Rund 150 Einsatzkräfte haben am Donnerstag (24. September 2026) in fünf Städten des Rhein-Wupper-Raums – darunter Leverkusen – Nagelstudios, Massagestudios und Prostitutionsbetriebe kontrolliert. Dabei stießen die Behörden auf illegale Beschäftigung, Hygienemängel und in einem Fall auf einen Verdacht auf Menschenhandel.
Die Kontrollaktion wurde von der Gemeinsamen Koordinierungsstelle Rhein-Wupper (GeKo) koordiniert, der die Städte Langenfeld, Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal angehören. Insgesamt wurden 32 Betriebe überprüft: zwölf Nagelstudios, 16 Massagestudios und vier Prostitutionsstätten. Neben den städtischen Ordnungsbehörden waren Ausländerbehörden, der Zoll, das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität sowie die Polizei an dem Einsatz beteiligt.
Die Bilanz der unangekündigten Kontrollen fällt deutlich aus: Die kommunalen Behörden leiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen nicht angemeldeter Prostitution, Verstößen gegen die Preisangabenverordnung und gegen die Ausweismitführpflicht nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz ein. In zahlreichen Betrieben wurden zudem hygienische Mängel beanstandet. In mehreren Fällen stellten die Einsatzkräfte teils hohe Bargeldbestände sicher. Eine nicht genehmigte Prostitutionsstätte wurde versiegelt.
Insgesamt 22 Personen, die sich illegal in Deutschland aufhielten, wurden angetroffen. Die Zöllnerinnen und Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Hauptzollämter Düsseldorf und Köln befragten 21 Personen zu ihrer Beschäftigung. Dabei ergaben sich noch vor Ort konkrete Hinweise, dass zwei Arbeitgeber die nach dem Mindestlohngesetz vorgeschriebenen Stundenaufzeichnungen nicht führten. Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität und die Finanzämter stellten teilweise gravierende Kassenmängel fest. In einem Fall prüft die Polizei einen Verdacht auf Menschenhandel.
Marcus Richter, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Ordnung und Straßenverkehr der Stadt Leverkusen, leitet gemeinsam mit Oliver Konsierke aus Langenfeld die GeKo-Arbeitsgruppe „Schleuserkriminalität und Menschenhandel". Er betonte die Wirkung der übergreifenden Zusammenarbeit: „Rechtswidriges Verhalten endet nicht an Stadtgrenzen. Durch die Zusammenarbeit im Rahmen der GeKo haben die Kontrollen einen hoffentlich umso nachhaltigeren Effekt."
GeKo-Geschäftsführer Stefan Grawe ergänzte: „Die Feststellungen zeigen die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit solcher Kontrollaktionen. Unsere Kommunen haben Möglichkeiten und die nutzen wir nun gemeinsam."
Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel war nach eigenen Angaben vor Ort dabei und sprach sich für regelmäßige Kontrollen dieser Art aus: „Wer für Sicherheit und Ordnung sorgen will, muss konsequent handeln und Verstöße auch konsequent verfolgen." Er dankte allen beteiligten Einsatzkräften ausdrücklich für ihren Einsatz.
Die GeKo kündigte an, ihre städteübergreifenden Kontrollen in verschiedenen Gewerbebereichen fortzusetzen. Hintergrund der Aktionen ist, dass in Betrieben der betroffenen Branchen immer wieder prekäre Arbeitsbedingungen festgestellt werden – von Ordnungswidrigkeiten bis hin zu schweren Straftaten wie Ausbeutung und Menschenhandel. Zugleich sollen seriös arbeitende Betriebe vor unlauterem Wettbewerb geschützt werden.