Fricke springt erschöpft zu Gold bei der Hallen-DM


Archivmeldung aus dem Jahr 2006
Veröffentlicht: 25.02.2006 // Quelle: TSV Bayer 04

Hochspringer Roman Fricke machte es bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe spannend. Erst im dritten Versuch über 2,18 Metern blieb die Latte liegen. Mit 2,22 Metern gewann der Leichathlet vom TSV Bayer 04 letztendlich Gold. Silke Spiegelburg sorgte mit Silber im Stabhochsprung für das zweite Leverkusener Edelmetall. Beide Medaillengewinner dürfen nun am Montag mit einer Nominierung für die Hallen-Weltmeisterschaften in Moskau (10. bis 12. März) rechnen.

Es war wie eine Erlösung für Roman Fricke, als sein einzig verbliebener Kontrahent Stefan Häfner (MTG Mannheim) zum dritten Mal an 2,22 Metern scheiterte. Auf weitere Höhen verzichtete der 28-Jährige. „Ich fühlte mich platt und bekam kaum Luft“, begründete der frisch gebackene Hallenmeister seine Entscheidung. „Für die Zuschauer tut es mir leid, ich hätte heute gerne mehr gezeigt.“ Für Fricke stehen mit dem Europacup am 5. März in Lievin (Frankreich) und der Hallen-WM noch gleich zwei Höhepunkte an. „Bis dahin bin ich wieder fit. Dort will ich höher springen, 2,32 Meter traue ich mir zu.“

Für das erste Edelmetall sorgte Silke Spiegelburg. Die 19 Jahre alte Stabhochspringerin gewann mit neuem Hausrekord von 4,45 Metern Silber hinter der höhengleichen Schwerinerin Martina Strutz, die sich aber erst bei 4,50 Metern den ersten Fehlversuch leistete. Die Freude beim Schützling von Leszek Klima war trotzdem groß: „Endlich ist der Knoten geplatzt. Ich bin nur glücklich.“ Auch wenn die U20-Europameisterin die Hallen-WM-Norm von 4,50 Metern verpasste, glaubt Klima an eine Nominierung: „Ich glaube, dass Silke mitfährt. Mit der heutigen Leistung kann sie in Moskau ins Finale kommen.“ Die internationale Norm liegt bei 4,40 Metern, nur der DLV fordert zehn Zentimeter mehr. Im Anschluss wurde Spiegelburg noch mit dem Maria-Jeibmann-Förderpreis ausgezeichnet.

Hürdensprinterin Anne-Kathrin Elbe ist hingegen knapp an einer Medaille vorbei gelaufen. Als Vierte fehlten der Jugend-Doppelmeisterin (60 m und 60 m Hürden) nur drei Hundertstel-Sekunden zu Bronze. Im Vergleich zum vergangenen Jahr steigerte sich die Schülerin um zwei Ränge. Auf dem undankbaren „Blech“-Rang landete auch Weitspringerin Nadine Jacobs. Die Nachwuchsathletin, die in dieser Hallensaison ihre Bestleistung auf 6,30 Meter steigerte, sprang nach 6,10 Metern. Die Drittplazierte Sonja Kesselschläger (SC Neubrandenburg) lag 16 Zentimeter vor der Leverkusenerin.

Stark präsentierten sich die weiblichen 4x200-Meter-Staffeln. Das junge Quartett mit Anne-Kathrin Elbe, Lisette Thöne, Mareike Peters und Nadine Jacobs empfahl sich als zweitschnellster Verein (1:37,22 min) für den A-Endlauf. Elbe und Thöne gehörten vor einer Woche noch der Silberstaffel der Deutschen Jugendmeisterschaften an. Auch Peters und Jacobs sind nicht älter als 20 Jahre. TSV Bayer II kam mit 1:38,99 Minuten in das B-Finale, bei dem es am Sonntag um die Plätze fünf bis acht geht. Es liefen Katharina Naumann, Angela Dies, Anna Kraft und Maike Wilden. Vielleicht lag es an den rot-weißen Kniestrümpfen, die alle acht Mädels trugen, dass es im Team so rund lief?

Caroline Dieckhöner qualifizierte sich mit einer persönlichen Bestleistung (55,59 sec) für das B-Finale über 400 Meter. Kerstin Marxen (2:10,93 min) und Maren Schott (2:11,34 min) schafften den Sprung ins 800-Meter-Finale der Frauen.

Die Leverkusener Top-Acht-Platzierungen des ersten Wettkampftages:

Männer: Hochsprung: 1. Roman Fricke 2,22 m; Kugelstoß: 5. Gunnar Pfingsten 19,01 m.

Frauen: 60 Meter Hürden: 4. Anne-Kathrin Elbe 8,29 sec; Weitsprung: 4. Nadine Jacobs 6,10 m; Stabhochsprung: 2. Silke Spiegelburg 4,45 m, 7. Anna Battke 3,80 m.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Sport
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