Die Stadt Leverkusen reagiert auf den steigenden Bedarf an qualitativ hochwertigen Schulplätzen und plant weitreichende organisatorische und bauliche Maßnahmen. Ziel ist es, die notwendige hohe Qualität für gutes Lernen und eine gute Ausbildung zu gewährleisten und die Versorgung mit ausreichend vorhandenen Schulplätzen langfristig sicherzustellen. Dafür bringt die Stadtverwaltung eine entsprechende Vorlage zur Schulentwicklungsplanung und Bestandserhaltung, inklusive eines Sachstandsberichts, zur Abstimmung in den Rat der Stadt ein.
Im Fokus der aktuellen Planungen stehen die Käthe-Kollwitz-Schule und die FöS Schule an der Wupper. Die Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden.
Die Käthe-Kollwitz Gesamtschule, die seit Jahrzehnten auf zwei Standorte aufgeteilt ist (Jahrgänge 5 und 6 an der Elbestraße, die übrigen Jahrgänge an der Deichtorstraße), soll zusammengeführt werden. Sowohl die Schulleitung als auch die Schulaufsichtsbehörde (Bezirksregierung Köln) sehen diese Zusammenlegung als pädagogisch notwendig an.
Durch die Konzentration am Hauptstandort Deichtorstraße soll jahrgangsübergreifendes Lernen erleichtert, die Identifikation mit der Schule gefördert und die pädagogische Geschlossenheit des Kollegiums verbessert werden. Zudem werden organisatorische Schwierigkeiten beseitigt, die bisher Eltern mit Kindern an beiden Standorten betrafen.
Die Stadt plant, die Zusammenführung im Schuljahr 2026/27 zu realisieren. Dies wird durch die Nutzung des Förderprogramms „Startchancen“ von Bund und Land NRW ermöglicht, dessen finanzielle Mittel laut Bezirksregierung wahrscheinlich nur zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Der Standort Deichtorstraße muss dafür baulich ertüchtigt und erweitert werden.
Die Planungen für einen Erweiterungsbau sollen unmittelbar beginnen. Bis zur Fertigstellung wird eine Interimslösung geschaffen: Bestehende Container werden ab Anfang 2026 ertüchtigt und ein weiterer Interimscontainer im Sommer/Herbst 2026 aufgestellt. Nach Abschluss des Erweiterungsbaus können die Container wieder zurückgebaut werden.
Auch bei der Förderschule (FöS) Schule an der Wupper sind Veränderungen notwendig. Das Gebäude am Standort Haus-Vorster-Straße gilt als abgängig und eine Sanierung wird als unwirtschaftlich erachtet. Angesichts einer seit Längerem bestehenden Platznot, die bereits im Sommer 2025 zur Errichtung von zwei Containerklassen führte, und dem ab dem Schuljahr 2026/27 geltenden Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung (OGS) in Förderschulen, sieht die Stadt einen Umzug vor.
Die FöS Schule an der Wupper soll an den Standort Elbestraße wechseln, der durch den Auszug der Käthe-Kollwitz-Schüler frei wird. Dieser Schritt soll gewährleisten, dass alle Erziehungsberechtigten auch künftig einen Schulplatz für ihre Kinder erhalten können. Bei einem weiteren Anstieg der Schülerzahl am gegenwärtigen Standort wäre eine adäquate Beschulung nicht mehr gesichert.
Marc Adomat, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport, betont die Bedeutung des Umzugs: „Mit einem Schulstandortwechsel streben wir an, dass wir die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf weiter pädagogisch angemessen betreuen können. Wir sichern mit dem Umzug den Fortbestand dieser Schulform in Leverkusen inklusive sinnvoller Therapieformen und eines adäquaten Fachunterrichtes.“
Die Stadt plant, ab der zweiten Jahreshälfte 2026 bauliche Maßnahmen am Standort Elbestraße zu ergreifen, um das Gebäude für den Förderschulbetrieb zu ertüchtigen. Der Einzug der Schule an der Wupper ist voraussichtlich für Sommer 2027 vorgesehen.
Der notwendige Umbau des Standorts Elbestraße hat auch Auswirkungen auf die Volkshochschule (VHS). Diese wird den Standort Elbestraße ebenfalls ab der zweiten Jahreshälfte 2026 verlassen müssen, wenn die baulichen Maßnahmen beginnen. Die Stadt prüft derzeit intensiv alternative Standorte für die Volkshochschule.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel unterstreicht die Wichtigkeit der Gesamtstrategie: „Eine ausreichende Schulplatzversorgung ist kommunale Pflichtaufgabe. Mit den angestrebten Maßnahmen verbessert sich die Lernumgebung für unsere Schülerinnen und Schüler deutlich. Unser Schulentwicklungskonzept bedeutet einen großen Fortschritt für den Bildungsstandort Leverkusen.“
Die beteiligten Schulen, die Volkshochschule sowie die politischen Vertreter wurden bereits in Gesprächen über die Planungen informiert. Nach den anstehenden Beratungen in den politischen Gremien wird der Stadtrat in seiner Sitzung am 23.02.2026 über die vorgesehenen Maßnahmen entscheiden.