Die aktuellen Diskussionen rund um das Baden im Rhein zeigen erneut, wie wichtig sichere
Möglichkeiten zur Abkühlung gerade an heißen Sommertagen sind. Für die Fraktion Die Lin-
ke Leverkusen ist dabei klar: Hitzeschutz und der Zugang zu öffentlichen Freizeitangeboten
dürfen weder vom Einkommen noch von der digitalen Ausstattung eines Menschen abhän-
gen.
Im Freibad Wiembachtal können Tageskarten derzeit nur online erworben werden. Wer kein
Smartphone besitzt, kein Onlinebanking nutzt oder nicht über PayPal, Apple Pay oder ver-
gleichbare Zahlungsmöglichkeiten verfügt, kann nicht einfach spontan ins Freibad gehen
und den Eintritt vor Ort bezahlen. Aus Sicht der Linken ist das eine unnötige digitale Barriere.
Gerade ältere Menschen, Jugendliche und Menschen mit geringem Einkommen dürfen da-
durch nicht vom Besuch eines kommunalen Freibads ausgeschlossen werden. Nicht jeder
Jugendliche verfügt über ein eigenes Onlinekonto oder digitale Zahlungsmittel. Nicht jeder
ältere Mensch möchte oder kann sämtliche Zahlungen über das Smartphone abwickeln. Und
für Menschen mit wenig Geld kann es durchaus einen Unterschied machen, ob noch einige
Euro Bargeld vorhanden sind oder ob eine digitale Zahlung möglich ist. Besonders Menschen
mit niedrigem Einkommen leben häufiger in Wohnungen, die sich im Sommer stark aufhei-
zen. Nicht jeder hat einen Garten, einen Balkon, einen eigenen Pool oder die Möglichkeit, der
Hitze auf andere Weise auszuweichen. Ein öffentliches Freibad ist deshalb mehr als ein Frei-
zeitangebot – es kann an heißen Tagen auch ein wichtiger Ort zur Abkühlung und Erholung
sein.
„Wer Menschen aus guten Gründen verbietet, im Rhein zu baden, muss gleichzeitig dafür
sorgen, dass sichere Alternativen möglichst niedrigschwellig erreichbar sind. Es kann
nicht sein, dass jemand an einem heißen Tag vor dem Freibad steht und nicht hinein-
kommt, nur weil kein PayPal-Konto oder Onlinebanking vorhanden ist“.
Dabei geht es der Linken ausdrücklich nicht darum, den Onlineverkauf abzuschaffen. Wer
sein Ticket vorab digital buchen möchte, soll diese Möglichkeit weiterhin nutzen können. Zu-
sätzlich soll aber wieder eine unkomplizierte Möglichkeit geschaffen werden, Tageskarten
direkt vor Ort zu erwerben – möglichst auch gegen Bargeld.
Die Fraktion Die Linke arbeitet derzeit an einem entsprechenden Antrag für den Rat der
Stadt Leverkusen. Ziel ist es, spätestens zur Freibadsaison 2027 wieder einen Zugang zu er-
möglichen, der niemanden aufgrund fehlender digitaler Zahlungsmöglichkeiten ausschließt.
Denkbar ist beispielsweise ein festes Kontingent an Tageskarten, das für den Verkauf vor
Ort zurückgehalten und mit dem bestehenden Online-Ticketsystem verknüpft wird.
„Ein kommunales Freibad muss für alle da sein. Digitalisierung kann vieles einfacher ma-
chen, sie darf aber nicht zur Zugangsvoraussetzung für öffentliche Angebote werden.
Soziale Teilhabe, digitale Barrierefreiheit und Hitzeschutz gehören für uns zusammen.“