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"Catwalk" mit „Liftboys“ für vierrädrige Diva

Mittels einer spektakulären Aktion gelangte Konzeptfahrzeug Rinspeed „zaZen“ ins Bayer Kasino
Veröffentlicht: 25.09.2006 // Quelle: Bayer

Marcel Derichs von der Bayer Gastronomie ist es gewohnt, dass besonderen Gästen in Bayers „guter Stube“ der sprichwörtliche „Rote Teppich“ ausgerollt wird. Doch so tief wie am gestrigen Sonntag hatte man noch nie in die Trickkiste greifen müssen, um einem Besucher den Weg ins Bayer Kasino zu ebnen. Derichs: „Das war eine der spektakulärsten Aktionen, um ein Ausstellungsstück ins Foyer zu bekommen.“

Wochen zuvor hatte die Bayer MaterialScience AG den automobilen Gast unter dem Namen „zaZen“ angekündigt, den das Unternehmen als Prototyp und Konzeptstudie für die Autos von morgen gemeinsam mit der Schweizer Design- und Konzeptschmiede Rinspeed auf seine vier Räder gestellt hatte. Nach seiner Aufsehen erregenden Premiere auf dem Genfer Autosalon Ende Februar 2006 und seiner Welttournee zu Fachmessen und Ausstellungen auf der ganzen Welt sollte der Bolide auf Porsche-Basis nun endlich am Firmensitz von Bayer MaterialScience Station machen. Gleich im Anschluss an die Präsentation während des „Tages der offenen Tür“ des Verbandes der Chemischen Industrie am Wochenende sollten alle Mitarbeiter ausgiebig die Gelegenheit haben, das 1,5 Millionen Euro teure Gefährt einige Tage lang hautnah zu erleben. Sozusagen am Objekt der Begierde sollten sie die hauseigenen Rohstoffe in ihrer schönsten Form kennen lernen: die transparente Dachkuppel mit integriertem, holographisch erzeugtem dritten Bremslicht und die durchsichtigen Sitzschalen, die glitzernde Außenhaut mit Millionen kleiner Svarowski-Kristalle und die Sitzpolster in dezentem Mango-Orange.

„ zaZen“, diese „Lichtgestalt“ auf vier Rädern, ist 355 PS stark und rund 300 Stundenkilometer schnell – nur Treppenstufen steigen kann sie nicht. Und weil so ein reinrassiger Sportwagen nur wenige Zentimeter Bodenfreiheit – gepaart mit ästhetisch schönen, aber langen Karosserieüberhängen – hat, schied eine handelsübliche Autorampe wegen zu großer Auffahr- und Abfahrwinkel als Problemlöser zur Überwindung der marmornen Hindernisse auf dem Weg in die Vorhalle des Kasinos aus. Das gute Stück hätte schlichtweg mit Front- und Heckschürze oder Bodenblech aufgesetzt.

Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und hier sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Statt schräger Rampe musste ein rund 20 Meter langer waagrechter Laufsteg für die Diva her. Diesen baute die Kölner Firma müllermusic Veranstaltungstechnik GmbH, die sich mit den extravaganten Bühnenwünschen von Künstlern bestens auskennt. Und nun musste der Bolide „nur“ noch vom Kasino-Vorplatz auf den gut 1,40 Meter höher liegenden „Catwalk“ gehievt werden. Kein Problem für die „Liftboys“ vom Leverkusener Spezial-Bergungs- und Abschleppunternehmen Schwientek. Mit vier gepolsterten Tragegurten, die an die Räder befestigt wurden, und einem Spezialkran setzten sie den rund 1,5 Tonnen schweren Traumwagen auf seine ungewöhnliche Piste. Die letzten Meter rollte der „zaZen“ dann ganz gemächlich aus eigener Kraft mit grollendem Motor: „Wartet ab, bis ich wieder Asphalt unter den Reifen habe …“

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