Stadtplan Leverkusen
07.08.2000 (Quelle: Bayer AG)
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2 x Gold und "nothing to loose"


Vor-olympisches Gespräch mit Sportidol Ulrike Nasse-Meyfarth und Youngster Steffen Driesen
Meyfarth erwartet einige deutsche Medaillen

Die Welt schaut vom 15. September bis 1. Oktober gebannt nach Sydney, wenn dort über 10.000 Teilnehmer nach den olympischen Medaillen greifen. Für Deutschland griffen Bayer-Sportler seit 1964 genau 53-mal zu. In dieser guten Tradition gebührt der Hochspringerin Ulrike Nasse-Meyfarth ein besonderer Platz im Olymp: Die 44-Jährige wurde 1972 in München und 1984 - zwölf Jahre später! - in Los Angeles Olympiasiegerin. Von einem solchen Triumph träumt der gerade 18-jährige Schwimmer Steffen Driesen. Der Deutsche Meister von der SG Bayer Uerdingen/Wuppertal freut sich auf seine Premiere. Im Interview äußern sich die zweifache Mutter und Sportidol Meyfarth und der baumlange Schüler über den olympischen Gedanken, die richtige Vorbereitung und persönlichen Ziele.

Frage: Ulrike Nasse-Meyfarth, in der Vitrine daheim baumeln zwei Goldmedaillen. Was bedeuten diese Auszeichnungen heute für Sie?

Nasse-Meyfarth: Ich bin jetzt 44 Jahre alt, aber meine Story muss ich mit 80 Jahren bestimmt auch noch erzählen. Was da passiert ist, gehört bestimmt zu den seltenen Geschichten im Sport. Es war halt schon Wahnsinn, damals 1972 als Schülerin mit 16 Jahren völlig überraschend Gold zu holen. Davon wurde ich ja richtig überrumpelt. Den zweiten Olympiasieg 1984 habe ich mir dagegen hart erarbeitet und generalstabsmäßig geplant. Für diesen Wettkampf in Los Angeles bin ich genauso dankbar.

Frage: Welchen Tipp würden Sie einem jungen Athleten geben, der dieses Gefühl Olympia zum ersten Mal auskosten wird?

Nasse-Meyfarth: Er sollte sich im Alltag der Wettkämpfe das nötige Selbstbewusstsein erarbeiten, dann wird er sich auch durch die Atmosphäre in Sydney nicht verrückt machen lassen. In der Vorbereitung müssen nicht ständig Höchstleistungen erbracht werden - es gilt stattdessen, genau auf den Punkt seine Bestform abrufen zu können. Wenn ich mir unsere deutschen Teilnehmer anschaue, erwarte ich einigen Medaillen. Ich möchte bestimmt keinen Vorschusslorbeer verteilen, aber in der Leichtathletik traue ich besonders unserem Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek oder den Hammerwerfern Heinz Weis und Karsten Kobs große Taten zu.

Frage: Über große Taten würden sich auch die Schwimmer freuen. Kribbelt es bei Ihnen, Steffen Driesen, wenn Sie an Olympia denken?

Driesen: Es ist ein besonderes Event, das mich aber nicht wirklich aufregt, obwohl ich weiß, dass es das Größte ist, was ein Sportler erreichen kann. Für mich ist es vor allem wichtig, dass ich mich bei so einer riesigen Veranstaltung vor Ort zurechtfinde. Ansonsten sage ich mir, dass ich 18 Jahre alt bin und nichts zu verlieren haben. Ich möchte das Optimum aus mir herausholen, am liebsten eine persönliche Bestzeit schwimmen und eine schöne Zeit verbringen. Also: nothing to loose.

Frage: Gerade Bayer-Athleten schreiben bei Olympia eine sehr lange Erfolgsgeschichte. Wo liegen die Gründe?

Nasse-Meyfarth: Bei Bayer widmet man sich nicht nur dem Spitzensport, sondern denkt auch genauso an die Jugend-, Breiten- und Behindertensportförderung. Und dank optimaler Trainingsmöglichkeiten kann sich eben das eine oder andere Spitzentalent entwickeln, weil es auf ideale Rahmenbedingungen stößt. Davon kann jeder Sportler eigentlich nur profitieren und sich dementsprechend motivieren. So kommen letztlich die Erfolge von Bayer-Athleten nicht von ungefähr, wie man auch an der prägnanten Zahl von 53 Olympia-Medaillen bis heute sieht.

Frage: Sie sind als Talentspäherin bei der Leichtathletik-Abteilung des TSV Bayer 04 angestellt. Was braucht der sportliche Nachwuchs generell, um wie Steffen Driesen irgendwann den Sprung zu Olympia zu schaffen?

Nasse-Meyfarth: Viele der jungen Sportler können bei Bayer eine Ausbildung machen oder sie können unter Umständen nach einem Studium auf einen Arbeitsplatz hoffen, wenn sie die beruflichen Qualifikationen erfüllen. Viele ehemalige Aktive sind Bayer auch nach Ablauf ihrer Karriere verbunden geblieben.

Frage: Steffen Driesen, was planen Sie für den Fall einer ähnlich überraschenden Goldmedaille wie damals 1972 bei Ulrike Meyfarth?

Driesen: Damit beschäftige ich mich wirklich nicht. Wenn ich in den Endlauf komme, habe ich schon mein Soll erfüllt. Wenn nicht, versuche ich mein Glück bei Olympia 2004 in Athen erneut.


Bilder, die sich auf 2 x Gold und "nothing to loose" beziehen:
00.00.2000: Ulrike Meyfarth auf dem Siegerpodest

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Letzte Änderung am 16.03.2020 10:59 von leverkusen.
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