Fest der Neujubilare: Wenning: "Die gesteckten Ziele sind erreicht, der Weg in eine sehr gute Zukunft ist geebnet"

Gipperich: "Die Menschen in Deutschland brauchen wieder Perspektiven und Visionen"

Archivmeldung aus dem Jahr 2005
Veröffentlicht: 14.11.2005 // Quelle: Bayer

„Wir haben unsere umfassende Neuausrichtung sehr erfolgreich abgeschlossen“, so der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning beim Fest der Neujubilare am Samstag, dem 12. November 2005 in Leverkusen. Die gesteckten Ziele seien erreicht und die Ertragskraft nachhaltig gestärkt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende. „In allen drei Teilkonzernen belegen wir heute weltweit führende Positionen.“

Wenning zeigte sich überzeugt, dass mit der Trennung vom Großteil des klassischen Chemiegeschäfts und der umfassenden Neuausrichtung des Portfolios der Weg für eine sehr gute Zukunft geebnet sei. Bayer sei mit einem hervorragenden ersten Quartal gestartet und habe zur Jahreshälfte das höchste bereinigte operative Ergebnis der Firmengeschichte verzeichnet. Das dritte Quartal schließe nahtlos daran an. „Wir werden alles daran setzen, dass sich diese positive Entwicklung auch in Zukunft fortsetzt“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Er dankte allen Jubilaren, die mit ihrer Arbeit und ihren Leistungen über lange Jahre zu den weltweiten Erfolgen des Konzerns beigetragen hätten.

Bayer ehrt mit dem traditionellen Jubilarfest alle Mitarbeiter, die seit 25 oder 40 Jahren dem Unternehmen angehören. In diesem Jahr sind dies 1.567 Beschäftigte. Von ihnen können 1.322 auf eine 25jährige Tätigkeit und 245 Mitarbeiter auf eine 40jährige Tätigkeit bei der Bayer AG, ihren Teilkonzernen und Servicegesellschaften oder einem Tochterunternehmen zurück blicken.

Am Erfolg des Konzernumbaus seien in ganz wesentlichem Maße auch die Mitarbeiter beteiligt, sie sollen am Unternehmenserfolg partizipieren, betonte Wenning. Bereits für 2004 habe Bayer freiwillig 6 Prozent anstelle der vereinbarten 5 Prozent als Erfolgsbeteiligung an die Tarifmitarbeiter ausgeschüttet. Dies waren fast 44 Millionen Euro und eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 16 Millionen Euro. „Für das erfolgreiche Jahr 2005 – das kann ich Ihnen bereits heute versichern – wird diese Summe noch einmal um einen zweistelligen Millionenbetrag erhöht werden“, sagte Wenning. In Summe führe das dazu, dass selbst unter Berücksichtigung des Wegfalls der übertariflichen Zahlung zur Jahresprämie ein Bayer-Tarifmitarbeiter im nächsten Jahr durchschnittlich mehr ausgezahlt bekommen wird als in diesem Jahr. Von einer Kürzung könne also keine Rede sein. „Sie können mir glauben, dass Bayer kein Budget mit größerer Freude erhöht als das für die variable Mitarbeitervergütung. Sie ist Ausdruck und Beweis dafür, dass es unserem Unternehmen gut geht“, so der Vorstandsvorsitzende. Das bedeute aber nicht, dass es in einzelnen Bereichen keinen Handlungsbedarf gebe.

Die Bayer Industry Services (BIS) erwarte in diesem Jahr einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe und man müsse derzeit auch von weiter sinkenden Umsätzen ausgehen, erklärte Wenning. „Es ist also zu befürchten, dass ohne Gegensteuerungsmaßnahmen auch in den kommenden Jahren Verluste anfallen werden.“ In dem heutigen harten Wettbewerb könne sich aber kein Unternehmen leisten, dass eine Gesellschaft auf Dauer Verluste mache. Wenning: „Ohne Einschnitte wird es also leider nicht gehen, wenn die BIS wieder auf Erfolgskurs gebracht werden soll.“. Dies sei im Interesse aller Beteiligten, denn schließlich spiele BIS als kompetenter Dienstleister eine ganz wesentliche Rolle an den hiesigen Standorten, gerade auch für den Bayer-Konzern.

An die rund 100 BIS-Jubilare gewandt sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende: „Ich versichere Ihnen, welche Maßnahmen auch immer mit der Arbeitnehmervertretung beschlossen werden, wir bei Bayer nehmen unsere Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern sehr ernst.“ Zu bedenken sei, dass BIS mit Bayer und Lanxess zwei Gesellschafter habe, die nicht von vornherein in allen Punkten gleicher Auffassung seien. Wenning unterstrich die Verpflichtung der BIS und ihrer Gesellschafter, zu einer Lösung zu kommen, die alle Interessen, nicht zuletzt die der Mitarbeiter, berücksichtige.

Der Bayer-Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende, Erhard Gipperich, zeigte sich ebenfalls erfreut darüber, dass es Bayer es wirtschaftlich gut gehe und dass auch bei Lanxess die Erwartungen übertroffen und die Prognosen heraufgesetzt wurden. Der diesjährigen Tarifabschluss von 2,7 Prozent und die zusätzlich vereinbarte Einmalzahlung von 1,2 Prozent trage der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Chemiebranche Rechnung. Mit dem erfolgreichen Abschluss der neuen Vereinbarungen zu variablen und individuellen Einmalzahlung zeigte sich Gipperich zufrieden. Leider sei bei den Verhandlungen zur variablen Einmalzahlung (VEZ) ein einheitliches Vorgehen bei BIS nicht möglich gewesen. Man habe sich auf eine Sonderregelung bei BIS verständigt; danach betrage das VEZ-Budget für das laufende Geschäftsjahr 5 Prozent der Jahrestarifentgelte, bei Bayer seien es bei 100 %iger Zielerreichung 6 Prozent. Ab 2006 müsse nun für BIS eine eigene Vereinbarung für die übertarifliche Bezahlung abgeschlossen werden, so der Betriebsratsvorsitzende.

Wichtig sei, dass soziale Leistungen im Unternehmen erhalten blieben, Arbeitsplätze sicher seien und Ausbildungsplätze angeboten würden.
Gipperich hob hervor, dass die Sicherung der Ausbildungsplätze zwischen der IG BCE und dem Arbeitgeberverband Chemie im neuen Tarifvertrag festgeschrieben wurden. „Wir sind bei Bayer mit unseren 875 Ausbildungsplätzen im grünen Bereich und müssen alles daran setzen, dass diese Zahlen erhalten und wenn möglich noch ausgebaut werden.“

„Wir haben allerdings auch mit äußeren Rahmenbedingungen zu kämpfen, die sich auf unser Unternehmen auswirken“, sagte Gipperich und nannte als Beispiel das EU-Chemikaliengesetz. Im Oktober dieses Jahres habe der Bayer-Konzernbetriebsrat eine Resolution verabschiedet und die Bundesregierung aufgefordert, deutlich Stellung zu beziehen und auch eigene Interessen für das größte Chemieland in der EU zu verfolgen. Von der neuen Regierung werde ebenfalls eine ausgewogene Energiepolitik erwartet, die aus einem vernünftigen Mix bestehe – auch unter Einbeziehung der Kernenergie.
Auch dürften Schmälerungen der Arbeitnehmerrechte, Einschnitte in die Mitbestimmung und des Kündigungsschutzes nach Ansicht des Arbeitnehmervertreters nicht zum Tragen kommen. “Wir brauchen in unserem Land weniger Vorschriften, mehr Arbeitsplätze und mehr Mut zum Risiko“, betonte Gipperich und ergänzte: „Die Menschen in Deutschland brauchen wieder Perspektiven und Visionen.“

Der Vorsitzende des Bayer-Jubilarvereins, Dr. Ernst-August Kleinheidt, betonte: „Sie alle haben sich als verlässliche Leistungsträger erwiesen und fühlen sich dem Unternehmen verbunden; eine solche Verbundenheit muss von den Menschen gelebt und erlebt werden.“ Während des langjährigen Berufslebens hätten die Jubilare im Firmenverbund manche Veränderungen miterlebt, so ein sich wandelndes Umfeld und einen Wandel der Märkte. Bayer habe es immer verstanden, seine Chancen zu nutzen und durch ein gutes Miteinander von Führung und Mannschaft unterstützt worden. Kleinheidt warb für den Jubilarverein, der sich als Wertegemeinschaft im Unternehmen verstehe und ein Sympathieträger für Bayer sei.


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