Lebenslange Haftstrafe für einen der Beisicht-Attentäter


Archivmeldung aus dem Jahr 2017
Veröffentlicht: 03.04.2017 // Quelle: Pro NRW

Im Terrorprozess um den gescheiterten Mordkomplott gegen den <A HREF=""/presse/Thema.php?view=00000150">PRO NRW Parteivorsitzenden Beisicht sowie um den versuchten Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof ist der Hauptangeklagte Marco G. zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Die drei weiteren islamistischen Terroristen wurden wegen Beteiligung an dem Mordkomplott gegen Beisicht zu Haftstrafen zwischen neuneinhalb und zwölf Jahren verurteilt. Alle vier Angeklagten wurden wegen Verabredung zum Mord und Bildung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Die Verteidiger der Terroristen hatten für alle vier Angeklagten Freispruch beantragt.

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hatte den Prozess an 155 Tagen verhandelt, 27 Sachverständige und 157 Zeugen wurden gehört.

Zum Urteilsausgang erklärt der PRO NRW Parteivorsitzende Rechtsanwalt Markus Beisicht:


„Ich bin im Interesse unserer aller Sicherheit erleichtert, dass die vier islamistischen Terroristen nun viele Jahre aus dem Verkehr gezogen werden und demzufolge keine Möglichkeiten mehr haben, weitere Straftaten gegen Andersdenkende zu verüben. Es bleibt natürlich grotesk, dass das Opfer des Mordkomplotts im Strafverfahren noch nicht einmal angehört wurde, und dass mir die Möglichkeit einer Nebenklage verweigert worden ist. Des Weiteren bleibt es der historische Verdienst von PRO NRW mit der damaligen provokanten Wahlkampagne zur Landtagswahl 2012 in weiten Teilen der Öffentlichkeit zum ersten Mal auf die Gefahren des menschenverachtenden Salafismus aufmerksam gemacht zu haben. Wegen unserer Warnung vor dem salafistischen Extremismus hat man uns stigmatisiert und ausgegrenzt. Fünf Jahre später sind unsere damaligen Positionen zum Umgang mit den salafistischen Extremisten gesellschaftlichen Konsens geworden.“


Sicht des Oberlandesgerichtes:"Lebenslange Freiheitsstrafe und mehrjährige Haftstrafen: Verurteilung wegen versuchten Sprengstoffanschlags am Hbf. Bonn und vereiteltem Attentat auf Politiker

Mit Urteil vom 3. April 2017 hat der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Staatsschutzsenat) den Angeklagten Marco G. u.a. wegen versuchten Mordes zu lebenslanger und drei weitere Angeklagte u.a. wegen der Gründung einer terroristischen Vereinigung zu mehrjährigen Freiheitssaftstrafen verurteilt.

1. Versuchter Sprengstoffanschlag am Bonner Hauptbahnhof
Den heute 30-jährigen deutschen Staatsangehörigen Marco G. hat der Senat wegen versuchten Mordes und versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion (§ 211, § 308 Abs. 1-3, §§ 22, 23 Abs. 1 StGB) sowie u.a. der Gründung einer terroristischen Vereinigung (§ 129a Abs. 1 Nr. 1 StGB) und Verabredung zum Mord (§ 211, § 30 Abs. 2 StGB) an dem Vorsitzenden von Pro NRW zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe verurteilt und die besondere Schwere seiner Schuld festgestellt.

Zur Überzeugung des Senats hat der zum Tatzeitpunkt 25-jährige Marco G. am 10. Dezember 2012 versucht, auf einem Bahnsteig des Bonner Hauptbahnhofes eine selbstgebaute Rohrbombe zur Explosion zu bringen, um hierdurch eine Vielzahl von Menschen zu töten. Hierzu hat er eine funktionsfähige und mit einem Zeitzünder versehene Bombe in einer blauen Sporttasche auf dem Bahnsteig platziert. Zu einer Explosion des Sprengsatzes kam es nicht, da die fragile Zündvorrichtung durch Einwirkungen Dritter (z.B. Tritte) beschädigt worden war bzw. die zur Zündung notwendigen Kontakte unterbrochen wurden. Für den Senat steht fest, dass die verwendete Konstruktion der Rohrbombe tatsächlich mit einer selbstgebauten Zündvorrichtung, nämlich einem kleinen Behältnis für den Initialsprengstoff, ausgestattet war. Insoweit stützt der Senat seine Überzeugung insbesondere auf konkret feststellbare Recherche- und Beschaffungsbemühungen des Angeklagten zu der Konstruktion der Zündvorrichtung. Zwar konnte der Initialzünder durch die Ermittlungsbeamten nicht gesichert werden. Zur Überzeugung des Senats hat jedoch allein die massive Einwirkung und Zerstörung sowie großflächige Verteilung aller Einzelbestandteile infolge der polizeilichen Entschärfungsmaßnahmen dazu geführt, dass der Zünder nicht mehr aufgefunden werden konnte.

2. Vereiteltes Attentat auf den Vorsitzenden von PRO NRW
Mit gleichem Urteil hat der Senat die Mitangeklagten, den 43-jährigen albanischen Staatsangehörigen Enea B., den 25-jährigen deutsch-türkischen Staatsangehörigen Koray D. u.a. wegen Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der Verabredung zum Mord und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, §§ 30 Abs. 2 i. V. m. 211 StGB, § 52 WaffG) zu jeweils einer Gesamtfreiheitsstrafe von 12 Jahren sowie den 24-jährigen Deutschen Tayfun S. u.a. wegen Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie der Verabredung zum Mord zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten verurteilt.

Zur Überzeugung des Senats haben sie gemeinsam mit Marco G. mehrere Anschläge geplant, u.a. ein tödliches Attentat auf den Vorsitzenden der Partei Pro NRW im März 2013. Im Zusammenhang mit den Festnahmen der Angeklagten wurden nicht unerhebliche Sprengstoffmengen aufgefunden, welche bei den weiteren geplanten Taten gegebenenfalls zum Einsatz kommen sollten. Die Festnahme der Angeklagten erfolgte, bevor es zur Ausführung dieser Taten kommen konnte.

Eine Beteiligung der weiteren Mitangeklagten an dem von Marco G. versuchten Sprengstoffanschlag am Bonner Hauptbahnhof war nicht Gegenstand der Anklage.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; sowohl der Angeklagte als auch der Generalbundesanwalt können gegen das Urteil das Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof einlegen.

Az.: OLG Düsseldorf, III-5 StS 1/14
Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Politik
Bisherige Besucher auf dieser Seite: 3.921

Meldungen Blättern i
Meldungen Blättern

Weitere Nachrichten der Quelle "Pro NRW"

Weitere Meldungen


Abfallkalender Leverkusen: AVEA setzt ab 2026 auf digitale Lösungen

Abfallkalender Leverkusen: AVEA setzt ab 2026 auf digitale Lösungen

Ab dem kommenden Jahr 2026 stellt die AVEA den Abfallkalender für Leverkusenerinnen und Leverkusener nicht mehr flächendeckend per Post zu. Das Unternehmen setzt damit konsequent auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit, um wertvolle Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden. ### Nachhaltigkeit im Fokus: Warum der digitale Wandel? Die Umstellung auf digitale Lösungen in der Abfallwirtschaft ist ein zeitgemäßer Schritt, der bereits in vielen Städten und Gemeinden erfolgreich umgeset

13.12.2025

FW-HAAN: Brand eines Gefahrguttransporters auf der A 46 - Warnung für Bereich Mahnert

FW-HAAN: Brand eines Gefahrguttransporters auf der A 46 - Warnung für Bereich Mahnert

Haan (ots) - Auf der Autobahn 46 ist heute gegen 13.50 Uhr ein mit Gefahrgut beladener Lkw verunglückt und auf die Seite gestürzt. Die elektrisch angetriebene Zugmaschine ist im Bereich der Hochvoltbatterie in Brand geraten. Die Akkus werden aktuell gekühlt. Das in Fässern gelagerte Gefahrgut befindet sich unbeschädigt im Sattelauflieger. Es ist leicht brennbar und gesundheitsgefährdend. Da nicht ausgeschlossen ist, dass Brandrauch in den Bereich Mahnert zieht, ist die Bevölkerung aufge

11.12.2025

Polizei bereitet sich auf Fußballderby in Leverkusen vor - Risikospiel am Samstagabend

Polizei bereitet sich auf Fußballderby in Leverkusen vor - Risikospiel am Samstagabend

Köln (ots) - Die Polizei Köln wird am Samstag (13. Dezember) zum rheinischen Derby zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln in der BayArena in Leverkusen mit mehreren hundert Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein. Insbesondere Kräfte der Bereitschaftspolizei werden rund um das Stadion sowie an bekannten Treffpunkten im Stadtgebiet eingesetzt, um ein Aufeinandertreffen rivalisierender Störergruppen zu verhindern. "Dabei setzen wir auf ein bewährtes Einsatzkonzept, damit die

11.12.2025

POL-RBK: Leichlingen - 73-Jähriger bei Alleinunfall verstorben

POL-RBK: Leichlingen - 73-Jähriger bei Alleinunfall verstorben

Leichlingen (ots) - Am Mittwochnachmittag (17.12.) ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der Straße Rothenberg, bei dem ein 73-jähriger Pkw-Fahrer aus Leverkusen ums Leben kam. Ein internistischer Notfall als Ursache des Unfalls konnte bislang nicht ausgeschlossen werden. Der Senior befand sich gegen 15:15 Uhr auf dem Gelände der SB-Waschanlage und beabsichtigte an der dortigen Ausfahrt auf die Straße Rothenberg einzubiegen. Unmittelbar vor der Ausfahrt hielt er an, um einen von rechts ko

18.12.2025

wupsi-Fahrplanänderungen zu Weihnachten und Silvester in Leverkusen

wupsi-Fahrplanänderungen zu Weihnachten und Silvester in Leverkusen

Leverkusenerinnen und Leverkusener müssen sich auf geänderte Fahrpläne und geschlossene KundenCenter im wupsi-Busverkehr während der Weihnachtsfeiertage und zum Jahreswechsel einstellen. Die wupsi fährt meist nach dem Samstags- oder Sonn- und Feiertagsfahrplan, aber besonders rund um Silvester kommt es zu zahlreichen Linienausfällen im Spätverkehr. Die KundenCenter der wupsi bleiben an Heiligabend sowie an den beiden Weihnachtsfeiertagen geschlossen. Sie öffnen am 27., 29. und 30. Dez

19.12.2025

Stadt Leverkusen informiert: Umfangreiche Schließzeiten und eingeschränkter Betrieb über die Feiertage

Stadt Leverkusen informiert: Umfangreiche Schließzeiten und eingeschränkter Betrieb über die Feiertage

Die Stadtverwaltung Leverkusen weist ihre Bürgerinnen und Bürger darauf hin, dass die städtischen Dienststellen sowie zahlreiche öffentliche Einrichtungen über die Weihnachts- und Neujahrswoche geschlossen bleiben oder nur eingeschränkte Öffnungszeiten anbieten. Hintergrund sind die Weihnachtsfeiertage, Betriebsferien sowie Brückentagsregelungen. Die generelle Schließzeit für die meisten Dienststellen der Stadtverwaltung erstreckt sich in der Woche nach Weihnachten vom 29. Dezember

17.12.2025

Geschwindigkeitskontrollen in Leverkusen in der kommenden Woche

Geschwindigkeitskontrollen in Leverkusen in der kommenden Woche

In der kommenden Woche vom 22.12.2025 bis 28.12.2025 finden folgende Geschwindigkeitskontrollen statt.Montag 22.12.2025 Bergische Landstr., Europaring, Haberstr., Heymannstr., Kölner Str., Manforter Str., Ophovener Str., Rathenaustr. Dienstag 23.12.2025 Bergische Landstr., Europaring, Kölner Str., Olof-Palme-Str., Ophovener Str., Overfeldweg, Rüttersweg, Stephanusstr. Mit

20.12.2025

Al-Zein-Clan verliert Villa in Leverkusen - Bundesgerichtshof bestätigt Entziehung der Immobilie

Al-Zein-Clan verliert Villa in Leverkusen - Bundesgerichtshof bestätigt Entziehung der Immobilie

Leverkusen (ots) - Leverkusen. Nach längerem Rechtsstreit kann die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Villa des kriminellen kurdisch-libanesischen Al-Zein-Clans in Leverkusen einziehen. Behördensprecher Julius Sterzel sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag-Ausgabe) auf Anfrage, dass der Bundesgerichtshof (BGH) die Einziehungsentscheidung für das Anwesen bestätigt habe. "Damit können wir die Immobilie entsprechend verwerten", erklärte der Staatsanwalt bei der landesweiten Strafve

17.12.2025

Kradfahrer stürzt auf Gustav-Heinemann-Straße - Mutmaßlicher Verursacher in weißem Kleinwagen flüchtet - Zeugensuch

Kradfahrer stürzt auf Gustav-Heinemann-Straße - Mutmaßlicher Verursacher in weißem Kleinwagen flüchtet - Zeugensuch

Köln (ots) - Bei einem Verkehrsunfall am Mittwoch (10. Dezember) gegen 11.50 Uhr auf der Gustav-Heinemann-Straße in Leverkusen-Manfort hat ein 18 Jahre alter Fahrer einer Kawasaki leichte Verletzungen erlitten. Ein unmittelbar vor ihm von der untergeordneten Straße Mauspfad einbiegender Kleinwagenfahrer sei vom Unfallort geflüchtet, so der Leverkusener gegenüber alarmierten Polizisten. Er sei in Richtung Wiesdorfer Innenstadt unterwegs gewesen, habe angesichts des von rechts unbeirrt ein

11.12.2025

Fachbereich Soziales zieht nach Wiesdorf: Zentralisierte Beratung ab 2026

Fachbereich Soziales zieht nach Wiesdorf: Zentralisierte Beratung ab 2026

Der Fachbereich Soziales der Stadt Leverkusen steht vor einem umfassenden Umzug. Ab dem 8. Januar 2026 werden rund 170 Mitarbeitende ihre bisherigen Standorte in Opladen und der Miselohestraße verlassen, um im Verwaltungsgebäude Hauptstraße 119 in Wiesdorf eine neue, zentrale Anlaufstelle zu schaffen. Die Stadtverwaltung bereitet diesen logistisch anspruchsvollen Schritt intensiv vor, der als Pilotprojekt für zukünftige Verwaltungsprozesse dient. ### Neue Adresse und verbesserter Bür

15.12.2025