Zur Kritik des Regierungspräsidenten am Haushaltsgebaren der Stadt Leverkusen

Veröffentlicht: 19.01.2007 // Quelle: Stadtverwaltung

Aus der Sicht des Stadtkämmerers bin ich mit Herrn Regierungspräsident Lindlar der Auffassung, dass die bisherigen Maßnahmen z. Z. noch nicht ausreichen, um den Haushalt abschließend zu konsolidieren. Wir sind aber dennoch auf konstruktivem, jedoch steinigem Weg.

Aber eine Kritik, so sie denn tatsächlich so formuliert worden ist, „das Kienbaum-Gutachten hätte man sich auch sparen können“, halte ich für nicht nachvollziehbar und vor dem Hintergrund der Anstrengungen von Rat und Verwaltung sogar für demotivierend.

Ein Gutachten, dass einen städt. Finanzaufwand von ca. 96.000 € verursacht hat und den Rat dazu veranlasst hat, 94 Maßnahmen mit einem möglichen Einsparvolumen von 19,4 Millionen € jährlich in der Realisierung bis 2015 zu beschließen, in dieser Weise zu qualifizieren, das macht mich schon betroffen.

Von diesen Vorschlägen des Rates sind in 2006 2,4 Mio. € realisiert. Leider konnte ein Einsparvolumen von ca. 1 Mio. € nicht umgesetzt werden, vor allem begründet durch Mehraufwendungen im Sektor Soziales und die noch nicht vollzogene Arbeitszeitverlängerung bei den tarifgebundenen Beschäftigten.

Immerhin hat aber die Stadt Leverkusen in den letzten 15 Jahren einen Personalabbau von 622 Beschäftigten bzw. Arbeitsplätzen betrieben, was eine Reduzierung von nahezu 18% in der Kernverwaltung bedeutet, und zwar ohne die Ausgliederung in Eigenbetriebe und Gesellschaften.

Die langfristige Verschuldung wurde seit 2003 von 304 auf 290 Mio. € reduziert. Dagegen befindet sich die kurzfristige Verschuldung in Form der sog. Kassenkredite bei einem heutigen Stand von 138,2 Mio. € gegenüber 132,8 Mio. € vor einem Jahr. Die Höhe dieser Kassenkredite ist jedoch maßgeblich verursacht durch den Einbruch in der Gewerbesteuer im Jahre 2001 von ca. 100 Mio. € auf ca. 40 Mio. €.

Damit wird deutlich, dass die Stadt Leverkusen nicht nur vor einem Ausgabenproblem steht, sondern vor allem auch ein Einnahmeproblem bei der Bewältigung der Haushaltskonsolidierung hat.

Angesichts der Rahmenbedingungen im öffentlichen Dienst und der derzeitigen Beschlusslage sind schnellere Ergebnisse als die, die z. Z. angestrebt werden, nicht möglich.

gez. Rainer Häusler

Stadtkämmerer


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Dieser Artikel wurde als Nachricht einsortiert in: Politik
Bisherige Besucher auf dieser Seite: 2.107
Weitere Meldungen


Weitere Artikel vom Autor Stadtverwaltung


Top 10 Artikel

der letzten 6 Monate

Platz 1 / 4207 Aufrufe

Keine S6 in Leverkusen bis voraussichtlich Ende August 2023 (Update 17.05.2023)

lesen

Platz 2 / 2297 Aufrufe

Fußball-Hallenturnier in Burscheid

lesen

Platz 3 / 2256 Aufrufe

Pressemitteilung: „Amplifon Fachgeschäft in Bergisch Gladbach“

lesen

Platz 4 / 2212 Aufrufe

A59 bis Sonntagabend: Vollsperrungen zwischen Kreuz Leverkusen-West und Rheinallee

lesen

Platz 5 / 2187 Aufrufe

100 Geschenke für Kinder und Senioren in Leverkusen

lesen

Platz 6 / 2176 Aufrufe

Heutiger Streik: Bahn-Nahverkehr in Leverkusen fällt wahrscheinlich weitestgehend aus

lesen

Platz 7 / 2172 Aufrufe

Silvestereinsatz der Polizei Köln: Einsatzkräfte mit Böllern beworfen - Feiernde durch Glasvordach gebrochen - Alkoholisierter Autofahrer stürzt von Brücke in Leverkusen

lesen

Platz 8 / 1555 Aufrufe

Tradition des Flugplatzfestes in Leverkusen wird 2023 fortgesetzt

lesen

Platz 9 / 1543 Aufrufe

Geschwindigkeitskontrollen in Leverkusen in der kommenden Woche

lesen

Platz 10 / 1193 Aufrufe

Öffnungszeiten zu Karneval 2023

lesen