Bayer plant IPO für Covestro : Notierung an der Frankfurter Börse im 4. Quartal 2015 vorgesehen

Kapitalerhöhung in Form neu ausgegebener Aktien von Covestro
Potenzial für Steigerung von Ertragskraft und Cashflow
Investment-Grade-Rating für Covestro angestrebt
Dividenden-Ausschüttungsquote von 30 bis 50 Prozent des Konzernergebniss

Archivmeldung aus dem Jahr 2015
Veröffentlicht: 04.09.2015 // Quelle: Bayer

Bayer will die Covestro AG („Covestro“) im Wege eines Initial Public Offering (IPO) an die Börse bringen. Covestro – vormals Bayer MaterialScience – ist ein weltweit führendes Polymer-Unternehmen und strebt eine Notierung im regulierten Marktsegment (Prime Standard) der Frankfurter Börse an. Das Angebot soll ausschließlich aus neuen Aktien bestehen, die Covestro im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgibt. Sie sollen privaten und institutionellen Anlegern in Deutschland und Luxemburg öffentlich angeboten werden. In anderen Ländern sind Privatplatzierungen vorgesehen. In Abhängigkeit vom Kapitalmarktumfeld ist der IPO von Covestro im 4. Quartal 2015 geplant.

Den Erlös aus dem Börsengang will Covestro vor allem für die Rückzahlung von Schulden an Bayer verwenden und so seine geplante Kapitalstruktur erreichen. Mit einer Nettofinanzverschuldung inklusive Pensionsverpflichtungen in Höhe des 2,5- bis 3-Fachen des bereinigten EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) für das Geschäftsjahr 2015 strebt Covestro ein Investment-Grade-Rating an.

Dekkers: „Klare Vorteile für Bayer und Covestro“
Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, erklärte: „Wir haben den besten Weg für die Verselbstständigung des MaterialScience-Geschäfts gesucht und sind zu der Überzeugung gelangt, dass ein IPO klare Vorteile sowohl für Bayer und Covestro als auch für ihre jeweiligen Stakeholder bietet. Diese Transaktion erlaubt es beiden Unternehmen, sich auf ihre jeweiligen strategischen Ziele zu konzentrieren.“

„Der IPO von Covestro ist ein weiterer Schritt hin zu einem unabhängigen Unternehmen. Dadurch erhalten wir die Möglichkeit, uns als reiner Polymeranbieter mit starken Wettbewerbsvorteilen zu positionieren“, erklärte der Covestro-Vorstandsvorsitzende Patrick Thomas. „Wir sind zuversichtlich, dass Anleger die Gelegenheit begrüßen werden, in ein marktführendes, fokussiertes Unternehmen investieren zu können.“

Positive Wachstumsaussichten
Unabhängigen Untersuchungen zufolge sind für die Märkte von Covestro Wachstumsraten zu erwarten, die über dem weltweiten Wirtschaftswachstum liegen. Diese Entwicklung wird durch Makrotrends wie den Klimawandel, die steigende Mobilität und die zunehmende Urbanisierung unterstützt. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen stellt das Unternehmen unter anderem Produkte zur Dämmung von Gebäuden und Kühlgeräten, für den Leichtbau im Verkehrssektor sowie zur Herstellung lösemittelfreier Lacke, Beschichtungen und Klebstoffe bereit. Auch künftige Neuentwicklungen sollen den genannten globalen Trends Rechnung tragen.

Dank seiner führenden Prozesstechnologien und seiner hochmodernen World-Scale-Produktionsanlagen besitzt Covestro eine äußerst wettbewerbsfähige Kostenstruktur. Kundennähe gewährleistet das Unternehmen durch seine acht Produktionsstandorte in Europa, Asien und Amerika und sein globales Netz von technischen Zentren, die individuelle Kundenlösungen anbieten.

Covestro strebt mittelfristig ein Wachstum bei Umsatz und bereinigtem EBITDA an. Gemäß dem separaten Abschluss (Combined Financial Statements) erwirtschaftete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 11,761 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA in Höhe von 1,161 Milliarden Euro. Wesentliche Faktoren für den Ausblick sind wachsende Anlagenauslastung sowie konsequente Kostendisziplin. Es wird damit gerechnet, dass die erwartete steigende Nachfrage eine höhere Auslastung auch der kürzlich erweiterten Kapazitäten nach sich zieht.

Für den freien Cashflow wird aufgrund eines begrenzten Bedarfs an Neuinvestitionen in Sachanlagen ebenfalls ein Wachstum erwartet. Darüber hinaus beabsichtigt Covestro, die Gesamtkosten an das Niveau vergleichbarer Unternehmen der chemischen Industrie heranzuführen. Zusammen mit der angestrebten Anlagenoptimierung werden so bis zum Jahr 2019 Bruttoeinsparungen in Höhe von insgesamt 420 Millionen EUR erwartet.

Starke Finanzkennzahlen im 1. Halbjahr 2015
Die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens spiegelt sich in den starken Finanzkennzahlen von Covestro im 1. Halbjahr 2015 wider. So legten die Absatzmengen gegenüber dem 1. Halbjahr 2014 um 4,3 Prozent zu. Der Umsatz erhöhte sich dem separaten Abschluss zufolge um 9,5 Prozent auf 6,264 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich erheblich um 46,2 Prozent auf 914 Millionen Euro, unter anderem dank positiver Währungseffekte. Die bereinigte EBITDA-Marge von 14,6 Prozent lag 3,7 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Der freie operative Cashflow erhöhte sich auf 321 Millionen Euro nach minus 85 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Zu dieser erfreulichen Entwicklung trugen alle drei Business Units bei: Polyurethanes erzielte in der ersten Jahreshälfte 2015 ein Umsatzplus von gut 5 Prozent, wobei die bereinigte EBITDA-Marge um 1,3 Prozentpunkte auf 12,1 Prozent stieg. Die Business Unit Polycarbonates verzeichnete fast 18 Prozent höhere Umsätze und konnte ihre EBITDA-Marge auf 16,7 Prozent mehr als verdoppeln (6,5 Prozent im 1. Halbjahr 2014). Coatings, Adhesives, Specialties (CAS) steigerte den Umsatz um 14,5 Prozent, die bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich auf 24,6 Prozent (23,2 Prozent im Vorjahreszeitraum).

Nachhaltige Dividendenpolitik geplant
Covestro will die Aktionäre an seinem Geschäftserfolg beteiligen. Die Dividendenpolitik des Unternehmens sieht ab 2016 Ausschüttungen in Höhe von 30 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses (nach IFRS) vor. „Wir gehen davon aus, dass unsere effiziente Kapitalstruktur und der starke freie Cashflow eine nachhaltige Dividendenpolitik ermöglichen“, so Thomas. Bei erfolgreichem IPO im 4. Quartal 2015 will Covestro der Hauptversammlung 2016 eine Ausschüttungssumme für das Geschäftsjahr 2015 von insgesamt rund 100 bis 150 Millionen Euro vorschlagen.

Covestro verfügt über mehr als 16.000 hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter und wird von einem starken Managementteam geleitet, das nachweisbare Erfolge aufzuweisen hat und sich klar zur langfristigen Wertschaffung bekennt.

Führende Industriepositionen, fokussiertes Portfolio
Als langjähriger Partner der Wahl für Kunden in aller Welt kann Covestro auf eine 80-jährige Geschichte in der Entwicklung marktorientierter, innovativer Polymere zurückblicken, die in zahlreichen Branchen eingesetzt werden. Das Unternehmen nimmt weltweit im gesamten Portfolio führende Industriepositionen ein, die es auch verteidigen kann. Es ist in Geschäften tätig, die bestimmte Eintrittsbarrieren aufweisen. Diese ergeben sich aus einem hohen Investitionsbedarf, engen Kundenbeziehungen sowie langfristigen Kooperationen bei Forschung und Entwicklung.

Zu den Erfindungen von Covestro zählen die Polyurethane. Das Unternehmen ist heute weltweit der größte Komponentenhersteller für diese vielseitigen Werkstoffe, die hauptsächlich als weicher und harter Schaumstoff für zahlreiche Branchen wie die Möbel-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie genutzt werden. Auch bei einer weiteren Erfindung, den Polycarbonaten, zählt Covestro zu den größten Anbietern. Dieser Hightech-Kunststoff wird in wichtigen Bereichen wie der Automobil- und Elektronikindustrie sowie in der Medizintechnik eingesetzt.

Eine immer wichtigere Säule des Geschäfts von Covestro und eine solide Plattform für künftige Entwicklungen sind hochwertige Spezialpolymere aus Polyurethanen. Sie dienen als Ausgangsstoffe für Lacke, Klebstoffe und Spezialchemikalien, die in der Automobil-, Bau-, Textil- und Kosmetikindustrie und anderen wichtigen Branchen verwendet werden. Covestro ist weltweit führend bei der Entwicklung und Herstellung dieser Erzeugnisse und verkauft mehr als 2.300 maßgeschneiderte Produkte an über 4.300 Kunden.

Bei der geplanten Transaktion handeln die Deutsche Bank und Morgan Stanley als „Joint Global Coordinators“. Gemeinsam mit Bank of America Merrill Lynch, Citi, Credit Suisse, JP Morgan und UBS sind sie ferner „Joint Bookrunners“. BNP Paribas und Unicredit / Kepler Cheuvreux wurden zu Co-Konsortialführern bestimmt.


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