Stadtplan Leverkusen
26.05.2020 (Quelle: Klinikum)
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Wenn der Blinddarm UND die Narbe fehlen


Neue Operationsmethode am Klinikum Leverkusen

Die gynäkologische Abteilung des Klinikums Leverkusen bietet seit Februar 2020 als erste Frauenklinik in Deutschland vNOTES-Eingriffe an. Die Methode ermöglicht Eingriffe im Bauchraum komplett ohne jegliche Bauchschnitte.

Das Akronym vNOTES steht für „vaginale Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery“ und bezeichnet minimalinvasive Eingriffe über natürliche Körperöffnungen. Bei diesem Verfahren werden die benötigten Instrumente für eine minimalinvasive Operation nicht mehr über Hautschnitte in den Körper eingeführt, sondern über natürlich vorhandene Körperöffnungen. Klassischer Zugangsweg für Eingriffe an den inneren Genitalien in der gynäkologischen Chirurgie ist die Vagina. Die vNOTES-Technik kommt dann zum Einsatz, wenn Eingriffe über die Scheide alleine nicht durchgeführt werden können, z.B. wenn das Sichtfeld in die Bauchhöhle hinein nicht ausreichend ist. Das Laparoskop, ein Gerät mit einer kleinen Kamera, einem Linsensystem zur Vergrößerung, einer Lampe und einer Spül- und Absaugvorrichtung, wird durch die Scheide in den Körper eingeführt. Es handelt sich also um die Verlängerung des vaginalen Zugangs, in einen anatomischen Bereich, der mit der konventionellen vaginalen Chirurgie nicht mehr erreichbar ist. Ein Großteil der minimal-invasiven Eingriffe der Gynäkologie kann dadurch auf vaginalem Wege durchgeführt werden, beispielsweise die Gebärmutterentfernung, aber auch die Entfernung des Blinddarms, ohne die typische Blinddarmnarbe. Für eine konventionelle Laparoskopie sind meist 3-4 kleine Bauchschnitte nötig, die zu Beschwerden und Beeinträchtigungen führen können, z.B. Schmerzen, Wundinfektionen und Narbenbildung. Durch die vNOTES Technik haben die Patientinnen weniger postoperative Schmerzen, keine Narben am Bauch, können früher nach Hause entlassen werden und erholen sich schneller von der Operation.

Dr. Kirsten Hübner ist Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Leverkusen. Sie hat die Methode aus Asien nach Leverkusen geholt und mit dem leitenden Oberarzt Dr. Alexander di Liberto am Klinikum etabliert. Nach ihrem Facharzt am Klinikum Leverkusen arbeitete sie für acht Jahre in Shanghai, Singapur und Taiwan. Im Chang Gung Memorial Hospital in TaipehLinkou lernte Dr. Hübner die vNOTES Technik vom Urbegründer Dr. Hsuan Su und machte dort ihre Schwerpunkteweiterbildung. „Ich finde, vNOTES ist eine wunderschöne Methode und Weiterentwicklung - pro Frau, weil sie noch weniger invasiv ist und die Bauchdecke komplett unversehrt gelassen wird. Gleichzeitig können wir bei den Eingriffen die Vorteile der Laparoskopie nutzen - also eine gute Sicht und lange Instrumente,“ erklärt Dr. Kirsten Hübner. Die Patientinnen am Klinikum Leverkusen sind ebenfalls überzeugt. „Ich würde diese OP-Methode immer wieder wählen. Ich hatte quasi keine Beeinträchtigungen in jederlei Hinsicht,“ so berichtet es die erste vNOTES-Patientin am Klinikum Leverkusen Anna K. Und auch Diana Braun ist mehr als zufrieden: „Ich finde es toll, dass ich keine Narben am Bauch habe. Und schon wenige Stunden nach der OP konnte ich mich ohne Schmerzen bewegen. Ich fühle mich gar nicht wie nach einer Operation.“ Das Ärzteteam der Frauenklinik am Klinikum Leverkusen hat die Operationstechnik in einem seit kurzem bestehenden Ausbildungszentrum in Mechelen/Belgien unter der Leitung von Dr. Jan Baekelandt trainiert. Hier werden Ärzteteams aus vielen europäischen Ländern geschult. „Wir in der Frauenklinik sind neuen Methoden gegenüber offen. Wenn wir überzeugt sind und die Vorteile für Patienten sehen, dann integrieren wir neue Techniken gerne in unsere Abläufe. Wir scheuen uns nicht uns weiterzubilden und schulen auch selbst gerne“, erklärt der Leiter der Frauenklinik Prof. Dr. Kubilay Ertan. Für die Zukunft ist am Klinikum Leverkusen deshalb ein eigenes Ausbildungs- und Trainingskonzept für die vNOTES Methode geplant.


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Letzte Änderung am 26.05.2020 11:34 von leverkusen.
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