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"Bayer Early Excellence in Science Award" 2016: 30.000 Euro für internationale Forscher

Dr. Christopher Aylett (ETH Zürich) bekommt Biologie-Auszeichnung
Bill Morandi (Max-Planck-Institut für Kohlenforschung) wird in Chemie ausgezeichnet
Theresa Bunse (Krebsforschungszentrum) erhält den Preis für Medizin
Veröffentlicht: 17.10.2016 // Quelle: Bayer AG

Die neuen Preisträger des "Bayer Early Excellence in Science Award" 2016 stehen fest: Ein unabhängiger Expertenrat der "Bayer Science & Education Foundation" hat zum siebten Mal die mit jeweils 10.000 Euro dotierten Auszeichnungen vergeben. Mit dem internationalen "Bayer Early Excellence in Science Award" zeichnet die Bayer-Stiftung herausragende Nachwuchswissenschaftler in der frühen Phase ihrer akademischen Laufbahn aus.

"Für das Life-Science-Unternehmen Bayer spielen Forschung und Wissenschaft eine zentrale Rolle. Ich freue mich sehr, dass wir mit diesen Auszeichnungen eine Möglichkeit haben, herausragende Talente in den Naturwissenschaften zu fördern und zu motivieren", sagt Kemal Malik, für Innovation verantwortliches Vorstandsmitglied der Bayer AG und Vorstand der Stiftung. "Bayer setzt in seiner Innovationsstrategie schon lange auf den intensiven Austausch mit Hochschulen und Universitäten. Die gezielte Förderung von Nachwuchswissenschaftlern ist dabei ein wichtiger Baustein, denn dieser frühe Dialog bereitet den Weg für strategische Partnerschaften, und die sind unabdingbar für eine erfolgreiche angewandte Forschung", so Malik weiter.

Dieser internationale Preis wird seit 2009 jährlich vergeben. Die Preisvergabe in den drei Kategorien Biologie, Chemie und Medizin erfolgt aufgrund der Originalität und der Qualität der Forschung der Kandidaten sowie der Signifikanz der Ergebnisse für die jeweilige Kategorie.

Strukturstudien zur Erforschung der Mechanismen zellulärer Signalwege
Die dem Leben zugrunde liegenden Mechanismen sind ist äußerst empfindlich und vollziehen sich in unglaublich kleinem Maßstab. Im Fokus der Forschungen von Dr. Aylett steht die Visualisierung dieser Mechanismen mithilfe starker Röntgenstrahlen und leistungsfähiger Elektronenmikroskope, damit ihre Funktionsweise auf molekularer Ebene verstanden werden kann. Aylett promovierte an der Universität Cambridge in der Gruppe von Dr. Jan Löwe und untersuchte, wie Bakterien- und Archaeenzellen in ihrem Inneren Ladung transportieren, indem sie Proteinfäden zusammenfügen. Bei seiner jetzigen Tätigkeit an der ETH Zürich im Labor von Professor Dr. Nenad Ban ist es ihm gelungen, die Architektur von maßgeblichen Komplexen aufzudecken, die an der Entstehung von Proteinen und der Signalweiterleitung beim Zellwachstum beteiligt sind. Seine neuesten Arbeiten betreffen den Wirkort des Immunsuppressivums Rapamycin in Säugetieren. Die Zusammenarbeit mit Forschern vom Labor Maier und Hall in Basel mündeten in ein neues Modell für den Wirkmechanismus dieses wichtigen Proteinkomplexes, der bei Krebs, Adipositas und neurodegenerativen Krankheiten eine Rolle spielt.

Grüne Katalyse: nachhaltige Umwandlung von Kohlenwasserstoffen und Polyolen in wertvolle Bausteine
Bill Morandi absolvierte sein Studium von 2003 bis 2008 an der ETH Zürich, wo er als Oskar-Jäger-Stipendiat einen Bachelor of Science in Biologie und einen Master of Science in chemischer Biologie erwarb. Als Doktorand wurde er vom Stipendienfonds der Schweizerischen Chemischen Industrie (SSCI) im Labor von Prof. Erick M. Carreira unterstützt. Anschließend entwickelte er neue und sicherere synthetische Methoden unter Einsatz von in situ hergestellten Diazoverbindungen. Im Jahr 2012 wechselte er ans California Institute of Technology, wo er sich unter der Leitung von Prof. Robert H. Grubbs im Rahmen eines Postgraduiertenstipendiums des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) schwerpunktmäßig mit katalytischen Oxidationsreaktionen beschäftigte. Dr. Morandi erhielt 2014 eine von der Max-Planck-Gesellschaft ausgeschriebene Position als unabhängiger Forschungsgruppenleiter. Er gründete am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr die Gruppe "Homogene Katalyse und Reaktionsdesign", die er derzeit leitet. Sein unabhängiges Forschungsprogramm widmet sich der Entwicklung neuer Katalysekonzepte mit besonderem Fokus auf kostengünstigen und nachhaltigen Katalysatoren. Ziel ist die Transformation von allgemein verfügbaren Rohstoffen wie Polyolen und Kohlenwasserstoffen in wertvolle Bausteine für Anwendungen in der Medizin und Werkstoffkunde.

Tumor-Immuntherapie: Entwicklung mutationsspezifischer Impfstoffe für Patienten mit Gliomen
Dr. Theresa Bunse ist Postdoc in der Arbeitsgruppe Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie von Prof. Michael Platten am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Frau Bunse erwarb 2009 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem Max-Planck-Institut (MPI) für molekulare Biomedizin in Münster ihren Master of Science (MSc) in molekularer Biomedizin und schloss ihre Promotion in der AG Platten vor zweieinhalb Jahren ab. Am DKFZ arbeitet Frau Bunse an der Entwicklung von Immuntherapien für Hirntumorpatienten. In ihrer Doktorarbeit hat Theresa Bunse eine spezifische therapeutische Impfung für diese Krebsart entwickelt. Aus ihrer Arbeit gingen nicht nur zwei Erstautorenschaften in hochrangigen Fachzeitschriften, sondern vor allem auch eine klinische Studie zur Prüfung dieser Impfung hervor. An der klinischen Studie ist Frau Bunse als Projektmanagerin Analytik beteiligt und somit für das immunologische Monitoring der in die Studie eingeschlossenen Patienten mitverantwortlich. In ihrer Forschungsarbeit beschäftigt sie sich nun mit der Optimierung immuntherapeutischer und Vakzin-basierter Behandlungsoptionen für Patienten mit Hirntumoren.

Der Preis wird von der "Bayer Science & Education Foundation" vergeben. Die Stiftung versteht sich als Förderer von Innovation und Pioniergeist an der Schnittstelle von Industrie, Akademie und Zivilgesellschaft. Sie verfolgt als vorrangige Ziele die Ehrung herausragender Forschungsleistungen, die Förderung wissenschaftlicher Talente und die Unterstützung innovativer Schulprojekte in Biologie und Chemie. Im inhaltlichen Fokus stehen die Naturwissenschaften, Gesundheit und Medizin. Herausragende Forschungsleistungen honoriert die Stiftung im jährlichen Wechsel mit dem Otto-Bayer-Preis und dem Familie-Hansen-Preis, die mit jeweils 75.000 Euro dotiert sind. Zwei Preise für Nachwuchsforscher vervollständigen das Programm: der internationale Bayer Early Excellence in Science Award in den Kategorien Biologie, Chemie und Medizinwissenschaften mit einem Preisgeld von je 10.000 Euro, sowie der Bayer Thrombosis Research Award für Talente, die in der Thromboseforschung besondere Akzente setzen. Er wird alle zwei Jahre mit einem Preisgeld von 30.000 Euro verliehen.


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