Prozent / Stakeholder: 78 Prozent) und nicht genug, um dem hohen Stellenwert des Akzeptanzfaktors Umwelt gerecht zu werden. Positiv anzumerken ist, dass der Chempark mit diesem Wert besser abschneidet als die Industrie insgesamt: In einer bundesweiten Umfrage attestierten nur 15 Prozent der Bürger der Industrie, dass sie genug für Umwelt- und Klimaschutz tue. „Wir werden weiter daran arbeiten, unsere Leistungen und die der Chempark-Unternehmen für Umwelt- und Klimaschutz bekannter zu machen. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir uns als Chemieunternehmen bei diesem Thema besonders anstrengen müssen“, bekannte Currenta-Chef Hilken.

Zum Thema Sicherheit gibt es eine konstante Wahrnehmung: Wie 2015 sind rund zwei Drittel der Nachbarschaft der Meinung, dass der Chempark in ausreichendem Maße über Sicherheitsmaßnahmen informiert. Bei den Stakeholdern sind es 80 Prozent.

Mit 59 Prozent ist der Anteil der befragten Nachbarn, die dem Chempark einen offenen und transparenten Umgang mit der Öffentlichkeit bescheinigen, gleich geblieben. Bei den Stakeholdern fällt die Zustimmung mit 83 Prozent erneut deutlich positiver aus als bei den Bürgern.

Als Arbeitgeber und Ausbilder erfüllt der Chempark die Erwartungen von Bürgern und Stakeholdern sehr gut. Eine große Mehrheit schätzt die attraktiven Arbeitsplätze und das vielfältige Ausbildungsangebot. Jeweils über 90 Prozent beider Gruppen sehen im Chemiepark darüber hinaus einen Garanten für Arbeitsplätze und Wohlstand in der gesamten Region – und damit etwas mehr als 2015. Allerdings zahlt dies nicht mehr so stark auf die Akzeptanz des Chempark ein. Die Rolle als Arbeitgeber und Ausbilder wird zwar erwartet, ist aber nicht mehr so entscheidend für die Zustimmung vor Ort.

Der Kommunikationsmix ist entscheidend
Insgesamt wurde der Mix aus persönlicher Kommunikation in den Nachbarschaftsbüros und auf Veranstaltungen, aus Publikationen und digitalen Angeboten erneut sehr positiv bewertet – insbesondere von den Stakeholdern. 97 Prozent gaben hier ein positives oder sehr positives Feedback, und auch 71 Prozent der Bürger sind zufrieden. Zwei Teilergebnisse hob Hilken hervor: „Zum einen ist die Bekanntheit unserer Nachbarschaftsbüros weiter gestiegen: Jeder Zweite an den Standorten kennt inzwischen das Chempunkt-Büro als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. Zum anderen ist unser Nachbarschaftsmagazin, das wir 2016 nach dem ersten Akzeptanzbericht gestartet haben, gut angekommen. Rund 70 Prozent kennen es bereits. Und noch wichtiger: Die Mehrheit der Bürger nutzt es als unternehmenseigene Informationsquelle zu Chempark-Themen am liebsten.“

Einen Zukunftstrend macht der zweite Akzeptanzbericht deutlich: Zwar werden Berichte in Presse und Rundfunk sowie das Nachbarschaftsmagazin immer noch am stärksten wahrgenommen, und digitale Angebote des Chempark sind noch vergleichsweise unbekannt. Doch für die jüngeren und mittleren Altersgruppen bis 59 Jahre ist die Website chempark.de extrem wichtig. Und auch für Social Media und die Chempark-App zeigen sie überdurchschnittliches Interesse. „Deshalb werden wir unseren Mix beibehalten, um heute und zukünftig alle Altersgruppen zu erreichen“, versprach der Currenta-Chef.

Der Austausch wird geschätzt – und fortgesetzt
„Unter dem Strich hat der zweite Akzeptanzbericht gezeigt, dass es darum geht, auf vielen Ebenen zu überzeugen. Es geht aber auch um einen respektvollen Umgang miteinander und eine frühe und offene Kommunikation“, bilanzierte Hilken. Sein Anspruch bleibe aber noch ein anderer: „Wir wollen beim Thema Industrieakzeptanz auch für andere Unternehmen in NRW Impulse liefern. Das hilft, um Verständnis und Vertrauen für Industrie flächendeckend zu gewinnen. Und das ist letztendlich in unser aller Interesse.“

Weitere Informationen
Der Akzeptanzbericht kann ab sofort im Leverkusener Nachbarschaftsbüro mitgenommen werden. Ebenso gibt es ihn im Netz unter akzeptanz.currenta.de – und zusätzlich noch viele persönliche Videostatements, in denen Leverkusener Nachbarn sich und ihre Erwartungen selbst vorstellen.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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