Sportlerempfang im Schloß Morsbroich


Archivmeldung aus dem Jahr 2014
Veröffentlicht: 16.12.2014 // Quelle: Stadtverwaltung

Zum Abschluss des Sportjahres fand im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich die traditionelle feierliche Ehrung der erfolgreichsten Leverkusener Sportlerinnen und Sportler statt. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn empfing die Athleten, Trainer und Betreuer sowie weitere Gäste aus den Vereinen und der Politik sowie Sponsoren zum kleinen Festakt, um die Erfolge des Sportjahres 2014 angemessen zu würdigen.

Bei internationalen Titelkämpfen wurden in diesem Jahr insgesamt 41 Medaillen errungen, darunter 13 Gold-,11 Silber- und 7 Bronzemedaillen bei Europameisterschaften sowie 2 Gold-, 5 Silber- und 3 Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften. Hinzu kommen mehrere Welt-, Europa- und Junioren-Weltrekorde.

Insbesondere die hervorragende Nachwuchsarbeit der Vereine lobte Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn in seiner Rede: „Die Leverkusener Sport-Talente konnten auch in diesem Jahr auf höchster Ebene mithalten. In vielen Sportarten beim TSV Bayer 04, beim RTHC Bayer Leverkusen, bei der Bayer 04 Fußball GmbH und in vielen anderen Vereinen stehen die Spitzensportler von morgen schon in den Startlöchern.“

Im Mittelpunkt beim anschließenden Kamingespräch standen mit Weitspringer Markus Rehm und Hammerwerfer Markus Esser zwei Leichtathleten, für die 2014 ein ganz besonderes Jahr war. Markus Rehm, kürzlich zum Behindertensportler 2014 gewählt, sorgte mit seiner Siegweite von 8,24 Meter bei den Deutschen Meisterschaften auch international für Furore. Beim Kamingespräch schilderte er seine ganz persönlichen Eindrücke seiner Wettkämpfe und plädierte für mehr Inklusion bei Sportwettbewerben.

Für Markus Esser brachte das Jahr 2014 eine späte Wiedergutmachung. Aufgrund von Dopingvergehen eines Konkurrenten wurden dem Hammerwerfer des TSV nachträglich die Bronzemedaillen für die WM 2005 in Helsinki und die EM 2006 in Göteborg zuerkannt. Die Medaillen sind allerdings noch nicht bei ihm angekommen: „Vielleicht klappt es ja noch bis Weihnachten“, hoffte Markus Esser.

Anschließend trugen sich beide Athleten sowie die weiteren Sportlerinnen und Sportler ins Goldene Buch der Stadt ein:

Frank Tinnemeier, Behindertensport Kugelstoßen (EM-Silber)
Tobias Scherbarth, Stabhochsprung (EM-Gold Team)
Wolfgang Richter, Hürden (Senioren WM-Gold)
Kathrin Marchand, Rudern /Vierer (EM-Bronze)
Karl-Richard Frey, Judo (3x WM-Bronze)
• Niko Reder, Taekwondo (WM-Silber)
Guido Rödel, Kick-Boxen (1x WM-Gold, 2x WM-Silber)



Anläßlich des diesjährigen Sportlerempfangs hielt Oberbürgermeister Buchhorn soeben im Schloß Morsbroich folgende Rede:
"Liebe Sportlerinnen und Sportler,
sehr geehrter Herr Beck,
sehr geehrte Frau Sidiropulos,
meine sehr geehrten Damen und Herren aus Politik und Verwaltung,
verehrte Gäste,
ich begrüße Sie sehr herzlich zum Sportlerempfang 2014.
Wir wollen heute Abend wieder die besten Leverkusener Sportlerinnen und Sportler würdigen, die mit zahlreichen Höchstleistungen 2014 zu einem ausgesprochen erfolgreichen Sportjahr gemacht haben. Ich freue mich sehr, neben den Athletinnen und Athleten auch viele Trainer und Betreuer, aber auch weitere Verantwortliche und ehrenamtlich Tätige aus den Vereinen sowie viele Sponsoren, zu dieser Feierstunde begrüßen zu können.
Wir haben in diesem Jahr den Ablauf etwas geändert. Um die Veranstaltung für alle ein wenig lockerer und kommunikativer zu gestalten, wird sich an meine Begrüßungsrede – die auch deutlich kürzer ausfällt als gewohnt – ein „Kamingespräch“ anschließen, bei dem wir zwei Aktive besonders in den Mittelpunkt stellen wollen. Es sind beides Athleten, für die 2014 in mehrfacher Hinsicht ein außergewöhnliches Jahr gewesen ist – ich freue mich außerordentlich, dass sie für heute Abend zugesagt haben: Markus Rehm und Markus Esser.
Zu den Ausnahmeleistungen von Markus Rehm muss man, glaube ich, nicht mehr viel sagen; er ist amtierender Deutscher Meister im Weitsprung, hat einen Rekord nach dem anderen aufgestellt und wurde vor kurzem zum Behindertensportler des Jahres gewählt. Markus Esser ist einer der beständigsten „Zugpferde“ im Leichtathletik-Team des TSV, der immer seine Leistung erbracht hat, aber oft genug nicht dafür belohnt wurde. In diesem Jahr gab es endlich eine späte, aber nicht zu späte Wiedergutmachung.
Doch dazu gleich im „Kamingespräch“ mehr.
Anschließend wird Herr Hempfling die einzelnen Sportlerinnen und Sportler mit ihren Erfolgen vorstellen, die dann herzlich zum Eintrag ins Goldene Buch eingeladen sind. Selbstverständlich wird auch Herr Beck noch ein Grußwort sprechen, der sich von Vereinsseite an die Athletinnen und Athleten wenden möchte.
Für die musikalische Begleitung des Abends sorgen Mitglieder der Musikschule Leverkusen und die „Sportphonics“ – dafür mein herzlicher Dank.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
der Sport, insbesondere der Spitzensport, genießt in Leverkusen eine herausragende Bedeutung, dies kann man nicht oft genug betonen. Als positiver Imagefaktor wirkt er nicht nur identitätsstiftend für die Bürgerinnen und Bürger, sondern besitzt auch eine große Vorbildfunktion für den Breitensport.
Leverkusen ist stolz auf die Erfolge im Spitzensport, und dies nicht nur, weil sich damit ein erfolgreiches Standort- und Stadtmarketing betreiben lässt. Als industriell geprägte Stadt verfügt Leverkusen über weltweit bekannte Unternehmen verschiedenster Branchen, über sehr gute und namhafte Bildungs- und Kultureinrichtungen und ein breit gefächertes Vereinsleben.
Der Spitzensport ist ein weiteres besonderes Merkmal der vergleichsweise „kleinen“ Großstadt Leverkusen, mit dem wir uns gegen wesentlich größere Nachbarn, wie etwa Köln, behaupten können – insbesondere im Fußball. Vor diesem Hintergrund denken wir auch gerne an das verdiente 5:1 von Bayer 04 im jüngsten Derby gegen den FC zurück…
Ohne den Breitensport mit seiner hervorragenden Nachwuchsarbeit ist Spitzensport allerdings kaum zu denken. Jeder Spitzensportler hat schließlich mal klein angefangen und konnte von frühzeitiger Förderung profitieren. Die Vereine mit ihren breiten Angeboten gewährleisten trotz nicht gerade üppiger finanzieller Ausstattung nach wie vor ein außergewöhnlich hohes Niveau. Dies ist nicht zuletzt auch den vielen ehrenamtlich engagierten Vereinsmitgliedern zu danken, die oftmals einen Großteil ihrer Freizeit opfern und sich um Trainingsangebote, Weiterbildung, Buchhaltung und ähnliches kümmern. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle nochmals ganz ausdrücklich bedanken.
Mehr denn je sind die Vereine auf die Unterstützung durch Sponsoren angewiesen. Und auch hier haben wir in Leverkusen glücklicherweise eine lange und gute Tradition des nach wie vor intensiven finanziellen Engagements durch die Bayer AG einerseits sowie zahlreicher weiterer Förderer, die sich damit zum Sportstandort Leverkusen bekennen.
Und dies zahlt sich im wahrsten Sinn des Wortes aus: Die Leverkusener Sport-Talente konnten auch in diesem Jahr auf höchster Ebene mithalten. In vielen Sportarten beim TSV Bayer 04, beim RTHC Bayer Leverkusen, bei der Bayer 04 Fußball GmbH und in vielen anderen Vereinen stehen die Spitzensportler von morgen schon in den Startlöchern.
In diesem Jahr sind es etwa beim TSV über 120 Nachwuchssportler, die bei nationalen oder internationalen Wettkämpfen mit dem 5. Platz oder besser abgeschnitten haben. Konkret wurden insgesamt 55 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften errungen, davon 19 Goldmedaillen. Auf internationalem Parkett haben Leverkusener Jugendliche und Junioren 9 Medaillen geholt, darunter zweimal Gold.
Deutsche Mannschaftmeister beim TSV wurden u.a. die Junioren-Teams der Faustballerinnen U 14 und U16, die Cheerleader „Little Wildcats“, die Handballerinnen der A-Jugend, das Junioren-Fechtteam und die Leichtathletik-Mannschaft U 20.
Besonders erfolgreich waren die Fußballerinnen: Rebecca Knaak, Theresa Panfil und Anna Klink holten in diesem Jahr den U20-Weltmeisterinnen-Titel. Bei den Fußballern wurden Julian Brandt und Levin Öztunali mit der U19-Nationalmannschaft Europameister. Julian Brandt wurden als bester Nachwuchsspieler des Landes mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Als zweiter Youngster von Bayer 04 erhielt Levin Öztunali die Silbermedaille.
Und bei der NRW-Sportlerwahl am vergangenen Wochenende wurde mit Leon Schäfer ebenfalls ein Leverkusener Nachwuchs-Talent geehrt: Der 17-jährige Behindertensportler des TSV Bayer 04 wurde als „Newcomer des Jahres“ in NRW ausgezeichnet.
Die Vielfalt der Leverkusener Sportlandschaft ist beeindruckend. So sehr wir uns über die Erfolge unserer Fußballer und Leichtathleten freuen, so schade ist es, dass viele andere Sportarten immer im Schatten des Medien- und leider oft auch des Zuschauerinteresses stehen. Der Sport lebt von Emotionen, sowohl der Sportler, als auch der Zuschauer. Und nicht nur der Bundesligafußball verdient begeisterte Zuschauer, sondern auch die Wettkämpfe im Jugendbereich, im Behindertensport, im Judo, Faustball oder Hockey, die ebenfalls mit großartigen Leistungen und toller Atmosphäre aufwarten können.
Beim Integrativen Sportfest in diesem Sommer zum Beispiel starteten über 100 Teilnehmer in den Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen. Ein Europarekord, drei Deutsche Rekorde und zahlreiche persönliche Bestleistungen standen am Ende zu Buche. Diese international besetzte Veranstaltung, bei der sich Athletinnen und Athleten mit und ohne Handicap miteinander messen und Spitzenleistungen erbringen, bietet jedes Mal eine begeisternde Stadion- und Wettkampfatmosphäre. Und doch fanden sich auch dieses Mal leider nur wenige Zuschauer im Manforter Stadion ein.
Ich würde mir sehr wünschen, dass diese tolle Veranstaltung in Zukunft das Interesse von viel mehr Leverkusener Sportfans findet, die die Wettkämpfer im Stadion unterstützen. Es lohnt sich für alle Beteiligten.
Liebe Sportlerinnen und Sportler, meine sehr geehrten Damen und Herren,
wir können heute auf ein erfolgreiches Sportjahr 2014 zurückblicken. Zu den erzielten Leistungen und errungenen internationalen Medaillen – insgesamt sind es 41 - möchte ich Ihnen auch im Namen der Stadt herzlich gratulieren. Sie haben mit sportlicher Zielstrebigkeit, Professionalität und Fairness überzeugt und sind mit dieser Haltung auch Botschafter für diese Stadt.
Ihre Erfolge, an denen immer auch zahlreiche Trainer und Betreuer, aber natürlich auch das familiäre Umfeld beteiligt sind, haben Sie allerdings in erster Linie für sich selbst erreicht. Sie sind der verdiente Lohn für unzählige Trainingsstunden und harte Disziplin, die dafür investiert werden mussten. Und die Aufbauarbeit für die kommende Saison beginnt ja schon wieder.
Insofern können leider auch nicht alle Aktiven heute Abend hier sein, weil sich viele z.T. auch schon im Trainingslager auf die kommende Saison vorbereiten. Ich hoffe, dass meine Gratulationswünsche und mein Dank sie aber dennoch auf anderem Wege erreichen werden.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch im kommenden Jahr Ihre Ziele erreichen werden und – vor allem – von Verletzungen verschont bleiben. Wie üblich möchte ich Ihnen im Anschluss an den Eintrag ins Goldene Buch auch noch den gewohnten „guten Tropfen“ überreichen.
Und nun freue ich mich auf das „Kamingespräch“ und gebe an Herrn Hempfling ab."
Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Sport
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