Der Opladener Geschichtsverein (OGV) von 1979 e.V. Leverkusen hat sein Jahresprogramm für 2026 vorgestellt. Im Zentrum steht die Frage, wie die Leverkusener Stadtgeschichte und die Reaktion der Menschen auf frühere Krisen dabei helfen können, sich in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen besser zu orientieren.
Angesichts der aktuellen Herausforderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sieht der OGV die Rolle der Städte als entscheidend für die Entwicklung. „Wir erleben derzeit sehr viele Veränderungen, (...) Lange Bewährtes steht infrage“, erklärt Michael D. Gutbier, OGV-Vorsitzender. Er betont, dass der Verein zwar keine Antworten auf die großen Fragen der Gegenwart liefern könne, aber zeigen möchte, wie die Menschen in Leverkusen in der Vergangenheit mit existenziellen Herausforderungen umgegangen sind.
Den Auftakt des Jahresprogramms bildet die zweite Leverkusener Geschichtsmatinee am 11. Januar 2026. Ab 11 Uhr beleuchtet der OGV gemeinsam mit der Volkshochschule und dem Bergischen Geschichtsverein (BGV) in der Villa Römer (Haus-Vorster-Straße 6) den demokratischen Neubeginn nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft im Jahr 1945.
In Impulsvorträgen ordnen OGV-Vorsitzender Gutbier, der stellvertretende OGV-Vorsitzende Prof. Dr. Jürgen Mittag und Dr. Ines Soldwisch (RWTH Aachen) die historische Situation in Leverkusen und im Rheinland nach der Eroberung durch die Alliierten ein. Anschließend diskutieren Reinhold Braun (BGV), Prof. Dr. Ewald Grothe (Berg. Universität Wuppertal) und Matthias Itzwerth über das Wiederaufleben der SPD sowie die Neugründung von CDU und FDP in Leverkusen und Opladen nach Kriegsende.
Ein Höhepunkt des Jahres 2026 wird die Eröffnung einer neuen Sonderausstellung im Herbst sein, die sich zentralen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts in Leverkusen widmet.
„Unsere beiden Ausstellungen zu 50 Jahren Leverkusen und der Gebietsreform sind sehr gut angenommen worden und haben viele aufschlussreiche Diskussionen über die Stadtgeschichte angeregt“, so der stellvertretende OGV-Vorsitzende Jürgen Mittag. „Daran wollen wir in diesem Jahr anknüpfen, indem wir den Blick weiten und in einer Sonderausstellung zeigen, welche zentralen Entwicklungen Leverkusen im 20. Jahrhundert geprägt haben.“
Über die Matinee und die Ausstellung hinaus bietet der OGV in Kooperation mit dem Jülicher Geschichtsverein (JGV) eine Reihe weiterer Veranstaltungen an. Am 31. Januar ist eine Exkursion zur neu konzipierten Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn geplant. Am 4. Februar spricht Wolfgang Rosen (LVR-Institut für Landeskunde) in einem Vortrag über die Entwicklung der Städte im Rheinland.
Zu den weiteren Höhepunkten zählen eine musikalische Reise auf den Spuren des Erbprinzen Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg am 24. April in Schloss Morsbroich sowie das traditionelle Geschichtsfest am Tag des offenen Denkmals (13. September). Zudem setzt der OGV das bewährte Format der Bürgerdialoge fort.
Auch die Pflege der europäischen Partnerstädte steht auf dem Programm: Das neue Vorstandsmitglied Bernhard Marewski plant in Kooperation mit der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Leverkusen im September eine Studienreise in die europäische Kulturhauptstadt Oulu.
Geschichtsinteressierte finden alle Informationen zu diesen und weiteren Angeboten sowie das komplette Jahresprogramm auf der Webseite des Opladener Geschichtsvereins unter www.ogv-leverkusen.de. Interessierte an einer ehrenamtlichen Mitarbeit sind eingeladen, sich via E-Mail an geschaeftsstelle@ogv-leverkusen.de zu melden.