Bayer: Währungseffekte überlagern operatives Geschäft

Konzernergebnis um 6,2 Prozent auf 1,954 Milliarden Euro gesunken

Archivmeldung aus dem Jahr 2018
Veröffentlicht: 03.05.2018 // Quelle: Bayer AG

Das operative Geschäft von Bayer ist im 1. Quartal 2018 von Wechselkurseffekten beeinträchtigt worden. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) hat der Konzern den Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres gesteigert. "Zuwächse erzielten wir bei Pharmaceuticals und im Animal-Health-Geschäft", sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Donnerstag bei Vorlage des Zwischenberichts. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag währungsbereinigt (wb.) auf Vorjahresniveau. Den währungsbereinigten Konzernausblick 2018 bestätigte Baumann.

"Strategisch sind wir gut vorangekommen und haben bei der geplanten Übernahme von Monsanto große Fortschritte gemacht", betonte er. Die EU-Kommission und weitere Behörden, unter anderem in Brasilien, China und Russland, haben dem Vorhaben in diesem Jahr zugestimmt. Damit hat Bayer jetzt zwei Drittel der rund 30 kartellrechtlichen Freigaben erreicht. Die Auflagen der EU-Kommission und anderer Regulierungsbehörden sehen insbesondere den Verkauf verschiedener Crop-Science-Geschäfte von Bayer vor. Entsprechende Vereinbarungen mit BASF hat der Konzern im Oktober 2017 und April 2018 getroffen. Die Monsanto-Übernahme unterliegt weiterhin üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich notwendiger behördlicher Freigaben. Bayer arbeitet weltweit eng mit den Behörden zusammen mit dem Ziel, die Transaktion im 2. Quartal 2018 abschließen zu können.

Im April 2018 zeichnete die Investmentgesellschaft Temasek 31 Millionen neue Bayer-Aktien zu einem Bruttoemissionspreis von insgesamt 3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von ca. 3,6 Prozent des erhöhten Grundkapitals. Die Erlöse der Platzierung werden voll berücksichtigt, wenn der Umfang der Bezugsrechtskapitalerhöhung zur Finanzierung der Monsanto-Übernahme festgelegt wird.

Konzernumsatz wpb. erhöht, negative Währungseffekte belasten Ergebnis
Der Konzernumsatz erhöhte sich im 1. Quartal wpb. um 2,0 Prozent (nominal minus 5,6 Prozent) auf 9,138 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verringerte sich um 5,2 Prozent auf 2,896 Milliarden Euro. Negative Währungseffekte belasteten es mit rund 160 Millionen Euro. Ohne diese Effekte lag das Ergebnis auf Vorjahresniveau. Das EBIT nahm um 4,8 Prozent ab auf 2,310 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen von 78 (Vorjahr: 102) Millionen Euro, die vor allem in Verbindung mit der geplanten Übernahme von Monsanto standen. Das Konzernergebnis ging um 6,2 Prozent zurück auf 1,954 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft verringerte sich dagegen nur geringfügig um 1,3 Prozent auf 2,28 Euro.

Der operative Cashflow aus dem fortzuführenden Geschäft erhöhte sich um 19,4 Prozent auf 658 Millionen Euro, vor allem weil weniger zusätzliche Mittel im Working Capital gebunden waren. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte sich zum 31. März 2018 im Vergleich zum 31. Dezember 2017 um mehr als die Hälfte auf 1,650 Milliarden Euro, maßgeblich durch Mittel, die aus der Veräußerung weiterer Covestro-Anteile zuflossen.

Pharmaceuticals profitiert vom Plus der Hauptwachstumsprodukt
Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln (Pharmaceuticals) stieg wpb. um 2,9 Prozent auf 4,075 Milliarden Euro. "Besonders erfolgreich waren erneut unsere Hauptwachstumsprodukte", sagte Baumann. Mit dem Gerinnungshemmer Xarelto™, dem Augenmedikament Eylea™, den Krebsmitteln Xofigo™ und Stivarga™ sowie Adempas™ gegen Lungenhochdruck setzte Bayer 1,561 Milliarden Euro um. Das entspricht wb. einem Plus von 14,1 Prozent. Die Xarelto™-Umsätze erhöhten sich wb. um 13,0 Prozent, vor allem aufgrund von Mengenausweitungen in Europa und Asien/Pazifik. Das Geschäft mit Eylea™ baute Bayer kräftig aus, vor allem durch höhere Absätze in Europa. Besonders stark legte Adempas™ mit wb. 21,2 Prozent zu, im Wesentlichen aufgrund einer positiven Entwicklung in den USA und Europa.

Unter den weiteren Top-Pharmaprodukten wuchsen mit wb. 13,4 Prozent insbesondere die Hormonspiralen der Mirena™-Produktfamilie, die vor allem in den USA zulegten. Das Antidiabetikum Glucobay™ steigerte die Erlöse wb. um 13,7 Prozent, weil die Nachfrage in China stieg. Mit den Blutgerinnungsmitteln Kogenate™/Kovaltry™ verzeichnete Bayer ein Minus von wb. 15,9 Prozent, weil sich die Beendigung einer Vereinbarung mit einem Vertriebspartner zum Jahresende 2017 negativ auswirkte. Bereinigt um diesen Effekt stiegen der Umsatz mit dem Medikament wb. um 11,1 Prozent und der Umsatz des gesamten Segments Pharmaceuticals wb. um 4,6 Prozent.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals verringerte sich um 5,8 Prozent (wb. 1,2 Prozent) auf 1,415 Milliarden Euro. Belastet wurde das Ergebnis von gestiegenen Herstellungskosten und höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb.

Consumer Health wie erwartet unter Vorjahr
Der Umsatz mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (Consumer Health) verringerte sich wpb. um 2,2 Prozent auf 1,409 Milliarden Euro. "Eine große Rolle hat dabei der deutliche Rückgang in Asien/Pazifik gespielt. In China sind zwei Bayer-Marken im Hautgesundheitsbereich durch Behörden von verschreibungsfreien zu rezeptpflichtigen Produkten umklassifiziert worden", sagte Baumann. Darüber hinaus wurden die Umsätze durch Lieferausfälle und die anhaltenden Herausforderungen im Nordamerika-Geschäft beeinträchtigt.

Das Geschäft mit den Wundheilungs- und Hautpflegemitteln Bepanthen™/Bepanthol™ wuchs wb. um 10,7 Prozent. Besonders positiv entwickelte es sich in Brasilien und Europa. Den Umsatz mit dem Pränatalvitamin Elevit™ baute Bayer weiter aus, wb. um 6,1 Prozent. Das Produkt legte vor allem in Europa zu. Bei Claritin™ erreichte der Umsatz wb. das Niveau des Vorjahresquartals. Zuwächse des Antihistaminikums in China glichen Rückgänge in Japan sowie eine verhalten anlaufende US-Allergiesaison aus. Das Geschäft mit Canesten™ ging deutlich zurück. Das Minus der Haut- und Intimgesundheitsprodukte von wb. 21,2 Prozent resultierte hauptsächlich aus vorübergehenden Lieferausfällen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health sank um 20,2 Prozent (wb. 11,5 Prozent) auf 313 Millionen Euro. Ausschlaggebend für den Rückgang waren geringere Absatzmengen, im Wesentlichen wegen vorübergehender Lieferausfälle sowie der Umklassifizierung in China. Im Ergebnis des Vorjahresquartals enthalten waren zudem Einmalerträge von rund 34 Millionen Euro. Gegenläufig wirkten sich niedrigere Herstellungskosten aus.

Crop Science legt wb. in drei von vier Regionen zu
Der Umsatz im Agrargeschäft (Crop Science) erreichte mit 2,861 Milliarden Euro wpb. das Niveau des starken Vorjahresquartals. "Wir sind währungsbereinigt in drei von vier Regionen gewachsen und haben so den Rückgang in Europa/Nahost/Afrika nahezu kompensiert", sagte Baumann. Besonders stark aufwärts ging es in Asien/Pazifik mit einem Plus von wb. 10,4 Prozent. Die verstärkte Nachfrage nach Fungiziden und Insektiziden in Brasilien bei gleichzeitig fortschreitender Normalisierung der Lagerbestände halfen dabei, in Lateinamerika wb. um 4,8 Prozent zuzulegen.

Positiv entwickelten sich die Insektizide, die wpb. um 8,0 Prozent wuchsen, und Sonstige (Seeds & Traits) mit einem Umsatzplus von wpb. 12,9 Prozent. Ein wpb. Umsatzminus verzeichnete hingegen Environmental Science (14,3 Prozent) - durch geringere Produktlieferungen an den Erwerber des Konsumentengeschäfts. Ebenfalls wpb. rückläufig waren SeedGrowth (Saatgutbehandlungsmittel, 8,4 Prozent), die Herbizide (6,6 Prozent), Vegetable Seeds (Gemüsesaatgut, 6,2 Prozent) und die Fungizide (2,0 Prozent).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 6,5 Prozent (wb. 2,6 Prozent) zurück auf 1,042 Milliarden Euro. Ergebnismindernd wirkten sich unter anderem geringere sonstige betriebliche Erträge sowie höhere Herstellungskosten aus. Dem gegenüber standen niedrigere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Verwaltungskosten.

Animal Health wächst wb. vor allem in Asien/Pazifik
Im Tiergesundheitsgeschäft (Animal Health) erhöhte sich der Umsatz wpb. um 3,0 Prozent auf 414 Millionen Euro. Besonders positiv war die Entwicklung in Asien/Pazifik, Einbußen gab es lediglich in der Region Europa/Nahost/Afrika. Erneut stark legte das Geschäft mit dem Floh- und Zeckenhalsband Seresto™ zu (wb. 24,8 Prozent). Die Umsätze der Advantage™-Produktfamilie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln sanken wb. um 8,2 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 3,0 Prozent (wb. 10,4 Prozent) auf 139 Millionen Euro. Hierzu trugen geringere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb bei. Belastet wurde das Wachstum hingegen unter anderem durch veränderte Rechnungslegungsvorschriften (IFRS 15).

Währungsbereinigter Konzernausblick bestätigt
Bayer bestätigte die im Februar veröffentlichten währungsbereinigten Prognosen für die operative Performance. Unverändert soll der Umsatz demnach wpb. im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sowie das bereinigte Ergebnis je Aktie sollen sich nach wie vor wb. im mittleren einstelligen Prozentbereich verbessern. Unter Berücksichtigung der Wechselkurse vom 31. März 2018 ergibt sich für das Gesamtjahr ein Rückgang des nominalen Umsatzes im unteren einstelligen Prozentbereich (bisher: auf Vorjahresniveau). Absolut wird der Umsatz nun unter - statt bisher bei etwa - 35 Milliarden Euro erwartet. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA rechnet Bayer entsprechend mit einer Verringerung im unteren einstelligen Prozentbereich (bisher: auf Vorjahresniveau). Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll unverändert auf Vorjahresniveau bleiben.


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