Stadtplan Leverkusen
30.06.2004 (Quelle: TSV Bayer 04)
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Erst die DM in Braunschweig bringt ultimative Entscheidungen


Die Rahmenbedingungen eineinhalb Wochen vor den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 10. und 11. Juli in Braunschweig sind klar, die Situation ist aber trotzdem unübersichtlich. Zwar haben schon acht Leverkusener Leichtathleten die Olympianormen erfüllt, doch endgültig entschieden, wer nach Athen reisen darf, wird erst bei den Titelkämpfen. „Da können einige der bisherigen Normerfüller wieder herausfallen, weil es in ihren Disziplinen ein Überangebot von Spitzenkräften gibt“, erklärt Leichtathletik-Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann. „Zugleich besteht für andere die Möglichkeit, sich noch einen Startplatz zu sichern. Das Leistungsniveau in den jeweiligen Disziplin spielt dabei eine entscheidende Rolle.“

Unter diesen Gesichtspunkten können sich wohl schon jetzt die Speerwerferin Steffi Nerius, der Hammerwerfer Markus Esser und der Hochspringer Roman Fricke ihres Athen-Startplatzes sicher sein. Gleiches gilt für Dreispringer Charles Friedek, der jedoch ein anderes Problem hat: Beim ersten Golden-League-Meeting des Jahres in Bergen (Norwegen) zog er sich am 11. Juni einen Muskelfaserriss im Oberschenkelbeuger zu, der ihn seitdem am Springen hindert. Vorausgesetzt er wird wieder fit, wovon Trainer Bernd Knut und Abteilungsgeschäftsführer Paul Heinz Wellmann ausgehen, ist der Weltmeister von 1999 wohl mit ziemlicher Sicherheit bei den Spielen dabei.

Auch ein anderer Weltmeister von 1999, Hammerwerfer Karsten Kobs nämlich, kann schon für Athen planen, denn er hat die Olympianorm (78,65 m) bereits im Jahr 2003 erfüllt, muss 2004 nur eine Bestätigungsleistung erbringen, was der 32-Jährige mit 78,58 Metern geschafft hat. Wenn nun außer seinem Vereinskollegen Markus Esser keine zwei weiteren Deutschen die A-Norm erfüllen, wovon auf Grund der Leistungsstärke der restlichen deutschen Hammerwerfer nicht auszugehen ist, kann Kobs die Koffer für die Griechenland-Reise packen.

Wesentlich komplizierter ist die Lage im deutschen Männer-Stabhochsprung. Hier brennt die Luft über der Latte, denn mit dem Kölner Tim Lobinger und den drei Leverkusenern Danny Ecker, Richard Spiegelburg und Lars Börgeling gibt es bereits vier Normerfüller. Außerdem stehen Michael Stolle (TSV Bayer 04 Leverkusen), Björn Otto (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) und Fabian Schulze (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) als Kandidaten für Athen bereit. Allerdings müssen sie die 5,70 Meter in dieser Saison erst noch knacken. „Das schaffe ich spätestens in Braunschweig“, ist sich Michael Stolle sicher. „Wichtig ist, bei der DM unter die besten Drei zu kommen, um nach Athen fahren zu können“, bringt er die Sache auf den Punkt.

Im Frauen-Stabhochsprung ist die Leverkusener Junioren-Weltmeisterin Floé Kühnert eine von bisher drei Normerfüllerinnen. Doch Vize-Weltmeisterin Annika Becker aus Erfurt und die WM-Sechste Yvonne Buschbaum haben die geforderten 4,40 Meter noch nicht überquert, weshalb es auch in dieser Disziplin in Braunschweig zu erheblichen Verschiebungen kommen könnte.

Eine Fußverletzung hat die dreimalige Zwei-Meter-Springerin Daniela Rath in dieser Saison bis dato um Höhenflüge gebracht. Mit ihr ist in Braunschweig aber ebenso zu rechnen wie mit der 800-Meter-WM-Fünften Claudia Gesell, die ähnlich wie Rath immer wieder von gesundheitlichen Rückschlägen getroffen wurde.

Hoffnungen kann sich zudem Weitspringer Nils Winter machen, der mit 8,17 Metern klar der beste Deutsche des Jahres ist und auch ohne die Olympianorm von 8,19 Metern wegen der extrem hohen internationalen Norm vom DLV für einen Athen-Start vorgeschlagen würde, insofern nicht noch ein Deutscher weiter als 8,17 Meter springt.

Anders als Nils Winter, der die Sache noch selbst in der Hand hat und mit einem Sprung auf 8,19 Meter alles klar machen könnte, bleibt Marathonläuferin Sonja Oberem nichts weiter übrig, als auf das Verständnis des NOK zu hoffen, dass am 19. Juli die Leichtathletik-Olympiastarter nominiert und auch über Sonja Oberem entscheiden muss. Die 31-Jährige hatte verletzungsbedingt ihren Olympiastart schon abgeschrieben, als sie vom DLV eine weitere Chance beim Wien-Marathon (16. Mai) erhielt, wo sie aber wegen einer nur fünfwöchigen Vorbereitungszeit und schlechten äußeren Bedingungen die Norm (2:30,00 min) um 58 Sekunden verpasst hatte. Doch als WM-Fünfte von 2001 und zweimalige Siegerin des Athen-Marathons (2001 und 2002) hofft sie nun auf Unterstützung des NOK’s. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat seine Hilfestellung bereits zugesagt.

„Trotz aller noch offenen Fragen bin ich fest davon überzeugt, dass wir unser Ziel, acht bis zehn Athleten nach Athen zu schicken, erfüllen werden“, sagt Paul Heinz Wellmann. „Wenn es optimal läuft, werden es sogar elf oder zwölf.“


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Letzte Änderung am 24.03.2013 11:56 von leverkusen.
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