Stadtplan Leverkusen
25.11.2009 (Quelle: AGO)
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Durch die „Neue Stadtmitte“ wird zu Hause abgeworben, nicht in der Nachbarschaft


Befürchtungen nehmen wahre Gestalt an
Gedanken um Kölner Werbekonzept und erster Aderlass in der „alten“ City

Aus Köln hallen Rufe herüber, dass sich dort neue Gedanken gemacht werden, wie Kunden aus dem Umland, also auch aus Leverkusen, wieder verstärkt in die Köner Innenstadt gelockt werden können. Schon vernimmt man sogar seitens der Betreiber der neuen Rathaus-Galerie in Wiesdorf, dass es zum Wettbewerb um die Kunden aus Leverkusen und den naheliegenden Kölner Vororten kommen wird. Mehr als ein Zeichen dafür, dass die Neue Rathaus-Galerie in entscheidendem Ausmaß Kundenpotenziale innerhalb Leverkusens verlagern wird. Dies erkennt man bereits jetzt an den ersten Auswirkungen und Hiobsbotschaften rund um die Aufgabe des Intersportfachgeschäftes Röhrich, den Wechsel von Saturn sowie C&A in die neue Rathaus-Galerie. Sicher werden weitere Botschaften derart die nächsten Monate bestimmen und insbesondere in der „alten“ City Einschlaglöcher hinterlassen. Bereits jetzt gibt es nach inoffiziellen Schätzungen rund 100 Leerstände in Wiesdorf, deren Zahl mit Sicherheit weiter zunehmen wird. Die seinerzeitigen Kassandrarufe – ob aus Wiesdorf oder Opladen - bei der Auslobung des Projektes „Neue Stadtmitte“ waren also nicht aus der Luft gegriffen, sondern purer Realismus. Jetzt erntet die Politik die Früchte. die sie dereinst in blindem Euphorismus gesät hat. Jetzt heißt es, den Kannibalismus innerhalb Leverkusens aufzuhalten und allen Standorten eine gerechte und angemessene Chance zu lassen.

Der wichtigste Magnet für die City, nämlich C&A, soll angeblich in die Neue Rathaus-Galerie wechseln. Gerüchten zufolge ausgehend von der Wahl des Vorsitzenden der neuen Werbegemeinschaft der Rathaus-Galerie, wechselt vermeintlich auch Saturn den Standort. Intersport Röhrich hat schon aufgegeben, während ein dem Betreiber der Rathaus-Galerie nahestehender Sportfachhändler, den Platz einnimmt, der aus mancher Sicht statistisch wieder einmal als Neuansiedlung gewertet werden wird. Spannend bleibt, was betreffend Kaufhof in den nächsten Monaten passieren wird. Die in schwieriger Situation befindlichen Warenhäuser müssen einmal mehr erfolgsorientierte Entscheidungen treffen. Nicht zuletzt zählen Kaufhof und Saturn zum gleichen Konzern, der trotz aller Profitcentergedanken sicher auch auf das Konzernergebnis achten muss und wird.

Das erste städtebauliche Opfer der Rathaus-Galerie ist demnach die City C. Nach Woolworth wird dann wohl auch C&A dort wegziehen. Unter Umständen werden wiederum Betreiber aus Breidenbach- oder Hauptstraße dorthin ziehen. Usw, usw.. Da zeichnen sich schon die nächsten Brachflächen ab. Mit viel Chuzpe könnte der „Kelch“ an den Luminaden vorbeiziehen.

Dennoch darf dies die anstehende Gütergleisverlegung nicht gefährden. Die seinerzeitig betriebene Analyse mit dem Ergebnis, es würden durch die Neue Stadtmitte vornehmlich neue Kunden aus dem Umland nach Leverkusen gezogen, ist eine Farce, die Fachkundige stets und mit jetzt bestätigtem Recht bezweifelt haben. Auch das Umland schläft nicht, so dass das „Planetengetriebe“ voranläuft, wie man jetzt am neuen Werbekonzeptgedanken aus Köln sieht.

Also wird die Neue Stadtmitte innerhalb Leverkusens mehr Kannibalismus betreiben, als Glauben gemacht werden sollte. Wie gesagt, war das allen fachlich Involvierten von Anfang an klar.

Welche Opfer in nächster Zeit noch in den großen Gartopf fallen werden, ist nur eine Frage der Namen; dass das so kommen wird, kann jetzt niemand mehr verneinen. Wer dafür mindestens die moralische Schuld trägt, dürfte den Schuldigen bekannt sein.

Gespannt darf man sein, ob und wie am Ende Buch geführt wird über die Nettozunahme der Arbeitsplätze. Im Vorfeld wurden immer bis zu 1.000 genannt, die bar jeglicher Realität sind. Wenn am Ende kein Verlust resultiert, könnte man noch vom „Blauen Auge“ sprechen, mit dem man davongekommen ist.


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Letzte Änderung am 13.09.2018 22:35 von leverkusen.
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