Was hat das tägliche Mittagessen in der Kita mit dem globalen Klimawandel zu tun? Wie können Schülerinnen und Schüler lernen, Entscheidungen zu treffen, die nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das künftiger Generationen positiv beeinflussen? Mit diesen und weiteren praxisnahen Fragen haben sich in den vergangenen zwei Jahren über 50 Leverkusener Bildungseinrichtungen intensiv beschäftigt. Das Ergebnis ist ein umfassendes Konzept für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE), das nun offiziell vorgestellt wurde.
Hinter dem Kürzel BNE verbirgt sich ein Bildungsansatz, der weit über die reine Wissensvermittlung zu Themen wie Klimaschutz oder fairem Handel hinausgeht. Es geht darum, Menschen jeden Alters zu befähigen, aktiv zu handeln und Veränderungen in ihrem Umfeld mitzugestalten. Ob ein Kind in der Kita erfährt, wie Tomaten im eigenen Garten wachsen, oder ein Jugendlicher seinen ökologischen Fußabdruck berechnet – Nachhaltigkeit soll in Leverkusen ein selbstverständlicher Teil des Alltags werden.
Das Besondere an dem nun vorliegenden Konzept ist die Vernetzung über alle Lebensphasen hinweg. Das BNE-Netzwerk Leverkusen hat die Bildung als ein durchgehendes Band definiert, das von der frühkindlichen Bildung über Schulen und Berufskollegs bis hin zur Erwachsenenbildung und Hochschule reicht. Auch die sogenannte non-formale Bildung, zu der außerschulische Lernorte wie Museen oder das NaturGut Ophoven gehören, ist fest integriert.
Über zwei Jahre hinweg haben fünf Arbeitsgruppen konkrete Maßnahmen erarbeitet. Dazu gehören spezielle Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte ebenso wie neue Schulpartnerschaften und Angebote, die sich an die gesamte Leverkusener Stadtgesellschaft richten. Sogar die Stadtverwaltung selbst wurde in den Prozess einbezogen.
Der Startschuss für die gemeinsame Arbeit fiel bereits im Oktober 2023 beim ersten Netzwerktreffen. Seitdem wurden Bedarfe analysiert und Pläne diskutiert, bis das Konzept schließlich im November 2025 gemeinsam verabschiedet wurde. Christina Kowalczyk, die den Prozess beim Kommunalen Bildungsbüro koordiniert, betont die praxisorientierte Entstehung: Das Konzept sei nicht am grünen Tisch entstanden, sondern direkt von den beteiligten Einrichtungen erarbeitet worden.
Marc Adomat, Dezernent für Bildung, Jugend und Sport, sieht darin einen Meilenstein für die Stadt: „Mit dem vorliegenden Konzept verankern wir Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell in unserer Bildungslandschaft. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um Leverkusen zukunftsfähig zu gestalten.“ Auch Ute Rommeswinkel vom NaturGut Ophoven unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit, um noch mehr Menschen mit praxisnahen Angeboten zu erreichen.
Das neue BNE-Konzept ist kein isoliertes Projekt, sondern baut auf der im Jahr 2021 beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt auf. Leverkusen war damals eine von 30 Modellkommunen im Programm „Global Nachhaltige Kommune NRW“. Das aktuelle Bildungskonzept setzt die dort formulierten Ziele nun in die konkrete Praxis um.
Das BNE-Netzwerk ist zudem auf weiteres Wachstum ausgelegt. Bildungseinrichtungen, die bislang noch nicht beteiligt waren, sind ausdrücklich dazu aufgerufen, sich anzuschließen und mitzuwirken. Interessierte können das vollständige Konzept auf der Internetseite der Stadt Leverkusen unter dem Bereich Bildung und Fachkräfte einsehen.
Zum Hintergrund:
Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein weltweit anerkannter Ansatz, der auch in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen verankert ist. Er zielt darauf ab, eine ökologisch tragfähige, sozial gerechte und wirtschaftlich zukunftsfähige Gesellschaft zu fördern, indem Menschen die Auswirkungen ihres eigenen Handelns verstehen lernen.
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