"Immer wieder ein gutes Gefühl"


Archivmeldung aus dem Jahr 2007
Veröffentlicht: 13.09.2007 // Quelle: Bayer 04

René Adler, unsere Nr. 1, ist einer der auffallendsten Vertreter der aufregenden, jungen, deutschen Torhüter-Generation. Der 22-jährige Publikumsliebling gilt als große Begabung mit der Chance auf eine erstklassige Zukunft.


René, wie schätzt Du Eure aktuelle Situation vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum ein?
ADLER: Wir sind uns durchaus bewusst, dass dies eine wichtige Partie ist, die richtungsweisend sein kann. Wir können zwar mit der Art und Weise wie wir Fußball spielen zufrieden sein, aber mit Blick aufs Tabellenbild könnte es sich durchaus besser darstellen. Wir sind nicht da, wo wir hin wollen. Der Punkt auf Schalke war ja okay, aber das war nur ein erster Schritt. Nun kann das Ziel gegen die Bochumer, die zur Zeit ja besser dastehen als wir, nur lauten: Drei Punkte.

Die aktuelle Abrechnung weist für Euch zwei Gegentore bei vier Auftritten und für Dich allenthalben gute bis sehr gute Noten aus. Bist Du einverstanden mit Deiner persönlichen Leistung?
ADLER: Ich bin tendenziell kein Spieler, der vor allem auf seine eigene Leistung achtet. Ich versuche, meinen Teil zum Wohl der Mannschaft beizutragen. Ich bin Teil des Teams, ein Baustein. Aber es ist schon richtig: Zwei Gegentore im Schnitt ist ordentlich, ist gut. Trotzdem hat das nicht gereicht, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Daran werden wir nun weiter arbeiten. Ich bin überzeugt, dass wir in den nächsten Wochen, in denen viele Spiele auf uns zukommen, erfolgreich sein werden.

In der letzten Saison waren die vielen Gegentore eins Eurer Probleme, wahrscheinlich Euer entscheidendes. Das hat sich offenbar geändert. Fühlst Du Dich wohl hinter der neu formierten Abwehr?
ADLER: Also, Wohlgefühl ist nicht die Frage. Wir wollen erstmal nicht vergessen, dass wir mit Juan einen super Spieler verloren haben, der uns vor einigen weiteren Gegentoren bewahrt hat. Gleichzeitig denke ich, dass wir uns in der Verteidigung insgesamt wirksam verstärkt haben. Mit Friedrich und Sinkiewicz wurden gute Leute geholt. Auf Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Karim Haggui ist Verlass. In diesem Bereich muss man sich langfristig keine Sorgen machen. Wobei natürlich das gesamte Team in der Pflicht steht, denn die Abwehrarbeit beginnt vorne beim Stürmer. Wir haben in der Saisonvorbereitung hart an dem Problem gearbeitet und sind generell als Mannschaft enger zusammengerückt. Jetzt ernten wir kleine Früchte, aber werden uns weiter verbessern.

Es fällt ins Auge, dass Du bei Deinen „Ausflügen“ so gut wie nie „zu spät“ kommst, dass Du Den Spielverlauf sehr gut antipizieren kannst, ein mitspielender Torwart bist. Hast Du diese Fähigkeit speziell trainiert?
ADLER: Es wird ja viel diskutiert über die neue Torhüter-Generation, daran will ich mich jetzt mal bewusst nicht beteiligen. Ich bin aufgewachsen mit der Rückpassregel, und dadurch habe ich einen gewissen Vorteil. Unsere Entwicklung ist dadurch geprägt, dass man mitspielen muss. Darauf wurde auch in den Jugendmannschaften immer sehr großer Wert gelegt. In Leipzig, wo ich eine super Ausbildung genossen habe, war ich auf einer speziellen Sportschule. Dort habe ich primär im Feld gespielt, was mir jetzt zugute kommt. Im Verein in Leipzig wie auch in Leverkusen wurde immer viel Wert darauf gelegt, dass der Torwart ein mitspielender Torwart ist. Zudem ist diese Spielweise meine Interpretation eines modernen Torwarts. Ich habe das nahtlos übernommen. Ich spiele jetzt nicht wesentlich anders als in der Jugend. Sicher auf einem anderen Niveau, aber ich versuche nach wie vor, gegnerische Angriffe frühzeitig zu erkennnen und möglichst im Keim zu ersticken.

Du hast jetzt innerhalb von sechs Monaten zwei Mal auf Schalke riesig gehalten. Käme es Dir entgegen, wenn Bayer 04 den Antrag stellen würde, künftig alle Auswärtsspiele in der Schalker Arena auszutragen?
ADLER: Mir macht‘s immer besonderen Spaß, auf Schalke anzutreten, unabhängig davon, ob es sich um ein besonderes Spiel für mich handelt. Ausverkauftes Haus, tolle Stimmung, Emotionen. Die Matches zwischen Schalke und Bayer 04 hatten immer was Spezielles. Auch dieses war wieder geprägt von aggressiven Zweikämpfen, von Torchancen auf beiden Seiten. Unsere Mannschaft spielt dort gerne, aber es kann ja nicht jedes Auswärtsspiel auf Schalke angesetzt werden. Wir werden Engagement und Willen zeigen, um überall in der Bundesliga zu bestehen.

Bist Du froh, bei der denkwürdigen 4:7-Niederlage nicht im Einsatz gewesen zu sein?
ADLER: Ich saß ja auf der Bank und habe mir das hautnah angesehen. Es war schon ein unglaubliches, ein außergewöhnliches Spiel. Für die Zuschauer war es sicher unvergesslich, aber für uns als Mannschaft nicht so toll.

Wie sieht bei Dir die letzte Vorbereitungsphase in der Kabine aus? Bist Du nervös, aufgeregt, ruhig?
ADLER: Ich bin ein Spieler, der sich akribisch vorbereitet. Ich versuche, eine sehr starke Konzentration aufzubauen. Ich gehe nicht einfach raus und gucke, wie‘s läuft, sondern beginne schon am Abend vorher mit System, gewisse Situationen im Kopf durchzuspielen, gerade weil die Position des Torhüters eine besondere Verantwortung abverlangt und mentale Stärke voraussetzt. Ich will nicht sagen, dass ich in dieser Phase in einer eigenen Welt lebe, aber ich fokussiere mich nur auf meine Aufgabe.

Ist es für Dich von Vorteil, in einer weitgehend jungen Truppe zu spielen?
ADLER: Vorteil würde ich nicht sagen. Es macht einfach Spaß hier. Ich erkenne ein Konzept bei Bayer 04, das zuversichtlich stimmt. Dazu gehört natürlich auch nicht unwesentlich der Stadionausbau. Wenn ich die Zusammenstellung unserer Mannschaft sehe, wie sie auf dem Rasen und auch außerhalb des Platzes auftritt, dann ist das absolut positiv. Auch unseren Trainer muss man da einbeziehen, der ja da und dort mit kritischen Augen gesehen wird. Er ist für das „Projekt Bayer 04“ der perfekte Mann. Er formt junge Spieler auf dem Weg nach oben und treibt eine Entwicklung voran, wie ich mir das vorstelle und wünsche. Das schätze ich so ein, dass man mit dieser Mannschaft in zwei Jahren um Titel mitspielen kann. Für dieses gemeinsame Ziel arbeiten wir. Ich bin gerne hier. Ich gehe jeden Tag gerne auf den Platz. Das ist immer wieder ein gutes Gefühl.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Sport
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