Planungsgesellschaft empfiehlt Standort Leverkusen-Lützenkirchen für Lkw-Rastanlage


Archivmeldung aus dem Jahr 2019
Veröffentlicht: 07.05.2019 // Quelle: Stadtverwaltung

Die im Auftrag des Landes NRW tätige Planungsgesellschaft DEGES hat heute ihre Empfehlung für den Standort einer Lkw-Rastanlage im Bereich der A1 zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen und Wuppertal-Nord bekannt gegeben. Demnach hat die DEGES fünf potenzielle Standorte näher betrachtet und schlägt als am besten geeigneten Standort für den Bau einer Rastanlage in Fahrtrichtung Dortmund den Bereich Lützenkirchen (auf Steinbücheler Seite) vor. In Fahrtrichtung Köln schlägt sie eine Rastanlage auf Burscheider Stadtgebiet (Dürscheid) als am besten geeignet vor.

Oberbürgermeister Richrath erklärt dazu:
„Politik, Verwaltung und Bürgerschaft werden diese Entscheidung nicht akzeptieren und massiv auf Land und Bund einwirken, damit diese Entscheidung nicht weiterverfolgt wird. Leverkusen trägt wie kaum eine andere Kommune in Deutschland seit Jahrzehnten die Lasten als europäischer Verkehrsknotenpunkt auf Straße und Schiene. Leverkusen wird mit dem Aus- und Umbau von A1 und A3 im Stadtgebiet auf Jahre hinaus weitere erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger erleiden müssen.

Nun sollen auch noch weitere dringend benötigte Grün- und Freiflächen in einem Landschaftsschutzgebiet dem Ausbau der überörtlichen Verkehrsinfrastruktur geopfert werden. Dies sprengt endgültig das Maß des Erträglichen. Zudem drohen durch das Vorhaben zusätzliche negative Auswirkungen auf die ohnehin schon stark eingeschränkte Siedlungsentwicklung in Leverkusen. Wir werden uns daher dieser Richtungsentscheidung mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Mitteln und auf allen politischen Ebenen widersetzen und auch die Einleitung aller denkbaren rechtlichen Schritte prüfen. Ich habe dies den Vertretern des Landes und der DEGES auch bereits sehr nachdrücklich so mitgeteilt.“



Sicht der Landesregierung
Standortuntersuchung für zusätzliche Parkplätze an der Bundesautobahn A1 vorgestellt


Die Vorzugsstandorte für zwei neue Park- und Rast-Anlagen an der Bundesautobahn A1 liegen in Burscheid und in Leverkusen-Lützenkirchen gemeint ist Steinbückel

Das Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und die Planungs- und Projektmanagement-Gesellschaft DEGES haben heute (7. Mai 2019) das Ergebnis der Standortuntersuchung für zwei Park- und Rast-Anlagen mit sanitären Einrichtungen an der A1 vorgestellt. Die mit der Untersuchung beauftragte DEGES empfiehlt Standorte in Burscheid (Dürscheid-Hahnensiefen) und Leverkusen-Lützenkirchen. Durch den Bau der beiden sogenannten PWC-Anlagen können an der A1 50 neue Stellflächen für LKW und bis zu 30 PKW-Stellplätze jeweils in Fahrtrichtung Köln und in Fahrtrichtung Dortmund geschaffen werden.

„Die Sicherheit im Straßenverkehr hat für die Landesregierung höchste Priorität. Wir brauchen mehr Park- und Rastmöglichkeiten an Autobahnen, damit Fahrerinnen und Fahrer in Autos und Lastwagen ausgeruht unterwegs sind“, sagte der Abteilungsleiter im Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Winfried Pudenz, bei der Informationsveranstaltung in der Verkehrszentrale Leverkusen.

Die Autobahn A 1 ist eine wichtige Transitstrecke im europäischen Straßengüterverkehr mit entsprechend hohem Verkehrsaufkommen. Der tatsächliche Bedarf an Park- und Rastanlagen übersteigt das derzeitige Angebot. Das haben Zählungen des Bundesverkehrsministeriums ergeben. Das Land Nordrhein-Westfalen hat deshalb die DEGES beauftragt, auf der A1 zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen und Wuppertal-Nord geeignete Standorte für zusätzliche PWC-Anlagen zu ermitteln.

Neue Stellplätze werden notwendig, damit LKW-Fahrer gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten einhalten können. Der Bereichsleiter der DEGES, Dr. Udo Pasderski, wies auf den stark zunehmenden Güterverkehr und die zunehmenden Belastungen für LKW-Fahrer hin. „Allein der prognostizierte Zuwachs des Güterverkehrs auf der Straße bis 2030 ist größer als das Güterverkehrsaufkommen auf der Schiene insgesamt,“ sagte Bereichsleiter Udo Pasderski.

Die Vorzugsstandorte der PWC-Anlagen wurden in der Standortuntersuchung nach umfangreichen fachlichen Kriterien ermittelt. Neben verkehrlichen Aspekten wie dem Abstand zu benachbarten Rastanlagen und Anschlussstellen waren Umweltgesichtspunkte wie Lärm- und Immissionsschutz sowie die Wirtschaftlichkeit Schwerpunkte der Untersuchung. Dabei kamen zunächst fünf Standorte in Fahrtrichtung Köln und vier Standorte in Fahrtrichtung Leverkusen in die engere Auswahl. Die weitere Analyse und der Vergleich dieser Standorte untereinander haben schließlich zu den beiden Vorzugsstandorten geführt.

Nach eingehender Prüfung durch das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen werden die Unterlagen der Standortuntersuchung in Kürze dem Bundesverkehrsministerium zur abschließenden Entscheidung vorgelegt. Erst danach kann die Vorplanung für die beiden Rastanlagen erstellt werden.


Am Folgetag ergänzte Peter Westmeier von Lev Kontra Raststätte
Die gestrige Vorstellung des Landesverkehrsministeriums und der Planungsgesellschaft DEGES halten wir für sehr unglaubwürdig. Die Beteuerung von Herrn Udo Pasderski, DEGES, dass das Bewertungskriterium „erweiterbar“ keine Rolle spielte, wird in den Folien der Fa. DEGES klar widerlegt.

Am 02.05.2017 stellte Herr Aukschun von der Fa. DEGES im Bau- und Planungsausschuss die Kriterien zur Standortwahl vor. Aus dieser Präsentation habe ich Ihnen die Folie 29 beigefügt. Hier erkennen Sie deutlich am Ende das Kriterium „weiterer Ausbau möglich“. Damit hat man in der Vorauswahl schon mal alle Standorte ausgeschlossen, die dieses Kriterium nicht erfüllen.

Während Herr Pasderski gestern die Erweiterbarkeit abstritt, zeigten die Folien hinter ihm, dass seine Worte und die schriftlichen Ausführungen nicht übereinstimmen. Sie erkennen aus einer Folie aus der gestrigen Präsentation (erweiterbar 2019.pdf), dass ausgerechnet die beiden favorisierten Standorte (Lützenkirchen / Steinbüchel und Dürscheid) mit einer „Erweiterungsmöglichkeit“ von 20 LKW bewertet wurden, während die anderen zur Auswahl stehenden Standorte an dieser Stelle den Eintrag „keine“ hatten. (der rote Hinweispfeil ist nicht Bestandteil der Folie). Wir halten aber auch die angegebene Erweiterungsmöglichkeit von 20 LKW für reine Augenwischerei.

Diese Widersprüche sind für uns der Beweis, dass das vorgestellte Ergebnis eine reine Mogelpackung ist. Das erinnert stark an die Methodik vor sieben Jahren, als sowohl die Stadt als auch unabhängige Fachleute der damals zuständigen Behörde Straßen.NRW eine manipulierte Bewertung in der Gewichtung der Standorte nachgewiesen haben.

Meine gestrige Frage übrigens , ob die Belastung unserer Stadt in irgendeiner Art in die Bewertung eingeflossen ist, wurde von dem Vertreter der Fa. DEGES, Herrn Pasderski verneint!
Ort aus dem Stadtführer: Steinbüchel
Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Politik
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