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Neuer Grundlehrgang Brandmeisteranwärter – Neue Feuerwehrschule

Veröffentlicht: 04.04.2018 // Quelle: Stadtverwaltung

Zum ersten Mal seit 12 Jahren bildet die Feuerwehr Leverkusen wieder in einem Grundlehrgang Brandmeisteranwärter selbst aus. Diverse gesetzliche Neuregelungen und erhöhter Personalbedarf bei der Feuerwehr ließen die langjährige Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Köln nicht mehr zu. Seit Anfang 2018 verfügt die Feuerwehr Leverkusen daher neben der bestehenden Rettungsdienstschule über eine eigene Schule für den Brandschutz. Bereits drei Monate nach Neugründung der Feuerwehr- und Rettungsdienstschule befinden sich jetzt 16 Brandmeisteranwärter im Vorbereitungsdienst des feuerwehrtechnischen Dienstes. Alle haben das gemeinsame Ziel, nach einer 18 monatigen Ausbildungszeit die Prüfung bei der Berufsfeuerwehr abzulegen.

Beginnen werden die Brandmeisteranwärter ihre Ausbildung zunächst im Gerätehaus des Ortslöschzuges Schlebusch der Freiwilligen Feuerwehr. Mit Fertigstellung der neuen Hauptfeuer- und Rettungswache Ende 2018 wird auch die Feuerwehr- und Rettungsdienstschule an der Edith-Weyde-Straße untergebracht. Dann stehen neben modernen Unterrichtsräumen und Büros auch ein gasbetriebenes mehrgeschossiges Brandübungshaus mit integriertem Übungsturm und ausreichend Übungsfläche im Innenhof zur Verfügung. Dort können in dem verschiedene Brandszenarien realitätsnah simuliert werden. Weitere Ausbildungseinrichtungen der Feuerwehr Leverkusen bereiten die Brandmeisteranwärter optimal auf den künftigen Alltag als Feuerwehrmann vor.

Mit dem 1. April hat die Ausbildung in Leverkusen begonnen. Vor den Brandmeisteranwärtern liegen spannende aber auch anstrengende 18 Monate. So müssen neben der feuerwehrtechnischen Grundausbildung, die Ausbildungen zum Atemschutzgeräteträger und Rettungssanitäter auch das Deutschen Sportabzeichen und das Rettungsschwimmabzeichen absolviert werden. Bei zwei Praktika in einer Wache werden die Berufsanfänger erfahrenen Kollegen an die Seite gestellt, um erste Erfahrungen im Einsatzdienst einer Berufsfeuerwehr zu erhalten.
Eine Besonderheit für eine öffentliche Feuerwehr stellt ein dreitätiges Seminar in einem Trainingszentrum in Rotterdam dar. Dieses Seminar wird in enger Zusammenarbeit mit der Werkfeuerwehr Currenta organisiert und durchgeführt und soll die Brandmeisteranwärter auf die zukünftige Tätigkeit bei der Berufsfeuerwehr einer Chemiestadt vorbereiten. Ende September 2019 endet die Ausbildung mit einer mehrtägigen Prüfung, in der die angehenden Brandmeister zeigen müssen was sie in der Ausbildung gelernt haben.

Neue Anforderungen an die Ausbildung bei der Feuerwehr
In den Jahren 2006 bis 2017 war die Ausbildung der jährlich fünf bis sieben Brandmeisteranwärter der Feuerwehr Leverkusen größtenteils von der Berufsfeuerwehr Köln übernommen worden. Einige Ausbildungsabschnitte, beispielsweise die Ausbildung zum Rettungssanitäter oder zum Drehleitermaschinisten wurden auch in dieser Zeit durch Leverkusener Ausbilder vermittelt.

Seit einigen Jahren ist in den Bereichen Brandschutz und Rettungsdienst jedoch ein deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen und ein ständig wachsendes Aufgabenspektrum zu verzeichnen, z.B. wachsende technische Anforderungen. Als Reaktion darauf wurde im Brandschutz gegen Ende 2015 das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) in NRW verabschiedet. Es löste das Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG) von 1998 ab. Das neue Gesetz ist eine umfassende Weiterentwicklung der bisherigen gesetzlichen Regelungen unter Einbeziehung des Katastrophenschutzes. Mit dem neuen Gesetz wird außerdem der Aus- und Fortbildung der Brandschützer eine besondere Bedeutung zugeschrieben und entsprechende Anforderungen, so etwa jährliche Fortbildungen, formuliert.

Schon 2014 trat außerdem im Rettungsdienst das Gesetz über den Notfallsanitäter in Kraft. Der Notfallsanitäter löst in NRW ab 2027 den bisherigen Rettungsassistenten ab und gilt als eigenständige Berufsausbildung. Dies hat zur Folge, dass alle Rettungsassistenten der Feuerwehr Leverkusen bis 2027 zum Notfallsanitäter aus- oder fortgebildet werden müssen.

Aufgrund des mit diesen Maßnahmen einhergehenden Personalbedarfs und der hohen Anzahl an Beamten, die in den kommenden Jahren in Ruhestand gehen, reichen die jährlichen fünf Ausbildungsplätze bei der Feuerwehr Köln nicht mehr aus. Eine gesicherte Erweiterung der Ausbildungskapazitäten war jedoch aufgrund des hohen Eigenbedarfs in Köln auch nicht möglich. Die einzig praktikable Lösung war daher wieder die gesamte Übernahme des Vorbereitungsdienstes aller benötigten Kräfte durch die Feuerwehr Leverkusen. Die Feuerwehr- und Rettungsdienstschule wird nun eine den Anforderungen entsprechende räumliche und technische Ausstattung bereitstellen und mit ausreichenden und sehr motivierten Ausbilderinnen und Ausbildern, eine moderne und effektive Aus- und Fortbildung bieten.

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