Herbst-Pressekonferenz der Bayer AG: Gewinnschub im 3. Quartal: Operatives Ergebnis verdoppelt - Leverkusen


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Herbst-Pressekonferenz der Bayer AG: Gewinnschub im 3. Quartal: Operatives Ergebnis verdoppelt

Umsatz steigt um 19,1 Prozent auf 6,531 Milliarden Euro / Alle Teilkonzerne deutlich verbessert / Konzernergebnis von 52 Millionen auf 493 Millionen Euro gesteigert / Prognose nochmals erhöht: Bereinigtes EBIT soll 2005 um ca. 50 Prozent wachsen
Veröffentlicht: 09.11.2005 // Quelle: Bayer

Der Bayer-Konzern hat im 3. Quartal einen weiteren Gewinnschub erzielt und das operative Ergebnis verdoppelt: Das um Sondereinflüsse bereinigte EBIT stieg um 101,5 Prozent auf 691 (Vorjahr: 343) Millionen Euro. Alle drei Teilkonzerne erreichten erfreuliche Umsatz- und Ergebniszuwächse und verbesserten auch ihre Cashflow-Performance erheblich. "2005 - das lässt sich schon jetzt sagen - ist ein sehr gutes Jahr für Bayer", sagte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning bei der Herbst-Pressekonferenz in Leverkusen und hob den Ausblick für das Gesamtjahr noch einmal an. Für das bereinigte EBIT erwartet das Unternehmen jetzt einen Anstieg um etwa 50 Prozent. Im August war die Prognose auf 40 Prozent angehoben worden, der entsprechende Vorjahreswert beträgt 2,117 Milliarden Euro. Das Ziel, 2005 einen Umsatz von über 26 Milliarden Euro zu erzielen, wurde voll bestätigt.

Der Konzernumsatz verbesserte sich im Zeitraum Juli bis September um 19,1 Prozent auf 6,531 (5,485) Milliarden Euro. Dieser Anstieg ist neben der Akquisition des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneimitteln von Roche und den jetzt als extern ausgewiesenen Umsätzen mit Lanxess vor allem auf höhere Preise zurückzuführen, die um 7 Prozent gestiegen sind. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte erhöhten sich die Erlöse um 8,1 Prozent. Die Verdopplung des bereinigten EBIT ging auf deutliche Verbesserungen in allen drei Teilkonzernen zurück, die größten Beiträge lieferten HealthCare und MaterialScience. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 41,3 Prozent auf 1,164 (0,824) Milliarden Euro.

Im Ergebnis des 3. Quartals war per Saldo ein Sonderertrag von 179 Millionen Euro enthalten, während das Vorjahresquartal durch 77 Millionen Euro belastet war. Dabei führte die bereits angekündigte Änderung der Altersversorgungssysteme in den USA und Deutschland zu einem einmaligen, nicht zahlungswirksamen Sonderertrag von insgesamt 280 Millionen Euro. Dem standen im Wesentlichen 33 Millionen Euro Aufwendungen im Rahmen der Reorganisation des Polyurethan-Geschäfts, 27 Millionen Euro Sonderabschreibungen auf Gebäude, 25 Millionen Euro für Rechtsfälle sowie 13 Millionen Euro für die Integration des Consumer-Health-Geschäfts von Roche gegenüber.

Nach Sondereinflüssen verbesserte sich das EBIT auf 870 (266) Millionen Euro und das EBITDA um 83,4 Prozent auf 1,370 (0,747) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis konnte sogar von 52 Millionen auf 493 Millionen Euro gesteigert werden. "Das 3. Quartal war außerordentlich stark. Wir sind unseren Renditezielen einen weiteren entscheidenden Schritt näher gekommen", sagte der Vorstandsvorsitzende. Vor allem aufgrund des kräftig gestiegenen EBIT verbesserte sich der Brutto-Cashflow um 46,7 Prozent auf 920 (627) Millionen Euro. Der Netto-Cashflow kletterte um 913 Millionen auf 1,438 Milliarden Euro.

Zuwächse in allen drei Teilkonzernen

Zu der erfreulichen Gesamtentwicklung im 3. Quartal trugen alle drei Teilkonzerne bei. Als stärkster Wachstumstreiber erwies sich Bayer HealthCare: Hier stiegen die Erlöse um 21,0 Prozent auf 2,373 (1,961) Milliarden Euro. Ursache dafür war vor allem das von Roche erworbene Consumer-Health-Geschäft, währungs- und portfoliobereinigt lag der Umsatz um 6,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Division Pharma konnte wieder deutlich organisch wachsen und damit den Umsatzverlust durch den Patentablauf des Antibiotikums Cipro® in den USA mehr als wettmachen. Besonders erfreulich entwickelten sich Levitra® und Trasylol®. Das biotechnologisch hergestellte Bluterpräparat Kogenate® avancierte mit einem Zuwachs von 31,7 Prozent zum umsatzstärksten HealthCare-Produkt im 3. Quartal. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBIT des Teilkonzerns verbesserte sich auch dank der Ergebnisbeiträge aus der Allianz mit Schering-Plough in den USA um 12,3 Prozent auf 355 (316) Millionen Euro.

Auch die Entwicklung bei Bayer CropScience bezeichnete Wenning als erfreulich. Hier erhöhte sich der Umsatz um 4,2 Prozent auf 1,171 (1,124) Milliarden Euro, währungs- und portfoliobereinigt lag er auf Vorjahresniveau. Wegen des geringeren Schädlingsbefalls bei Baumwolle in Asien verzeichnete das Unternehmen bei den Insektiziden einen Umsatzrückgang von knapp 4 Prozent. Während die Fungizide auf Vorjahresniveau lagen, verbesserten sich die Herbizide um knapp 10 Prozent. Das Geschäft im nicht-landwirtschaftlichen Bereich wuchs sogar um 16 Prozent, der Bereich BioScience legte um gut 9 Prozent zu. Sehr dynamisch zeigte sich im saisonal sonst eher schwachen 3. Quartal die Ergebnisentwicklung des Teilkonzerns: Das bereinigte EBIT drehte mit 17 Millionen Euro ins Plus - nach einem Vorjahresverlust von 108 Millionen Euro. Für diesen Zuwachs waren neben dem Wegfall der Goodwill-Abschreibungen der Erfolg der Kostenstrukturprogramme sowie höhere Umsätze mit margenstärkeren Produkten ausschlaggebend.

Einen kräftigen Umsatzanstieg verzeichnete - wie bereits im 2. Quartal - Bayer MaterialScience. Hier wuchsen die Erlöse um 18,4 Prozent auf 2,639 (2,228) Milliarden Euro, währungs- und portfoliobereinigt entsprach das einem Plus von 13,4 Prozent. Angesichts einer starken Nachfrage und nach wie vor hoher Rohstoffkosten sei das Unternehmen in der Lage gewesen, im Vergleich zum Vorjahresquartal erhebliche Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen, sagte Wenning. Das bereinigte EBIT stieg um 150,7 Prozent auf 366 (146) Millionen Euro.

Kräftiges Wachstum in allen Regionen

Bayer wies im 3. Quartal auch in allen Regionen wachsende Umsätze aus, besonders aber in Europa. Hier stiegen die Erlöse durch die Roche-Consumer-Health-Akquisition und ein starkes MaterialScience-Geschäft um 22,1 Prozent. In Deutschland belief sich das Wachstum bereinigt um Portfolioeffekte auf rund 11 Prozent. Mit einem Wachstum von rund 20 Prozent entwickelte sich auch das Nordamerika-Geschäft sehr gut, dazu trugen alle Teilkonzerne bei. Deutlich zulegen konnten ebenfalls die Regionen Fernost/Ozeanien mit 14,9 Prozent sowie Lateinamerika/Afrika/Nahost mit 14,1 Prozent.

Konzernergebnis im Dreivierteljahr auf über 1,5 Milliarden Euro gestiegen

Auch mit den ersten neun Monaten des Jahres zeigte sich Wenning sehr zufrieden. Hier verbesserte sich der Konzernumsatz um 18,2 Prozent auf 20,288 (17,167) Milliarden Euro und das EBIT vor Sondereinflüssen um 56,2 Prozent auf 2,685 (1,719) Milliarden Euro. Nach Sondereinflüssen stieg das operative Ergebnis um 71,2 Prozent auf 2,620 (1,530) Milliarden Euro, das Konzernergebnis wuchs um 151,4 Prozent auf 1,551 (0,617) Milliarden Euro.

Positive Aussichten für den weiteren Geschäftsverlauf

Die Perspektiven für die weitere Geschäftsentwicklung bewertete Wenning optimistisch. "Wir erwarten, dass sich das weltwirtschaftliche Wachstum trotz hoher Rohölpreise weiter fortsetzen wird." In den USA geht das Unternehmen von einem weiterhin robusten Wachstum aus, auch Asien scheint seine Dynamik nach einer leichten Abschwächung auf hohem Niveau fortzusetzen. In Europa sind die konjunkturellen Perspektiven eher verhalten, während für Lateinamerika eine Fortsetzung des derzeitigen Wachstumstrends gesehen wird. Für das 4. Quartal erwartet Bayer ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erhöhtes bereinigtes EBIT.

Ausrichtung auf Innovation und Wachstum erfolgreich

"Die Zahlen des 3. Quartals belegen, dass die strategische Neuausrichtung auf Innovation und Wachstum die Ertragskraft des Konzerns nachhaltig verbessert hat", fasste Wenning zusammen. "Unsere umfangreichen Maßnahmen zur Kosten- und Effizienzverbesserung haben sich ausgezahlt." Bayer sei im 3. Quartal jedoch nicht nur operativ, sondern auch strategisch gut vorangekommen.

Auf der Innovationsseite gebe es erfreuliche Fortschritte in der Pharma-Pipeline, sagte Wenning. So rechnet Bayer weiter damit, das Krebsprodukt Nexavar® im 1. Halbjahr 2006 für die Anwendung gegen fortgeschrittenen Nierenkrebs in den USA auf den Markt bringen zu können. Für eine Vielzahl von weiteren Krebsarten laufen bereits klinische Studien in den Phasen II und III. Die Entwicklung des oralen Anti-Thrombosemittels Faktor-Xa-Inhibitor, bei dem die klinische Phase III in den kommenden Wochen starten soll, wird gemeinsam mit Johnson & Johnson vorangetrieben. Zusätzlich hat Bayer bei Pharma 11 Projekte in Phase I und 16 weitere in der Präklinik.

Bayer CropScience hat in den ersten neun Monaten mit 16 Wirkstoffen, die seit 2000 auf den Markt gekommen sind, einen Umsatz von 642 Millionen Euro erwirtschaftet. Inklusive weiterer 10 neuer Wirkstoffe, die ab 2006 auf den Markt kommen sollen, erwartet das Unternehmen bis zum Jahr 2011 ein Gesamtumsatzpotenzial von bis zu 2 Milliarden Euro aus der CropScience-Pipeline. Bayer MaterialScience erreicht mit neuen Produkten und Anwendungen der vergangenen 5 Jahre schon jetzt einen Umsatzanteil von 20 Prozent.

Konzernweite Innovations-Initiative gestartet

Wenning betonte, dass Bayer in diesem Jahr knapp 2 Mrd Euro für Forschung und Entwicklung ausgeben werde. "Wir haben mit Abstand das höchste Forschungsbudget aller deutschen Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Branche." Darüber hinaus hat Bayer eine konzernweite InnovationsInitiative gestartet, die unter dem Motto "Inspirationen, Ideen und Innovation" steht und deshalb den Namen "Triple-i" trägt. Mit diesem langfristig angelegten Programm sollen die Mitarbeiter weltweit noch stärker animiert werden, ihre kreativen Ideen und Anregungen einzubringen, um diese in einem eigens geschaffenen Innovationsprozess für den Konzern nutzbar zu machen. Darüber hinaus sollen insbesondere auch solche Ideen und Optionen ausgelotet werden, die jenseits der Teilkonzerne bzw. an deren Schnittstellen bestehen.

"Mit ‚Triple-i’ wollen wir nicht nur die Innovationskultur bei Bayer fördern, sondern auch allein im nächsten Jahr zusätzlich bis zu 50 Millionen Euro in neue Forschungsprojekte investieren", kündigte Wenning an. Das erste Geld soll in ein Projekt zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe aus Pflanzen fließen. "Ich bin überzeugt, dass dieser neuartige biotechnologische Ansatz in der Lage ist, zukünftig die industrielle Herstellung von Pharmazeutika wesentlich zu verändern", sagte Wenning. Damit unterstreiche Bayer seinen Anspruch, als Erfinderunternehmen vor allen Dingen durch Innovationen zu wachsen.


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