DJM: 14 Medaillen, 26 Top-Acht-Platzierungen und 6 WM-Tickets


Archivmeldung aus dem Jahr 2006
Veröffentlicht: 23.07.2006 // Quelle: TSV Bayer 04

Viermal Gold, Sechsmal Silber, viermal Bronze und sechs Fahrkarten nach Peking zur Junioren-WM: Mit dieser Bilanz gingen die Deutschen Jugend-Meisterschaften in Wattenscheid für den Leichtathletik-Nachwuchs des TSV Bayer 04 Leverkusen zu Ende. 26 Top-Acht-Platzierungen waren nochmals eine deutliche Steigerung gegenüber den beiden Vorjahren als 20 (2005) sowie 21 (2004) erreicht worden waren. Auch die Zahl der Medaillen schnellte von neun (4/2/3) 2005 und zehn (5/4/1) 2004 auf nun 14 in die Höhe.

Allein zwei Goldene durch die 800-Meter-Läufer Robin Schembera und Annett Horna, einmal Silber durch Diskuswerferin Nadine Dellhofen und Bronze durch Sorina Nwachukwu über 400 Meter (alle A-Jugend) sowie die 4x100-Meter-Staffel der weiblichen Jugend A kamen am Schlusstag der Titelkämpfe hinzu. Bereits am Samstag waren Hürdensprinterin Anne-Kathrin Elbe und Stabhochspringer Marvin Reitze in der A-Jugend nicht zu schlagen und dürfen nun wie der Zweitplatzierte Benjamin Hedermann (Hammerwurf) sowie Schembera, Horna und Nwachukwu die Reise zu den U20-Weltmeisterschaften in die Olympiastadt von 2008 (15. bis 20. August) antreten. Florian Sürth machte am Samstag mit Silber im Stabhochsprung zudem einen Leverkusener Doppelsieg perfekt.

Zum Auftakt der Titelkämpfe am Freitag gewannen die B-Jugendlichen Sarah Nöh (Speerwurf), Julia Förster (100 m Hürden) und Sebastian Heiser (Hammerwurf) jeweils Silber. Bronze gab es für Stabhochspringer Gerson Harting und Langstreckler Alexander Hahn. Die Leverkusener Zweitplatzierten qualifizierten sich obendrein für den U18-Länderkampf gegen Polen am 5. August in Zittau, zu dem jeweils die zwei besten deutschen B-Jugendlichen eingeladen werden.

Keine Chance zum Angriff bot Robin Schembera seinen Konkurrenten in einem taktisch klugen 800-Meter-Rennen, das ihm nur von außen betrachtet leicht zu fallen schien: „Das war die schwerste Deutsche Meisterschaft, die ich je hatte“, meinte er nach seinem Erfolg in 1:51,53 Minuten: „Ich hatte die ganze Zeit Merlin Rose und Sebastian Keiner im Kopf.“ Die beiden Läufer galten als seine ärgsten Widersacher auf dem Weg zum Titel, waren jedoch chancenlos.

Genau wie Schembera ging Annett Horna als Favoritin ins Rennen und wurde ihrer Rolle souverän gerecht: „Die Aufregung hier ist größer als in der vergangenen Woche in Ulm gewesen. Da konnte ich mich noch ein bisschen verstecken.“ Aus diesem Versteck war sie zu DM-Bronze gelaufen, in Wattenscheid ließ die U20-EM-Achte nun in 2:06,09 Minuten Jugend-DM-Gold folgen. „In Peking will ich jetzt ins Finale. Ich glaube, dafür brauche ich eine Zeit von 2:03 oder 2:04 Minuten.“ 2:03,93 hat die 19-Jährige in diesem Jahr schon stehen.

Nach ihrem dritten Platz über 400 Meter in der Bestzeit von 54,29 Sekunden ist auch Sorina Nwachukwu ein WM-Startplatz sicher: „Ich habe auf eine Medaille gehofft. Bis jetzt konnte ich mich in dieser Saison in jedem Rennen steigern. Nun hoffe ich, dass es auch in Peking noch einmal schneller geht.“ Dort wird Nwachukwu wie vor zwei Jahren im italienischen Grosseto in der deutschen 4x400-Meter-Staffel stehen, mit der sie damals Rang vier belegt hatte.

Überraschend kam Platz zwei für Diskuswerferin Nadine Dellhofen. Sie ließ die Scheibe auf exakt 45,00 Meter fliegen. Die 4x100-Meter-Staffel der weiblichen Jugend A sprintete in starken 46,58 Sekunden in der Besetzung Kirstin Schaddach, Lisette Thöne, Anne-Kathrin Elbe und Julia Förster zu Bronze, womit Förster und Elbe zu Bayer-04-Doppelmedaillengewinnern des Jugend-DM-Wochenendes avancierten.

Mit einer Kleinigkeit war Anne-Kathrin Elbe nach ihrem Sieg über 100 Meter Hürden nicht so recht zufrieden: ihrer Bestzeit von 13,45 Sekunden im Zwischenlauf. „Die wäre ich gerne im Finale gelaufen“, meint die 19-Jährige schmunzelnd und lachte. Abgesehen von diesem kosmetischen Makel war die Hürdenflitzerin „super glücklich“ über ihren Titelgewinn. 13,58 Sekunden reichten im Endlauf zum ungefährdeten Erfolg.

Wind und Wetter machten dem Stabhochspringer Marvin Reitze vor seinem ersten Versuch Angst. „Ich bin dann schon bei 4,95 Metern eingestiegen“, berichtet der spätere Deutsche A-Jugendmeister. Fortan lief alles nach Plan, auch die Siegeshöhe von 5,25 Metern nahm Reitze „total locker“. Nachdem er als Sieger feststand, versuchte sich der 17-Jährige an einer neuen persönlichen Bestleistung von 5,51 Metern, scheiterte aber besonders im dritten Anlauf denkbar knapp. „Damit wäre ich die Nummer Zwei in der Welt“, verrät Reitze.

Mit 5,15 Metern schwang sich Reitzes Disziplinenkollege Florian Sürth zu einem neuen Hausrekord empor und gewann Silber. Die Peking-Norm von 5,10 Metern erfüllte der Stabhochspringer damit, wird aber leider nur Ersatzmann für die U20-WM sein. Den Vorzug erhielt der Dritte, Raphael Holzdeppe aus Zweibrücken (5,10 m), da er mit 5,30 Metern die klar bessere Vorleistung vorzuweisen hatte – Sürth war mit 4,90 Metern angereist. Wenigstens der Spaß am Fliegen kam in Wattenscheid zurück. „Den hatte ich zwischenzeitlich nämlich total verloren“, erklärte Sürth.

Auf einer Skala von eins bis zehn gab sich Benjamin Hedermann zwar nur eine „sieben“, aber auch das reichte zur Silbermedaille im Hammerwurf. „Ich wollte Deutscher Meister werden und die Quali für Peking schaffen. Die Hälfte habe ich erreicht“, erklärte der Kraftathlet nur halb zufrieden. Immerhin die Hälfte könnte Hedermann auch sagen, denn zwei Jugendliche haben in dieser Saison schon weiter geworfen als der Leverkusener, somit gab es drei heiße Anwärter für die U20-WM-Startplätze. Mit seiner Leistung von 72,62 Metern blieb der Schüler einen knappen halben Meter hinter dem Sieger Alexander Ziegler (Dischingen) zurück, lag aber vor dem dritten Konkurrenten Jerrit Lipske (Quelle Fürth/München/Würzburg).

Um zwei Hundertstelsekunden schrammte Hürdensprinterin Julia Förster an Gold vorbei. Im Endlauf der weiblichen Jugend B führte die Leverkusenerin bis zur vorletzten Hürde und musste sich letztendlich mit 14,00 Sekunden nur der Chemnitzerin Cindy Roleder geschlagen geben. „Mit einer Medaille hatte ich gerechnet. Es ist natürlich immer ein bisschen schade, wenn es dann so knapp ausgeht“, meinte Trainer Erik Schneider. Schon im Vorjahr hatte Förster Silber gewonnen.

Trotz einer Steigerung ihrer Bestleistung um über einen Meter auf 47,75 Meter reichte es für Speerwerferin Sarah Nöh nicht zur erfolgreichen Titelverteidigung. Im sechsten und letzten Durchgang setzte sich die 16-Jährige an die Spitze der Konkurrenz, wurde in letzter Minute aber noch von Anna-Magdalena Stengl (Halle/48,10 m) abgefangen.

Mit einem neuen Hausrekord und einer Silbermedaille um den Hals trat Sebastian Heiser den Heimweg an. Mit 65,46 Metern blieb der Hammerwerfer nur hinter Richard Olbrich (Bad Gandersheim/67,17 m) zurück.

Überraschend die Bronzemedaille im Stabhochsprung gewann Gerson Harting mit 4,50 Metern. Anschließend bewies der B-Jugendliche im Speerwurf seine Vielseitigkeit. Mit 61,70 Metern belegte der Bayer-04-Athlet dort den achten Platz. Ebenfalls Dritter wurde 3000-Meter-Läufer Alexander Hahn. Eine Runde vor Schluss musste der Vorjahres-Zweite abreißen lassen und beendete das Rennen nach 8:37,58 Minuten.

Die Leverkusener Top-Acht-Platzierungen der Deutschen Jugendmeisterschaften in Wattenscheid:

Männliche Jugend A: 800 Meter: 1. Robin Schembera 1:51,53 min; 4x100 Meter: 5. TSV Bayer 04 Leverkusen (Lars Kruse – Tobias Doré – Marvin Reitze – Florian Sürth) 42,53 sec (VL: 42,42 sec); Stabhochsprung: 1. Marvin Reitze 5,25 m, 2. Florian Sürth 5,15 m; Dreisprung: 6. Henrik Beerlage 13,91 m; Hammerwurf: 2. Benjamin Hedermann 72,62 m, 5. Pascal Tang 65,35 m.

Weibliche Jugend A: 400 Meter: 3. Sorina Nwachukwu 54,29 sec; 800 Meter: 1. Annett Horna 2:06,09 min; 100 m Hürden: 1. Anne-Kathrin Elbe 13,58 sec (ZL: 13,45 sec); 4x100 Meter: 3. TSV Bayer 04 Leverkusen (Kirstin Schaddach – Lisette Thöne – Anne-Kathrin Elbe – Julia Förster) 46,58 sec; Stabhochsprung: 6. Kim Kühnert 3,80 m; Weitsprung: 5. Lisette Thöne 5,90 m; Diskuswurf: 2. Nadine Dellhofen 45,00 m.

Männliche Jugend B: 3000 Meter: 3. Alexander Hahn 8:37,58 min; 110 m Hürden: 7. Alyn Camara 14,65 sec (ZL: 14,56 sec); Stabhochsprung: 3. Gerson Harting 4,50 m, 7. Dennis Löhr 4,40 m; Speerwurf: 8. Gerson Harting 61,70 m; Hammerwurf: 2. Sebastian Heiser 65,46 m, 4. Fabian Hedermann 60,52 m; 4x100-m-Staffel: 4. TSV Bayer 04 Leverkusen (Florian HübnerTobias SteimelsAlexander Wallraff – Alyn Camara) 42,84 sec.

Weibliche Jugend B: 100 m Hürden: 2. Julia Förster 14,00 sec (VL: 13,94 sec); Diskuswurf: 6. Daniela Fink 40,69 m; Speerwurf: 2. Sarah Nöh 47,75 m; 4x100-m-Staffel: 6. TSV Bayer 04 Leverkusen (Daniela Fink – Marie-Madeleine PrionAlexandra SzarabajkoKerstin Schmitz) 48,26 sec.

Alle Ergebnisse gibt es unter www.leichtathletik.de.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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