Ensemble Modern: City Life – Werke von Steve Reich und Heiner Goebbels


Archivmeldung aus dem Jahr 2010
Veröffentlicht: 09.02.2010 // Quelle: KulturStadtLev

„City Life” (1995) für Instrumentalensemble und Sampler ist eine der erfolgreichsten Kompositionen des „Minimalisten“ Steve Reich, der mit seinen rhythmisch pulsierenden und klanglich hochdifferenzierten Werken zu den großen Komponisten der Moderne gehört – und eine der paradigmatischen „Stadtkompositionen“ der Musikgeschichte.
Reich verwebt hier authentische Klänge und Geräusche der Stadt New York (Stimmen, Autohupen, U-Bahn-Signale, Baufahrzeuge, knallende Türen, Herzschläge, Feuerwehr- und Polizeisirenen etc.) mit Kommentaren klassischer Instrumente zu einem ungemein facettenreichen Portrait nicht „nur“ New Yorks, sondern des Stadtlebens überhaupt. In „Different Trains“ für Streichquartett und Tonband (1988) entwickelt Reich u.a. anhand von Sprachpartikeln aus Gesprächen über die Zugreisen, die ihn als jüdisches Kind von 1939 bis 1942 quer durch die USA führten, ein komplexes Klanggewebe, dem sich in den Deportationen europäischer Juden jener Zeit eine verstörende Gegenwelt auftut. 1990 erhielt Reich für die Einspielung dieses Werks durch das Kronos Quartet einen Grammy für die beste zeitgenössische Komposition.
Mit „Surrogate Cities“ (1994) hat Heiner Goebbels, einer der interessantesten Grenzgänger unter den deutschen Komponisten der Gegenwart, einen monumentalen, im Original 90minütigen Zyklus von Orchesterwerken geschaffen, der anhand zahlreicher literarischer, kulturgeschichtlicher und musikalischer Querverweise ein „realistisches, durchaus widersprüchliches, aber letztlich positives Bild einer modernen Großstadt“ (Goebbels) entwirft. Zwischen Schmelztiegel und Parallelwelten, Solidargemeinschaft und einsamer Masse oder auch Sesshaftigkeit und Nomadentum – auf bestechende Weise entfaltet Goebbels das Prinzip „Stadt” als ein ambivalentes, aber faszinierendes Sinnbild der Moderne.
Von den sieben separat aufführbaren Teilen der „Surrogate Cities“ wird in diesem Konzert die zentrale „Sampler-Suite“ in der (vom Ensemble Modern uraufgeführten) Ensemblefassung erklingen. Sie spielt mit Geräuschen aus Berlin, New York und Tokio; gleichzeitig symbolisieren jüdische Gesänge oder etwa auch ein Scarlatti-Zitat Individualität und kulturelles Gedächtnis. „In den Machtverhältnissen der Stadt ist der Einzelne immer der Unterlegene“, führt Goebbels aus. „Die Kunst rebelliert dagegen, indem sie das Subjektive erhöht.“
Das Ensemble Modern, 1980 gegründet und seit 1985 in Frankfurt am Main beheimatet, ist eines der weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Seine unverwechselbare programmatische Bandbreite umfasst Musiktheater, Tanz- und Videoprojekte, Kammermusik, Ensemble- und Orchesterkonzerte. In enger Zusammenarbeit mit Komponisten erarbeiten die Musiker jedes Jahr rund 70 Werke neu, darunter etwa 20 Uraufführungen. Tourneen führten das Ensemble Modern nach Russland, Südamerika, Japan, Australien, Indien, Korea, Taiwan und in die USA. Regelmäßig tritt es bei renommierten Festivals und an herausragenden Spielstätten auf wie etwa dem Lincoln Center Festival in New York, dem Festival d’Automne à Paris, dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen, der Alten Oper Frankfurt, dem Konzerthaus Berlin und dem Festspielhaus Baden-Baden.

Donnerstag, 11.03., 19.30 Uhr, Forum (Großer Saal)
Sian Edwards (Leitung), Norbert Ommer (Klangregie) – Einführung: 18.30 Uhr
Steve Reich: „City Life“ für Ensemble
Steve Reich: „Different Trains“ für Streichquartett und Tonband
Heiner Goebbels: „Sampler-Suite“ aus „Surrogate Cities” (Ensemblefassung)

Karten: 23,50 € (erm. 16,50 €)
Informationen und Karten unter www.kulturstadtlev.de


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Kultur
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