Schloss Morsbroich: Zweiter KlassikSonntag!

Glinka, Prokofjew, Dvořák mit der WSL

Archivmeldung aus dem Jahr 2022
Veröffentlicht: 23.10.2022 // Quelle: KulturStadtLev

Eifersucht, Duell und Tod eines Dichters – nicht etwa die Handlung von Glinkas Oper „Ruslan und Ludmilla”, son-dern das Schicksal Puschkins, der die literarische Vorlage geliefert hatte. Der Zar war in die Intrige verwickelt, und Zensur konnte nur mit Mühe abgewehrt werden. Kurz vor der Premiere entstand die mitreißende Ouvertüre.
Prokofjew, Weltbürger mit Heimweh, schrieb sein zweites Violinkonzert 1935 dem französischen Virtuosen Robert Soetens in die Finger. Gemäß seiner „neuen Einfachheit” wählte er eine klassische dreisätzige Form und eine trans-parente, einfache und moderne Klangsprache. Dies wurde im Westen für Neoklassizismus gehalten, in der Sowjet-union hingegen als Abkehr vom Formalismus gewertet; der Volkston im Hauptthema des 1. Satzes mag dazu bei-getragen haben. Im atemlosen Schlusssatz hingegen sorgt Schlagwerk für eine charakteristische Klangwelt.
„Aus der neuen Welt“ ist der Beiname von Antonín Dvořáks neunter Sinfonie, inspiriert von seinem dreijähri-gen Aufenthalt in den USA; dort sog er Eindrücke aller Art begierig in sich auf, so auch Henry W. Longfellows Verse-pos „Hiawatha“ über die legendäre Gestalt des Irokesen-bundes. Jenseits dieses mutmaßlichen Inhalts stehen die miteinander verschränkten Sätze mit ihren Motiven und Themen in einem komplexen Beziehungsgeflecht. Das erste Hauptthema erscheint in allen folgenden Sätzen, und das Finale verarbeitet zudem die Hauptthemen der Mit-telsätze. Hingegen dürften Dvořáks Eindrücke von der Mu-sik der Ureinwohner und der Afroamerikaner eher ober-flächlicher Natur gewesen sein; pentatonische Melodik und Synkopen-Rhythmik könnten genauso gut böhmisch sein, und aus dem Ländler im dritten Satz grüßt eindeutig die Heimat!

Programm des Sinfoniekonzerts am 30. Oktober 2022, um 18.00 Uhr

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Michail Glinka Ouvertüre zu „Ruslan und Ludmilla“
Sergej Prokofjeff Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 op. 63
Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 9 op. 95 „Aus der neuen Welt“
Westdeutsche Sinfonia Leverkusen
Rebekka Hartmann Klavier
Dirk Joeres Leitung
Auf der Website der KSL hier: https://www.kulturstadtlev.de/veranstaltungskalender/eventdetail/zweiter-klassiksonntag/

Der Besuch der Matineeveranstaltung ist für Konzertbesucher*innen kostenlos; der Besuch der Orchesterprobe (bei der Teile des Konzerts angespielt werden) ist für alle Interessenten kostenlos! Und natürlich muss niemand an allen Etappen teilnehmen – wer nur das Konzert besuchen will, kann dies gerne tun. Aber verpasst etwas.

Stimmen zum Klassik Sonntag

„Der … Sonntag kulminierte in einem fabelhaften Konzertabend… Das Publikum war hingerissen“, so die Zeitschrift „Das Orchester“ über die höchst erfreulichen Reaktionen auf den KlassikSonntag!. Im Herbst 2008 erstmals aufgelegt, hat sich der „KlassikSonntag!“ mit seinem innovativen Ganztagskonzept weit über die Grenzen Leverkusens hinaus einen Namen gemacht. Die Zeitschrift „FonoForum“ sprach von einem „Wunder“ und eröffnete mit dem KlassikSonntag! die Reportageserie „Außergewöhnliche Konzertreihen“; WDR und DLF sendeten ausführliche Features. Der KlassikSonntag! macht klassische Musik nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf anregende und spannende Weise für (fast) alle Sinne erlebbar – und das für Jung und Alt. Ein ganzer Tag rund um die Musik mit Einsichten und faszinierenden Hörerlebnissen!

Rebekka Hartmann

Die 1981 in München geborene Rebekka Hartmann beginnt im Alter von fünf Jahren bei dem Suzuki-Pädagogen Helge Thelen mit dem Geigenspiel. Sie studiert in München bei Prof. Andreas Reiner sowie in Los Angeles bei Prof. Alice Schoenfeld. Weitere wertvolle Impulse erhält sie durch internationale Meisterkurse, u. a. mit Rainer Kussmaul sowie in der Zusammenarbeit mit Josef Kröner.
Rebekka Hartmann ist außerdem Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe, darunter der Internationale Henri Marteau Violin Wettbewerb, Lichten-berg (2005), der internationale Musikwettbewerb „Pacem in Terris“, Bayreuth (2004) und der „Jascha Heifetz Scholarship“, USA (2002).
Ihre internationale Konzerttätigkeit bringt Rebekka Hartmann mit Dirigenten wie Chris-toph Eschenbach, Justus Frantz, Salvador Mas Conde, Esa Pekka Salonen, Jukka Pekka Saraste und Enoch zu Guttenberg zusammen.
Auftritte als Solistin führen sie unter anderem in die Schweiz, nach Großbritannien, Ös-terreich, Asien und in die USA sowie zu bedeutenden Festivals, wie das Schleswig-Holstein Musikfestival und die Weilburger Schlosskonzerte. Dabei begeistert die Geigerin mit renommierten Orchestern wie den Bamberger Symphonikern, den Aachener Sym-phonikern, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und dem Deutschen Kammerorchester Berlin Publikum und Fachpresse gleichermaßen. Häufig ist sie auch in Zusammenarbeit mit dem Orchester der Klangverwaltung München und in Solo- und Duo-Rezitalen zu erleben.
Ihr Repertoire umfasst das gesamte Spektrum der Violinliteratur vom Frühbarock bis zur neuesten Musik. Hierbei gab sie auch einige Uraufführungen und Ersteinspielungen, unter anderem mit Werken für Geige Solo von Håkan Larsson und Anders Eliasson.
2006 erscheint ihre Debüt-CD mit Solowerken von Johann Sebastian Bach, Paul Hinde-mith und Bernd Alois Zimmermann bei dem Münchner Label Farao Classics.
Für ihre CD „Birth of The Violin“ (2011, Solo Musica) erhält Rebekka Hartmann den ECHO KLASSIK 2012 in der Kategorie „Beste Solistische Einspielung des Jahres“. Die barocken Werke deutscher, italienischer und französischer Komponisten sind bis auf wenige Ausnahmen Weltersteinspielungen.
Seit vielen Jahren verbindet Rebekka Hartmann eine tiefe Kammermusikfreundschaft mit der Pianistin Margarita Oganesjan. Das Duo Hartmann-Oganesjan konzertiert weltweit. Mit der unter dem Label Farao Classics im April 2015 erschienenen CD „Views from Ararat“ verbinden die beiden Musikerinnen Werke armenischer und türkischer Kompo-nisten und verwirklichen damit ein Konzeptalbum, das ein musikalisches Ausrufezeichen setzt zum schwelenden politischen Konflikt am Fuße des biblischen Bergriesen.

Eine weitere CD-Einspielung erschien im Mai 2015 bei Musiques Suisses in Kooperation mit dem Schweizer Radio. Sie umfasst das Gesamtwerk von Paul Juon für die außerge-wöhnliche Besetzung zwei Violinen und Klavier.
Ihre neueste CD bestehend aus Violinkonzerten von G. Tartini, J. Haydn und F. Mendels-sohn-Bartholdy mit den Salzburg Chamber Soloists unter der Leitung von Lavard Skou Larsen erscheint im September 2018 bei Solo Musica. Diese CD ist nominiert für den ICMA 2019.
Rebekka Hartmann spielt auf einer Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahre 1675.
Mehr Infos unter www.rebekka-hartmann.com

Westdeutsche Sinfonia Leverkusen

Als die Westdeutsche Sinfonia unter Leitung von Dirk Joeres 1991 ihr Debüt im Musik-vereinssaal Wien gab, hob die Presse den „glasklaren klassischen Glanz“ des Klangbil-des hervor. Inzwischen hat sich das Orchester auch Konzertsäle wie das Amsterdamer Concertgebouw, die Berliner Philharmonie, das Londoner Barbican und das Kennedy Center Washington erobert.
Seine Gründung 1987 verdankt die Sinfonia einem originellen Konzept: führende Mu-siker von zehn nordrhein-westfälischen Orchestern (Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duis-burg, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Mönchengladbach/Krefeld, Münster, Wuppertal) kommen in ihr zusammen. Das Orchester hat mit dem „KlassikSonntag!“ eine eigene Konzertreihe im Forum Leverkusen und geht auf Tournee in Europa und den USA. Sei-ne erste CD-Einspielung erschien 1989; 1991 schrieb das Gramophone Magazine Lon-don anlässlich des Critics’ Choice Award für eine Brahms-CD: „superbes Orchesterspiel und ausdrucksstarke, durchdachte Interpretationen“.
Das Repertoire der Sinfonia umfasst klassische Schwerpunkte wie sämtliche Beethoven- und Schubert-Sinfonien, die z. Zt. auch für einen CD-Zyklus eingespielt werden, aber auch Wiederentdeckungen und Uraufführungen etwa beim Beethovenfest Bonn und beim Schleswig-Holstein Musikfestival. Auch bei den Festivals von Bratislava, Budapest, Cheltenham, Ljubljana, London sind Dirk Joeres und die Westdeutsche Sinfonia wie-derholt zu Gast. Anläßlich ihres Debüts im Großen Festspielhaus Salzburg in 2004, schrieben die Salzburger Nachrichten: „das Orchester ist vorzüglich konsolidiert in Spieldisziplin und Klangbalance. Joeres gehört zu jenen Dirigenten, die allemal wissen, wie Musik unmittelbar zum ‚Sprechen’ kommt.“

Termin

Sonntag, 30. Oktober 2022
11:00 Uhr Einführung - Musik & Gespräch 17:00 Uhr Öffentliche Probe 18:00 Uhr
Konzert

Veranstaltungsorte
Einführung: Schloss Morsbroich
Gustav-Heinemann-Str. 80
51377 Leverkusen

Öffentliche Probe und Konzert
Forum (Großer Saal)
Am Büchelter Hof 9
51373 Leverkusen

Karten
42,50-26,50 € (erm.: 23-15 €)
Kartenbüro Forum Tel. 0214-406 4113;
tickets@kulturstadtlev.de, reservix
und hier: www.kulturstadtlev.de

Empfohlen für die Familienkarte PLUS für Publikum ab 12 Jahren!

Ticketlink zur Veranstaltung: https://kulturstadtlev.reservix.de/p/reservix/event/1938732
Ort aus dem Stadtführer: Grenzen
Denkmäler aus dem Artikel: Forum
Anschriften aus dem Artikel: Am Buechelter Hof 9, Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58
Straßen aus dem Artikel: Gries, Am Büchelter Hof, Gustav-Heinemann-Str.
Themen aus dem Artikel: Beethovenfest Bonn, KlassikSonntag!, Plus, Debut, Schleswig-Holstein Musikfestival, Das Orchester, ECHO Klassik

Kategorie: Kultur
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