Stadtplan Leverkusen
06.12.2009 (Quelle: Wirtschaftsjunioren)
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Wirtschaftsjunioren mahnen Strukturprobleme an: Wer geht nach Rossmann oder kommt erst gar nicht?


Leverkusen fehlen flexible Flächenreserven und Lösungshilfen für Gewerbe

Die Wirtschaftsjunioren Leverkusen / Rhein-Berg e.V. mahnen fehlende Gewerbereserven in Leverkusen an. „Das Beispiel „Rossmann“ zeigt, dass in Leverkusen Gewerbeflächen fehlen, die nicht nur ausreichende Gesamtflächen böten, sondern auch die nötige Flexibilität, wenn sich ein Unternehmen erweitern oder strukturell verändern möchte.“, so Guido Lenné und Siegfried Kuhl von den jungen Unternehmern und Führungskräften. „Es würde uns nicht wundern, wenn wir demnächst ein neues Logistikzentrum bei unseren Nachbarn in Langenfeld oder anderswo wiederfinden, wo nicht nur reichlich Platz, sondern insgesamt auch nach wie vor bessere Rahmenbedingungen zu herrschen scheinen. Es müssen daher politische Leitlinien und Standortstrategien her, die nicht von Wirtschaftsförderung oder Oberbürgermeister alleine getragen werden können, sondern insgesamt aus den politischen Reihen heraus geschlossen vorangetrieben werden.“

Laut Medienberichten hat die Drogeriemarktkette Rossmann, die gerade erst ein neues Logistikzentrum in Leverkusen betreibt, angekündigt, den Standort wieder zu verlassen, da eine Erweiterung des Lagers um bestimmte Hygieneartikel aufgrund von Umweltbedingungen nicht möglich ist. Zwei benachbarte Grundwasserbrunnen müssten entsprechend gesichert werden. Das Unternehmen ist wohl nicht bereit, die Mehraufwendungen zu tragen.

Seinerzeit zur Ansiedelung genauso wie heute gab es keine alternativen Standortmöglichkeiten außer am jetzigen. Weil in Leverkusen die Möglichkeiten fehlen, hierfür Alternativen bieten zu können. Vorhandene oder geplante Gewerbeflächen sind schlichtweg zu klein oder strukturell unpassend, liegen zu nah an Wohnbebauung, gelten als „unantastbar“ oder unterliegen limitierenden Rahmenvorschriften, wie im aktuellen Beispiel. Verlierer bleibt deshalb in absehbarer Zeit immer der Standort.

Die Wirtschaftsjunioren fordern, dass hier Alternativen geschaffen oder Flächenreserven bereitgehalten werden müssen, um Beispiele wie das jüngste sich nicht wiederholen zu lassen. Umso mehr gilt dies, da Leverkusen mindestens mittelfristig auf attraktive und große Neuansiedlungen angewiesen sein wird, arbeitsmarktpolitisch wie gewerbesteuerseitig und insgesamt wirtschaftlich. Es geht dabei nicht in erster Linie um die Summe der zur Verfügung stehenden Flächen, sondern vor allem um deren Flexibilität. Zeiten, als man es sich leisten konnte, losgelöst von allen wirtschaftlichen Anforderungen darüber zu bestimmen, wie ein Gewerbegebiet zu erschließen ist, sind für Leverkusen längstens vorbei. Es geht jetzt darum, als Standort - mit signifikantem Mehrwert für den Wohn- und Arbeitsort - attraktiv zu sein. Dabei spielen entsprechende Gewerbeflächen eine entscheidende Rolle.

Mit welchem Erfolg dies praktiziert werden kann, sieht man immer wieder im benachbarten Langenfeld. Hier spielt die Summe aller Rahmenbedingungen die entscheidende Rolle. Dort stehen nicht nur die passenden Flächen bereit. Dort ziehen alle an einem - und zwar kurzem wie schnellem - Strang, um Erfolge für die Stadt zu erzielen. Dort werden Lösungen erarbeitet und Ergebnisse erzielt. Dort investiert die Stadt in Infrastruktur, sei es, um die Stadt zur Weihnachtszeit schöner zu machen oder Gewerbeansiedlungen nach Langenfeld zu holen.

In Leverkusen dagegen wettert jeder gegen jeden, obsiegen inhaltslose, parteiinterne Querelen in der Wahrnehmung. Lösungsvorschläge für das Problem im Falle „Rossmann“ – oder zukünftige Probleme solcher Art - hat jedenfalls keiner parat. Abseits dem leider erfolglosen Vermittlungsversuch des Oberbürgermeisters scheinen alle Fraktionen und Mandatsträger „lösungsfrei“. Ähnliche Szenarien gab es auch schon in anderen Fällen.

Selbst, wenn im Falle Rosssmann tatsächlich die Kuh nicht mehr vom Eis zu holen sein sollte, befürchten die Wirtschaftsjunioren deshalb, dass daraus auch für zukünftige Problemlagen keine Lehren gezogen werden. Natürlich wird als Verteidigungsargument auch wieder die Haushaltssicherung ins Felde geführt werden. Ein Generalablass für unterlassene Handlungspläne – früher, heute oder in Zukunft – kann das aber nicht sein.

Den Wirtschaftsjunioren geht es um die generelle Problematik, nicht um Schuldzuweisungen oder Verantwortung im Falle Rossmann. Für die insgesamt unbefriedigende Sachlage ist jedoch kein Oberbürgermeister, kein Baudezernent oder die Wirtschaftsförderung alleine verantwortlich, hier sind politische Leitlinien erforderlich, die aus den politischen Reihen im Stadtrat kommen müssen.

Die jungen Unternehmer und Führungskräfte würden sich nicht wundern, sollte sich Rossmann demnächst in Langenfeld wiederfinden, vielleicht auch Monheim. Jedenfalls dort, wo sich Leverkusen vehement wehrt ein Beispiel zu nehmen.


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Letzte Änderung am 07.12.2009 12:11 von leverkusen.
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