Nach einer extremen Hitzewelle Ende Juni 2026 hat die Stadt Leverkusen einen strukturierten Hitzekrisenplan erarbeitet, der die Bevölkerung künftig besser vor gefährlichen Temperaturen schützen soll.
Heiße Sommertage werden häufiger und intensiver – das hat zuletzt die extreme Hitzewelle Ende Juni 2026 gezeigt, die Meteorologen als „Heat Dome" (Hitzeglocke) bezeichnen. Die Rekordtemperaturen haben die Stadt Leverkusen veranlasst, einen umfassenden Hitzekrisenplan aufzusetzen. Dieser soll schrittweise fortgeschrieben und an neue Erkenntnisse angepasst werden. Grundlage sind die Erfahrungen des städtischen Krisenstabs während der Hitzewelle sowie der bereits Anfang des Jahres vorgestellte Hitzeaktionsplan.
Der Hitzekrisenplan definiert fünf Warnstufen, die gestaffelte Maßnahmen auslösen:
Ausgelöst werden die Stufen anhand der prognostizierten Lufttemperatur, der gefühlten Temperatur und des nächtlichen Temperaturminimums. Zusätzlich kann der sogenannte Hitzeindex eine frühere Auslösung bewirken: Liegt die Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent, verhindert sie das Verdunsten von Schweiß – der Körper kann sich nicht mehr ausreichend kühlen. Fehlende Nachtabkühlung erschwert die Erholung zusätzlich.
Neben der Wetterprognose fließen in die Lagebewertung auch die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes, die Fallzahlen aus den Notaufnahmen, die Einsatzzahlen der Rettungsdienste sowie die Personalverfügbarkeit und die Einsatzfähigkeit von Krankenhäusern und Altenheimen ein. Für jede Warnstufe sind die Zuständigkeiten zwischen Gesundheitsamt, Feuerwehr, Fachbereich Soziales und der Pressestelle verbindlich geregelt.
Die Maßnahmen reichen je nach Warnstufe von verstärkter Öffentlichkeitsarbeit und Lageberichten über den Schutz gefährdeter Personengruppen in Pflege- und Flüchtlingsunterkünften bis hin zur Aktivierung kühler Räume und der Einrichtung eines Hitzetelefons. Mit sinkender Gefährdungslage werden die Maßnahmen schrittweise wieder zurückgenommen.
Alexander Lünenbach, Dezernent für Bürger, Umwelt und Soziales, betont die Bedeutung des Plans: „Hitze gehört zu den größten gesundheitlichen Risiken des Klimawandels. Mit unserem Hitzekrisenplan schaffen wir klare Strukturen, um frühzeitig reagieren und alle Bürgerinnen und Bürger und insbesondere gefährdete Menschen besser schützen zu können. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Maßnahmen kontinuierlich weiter und passen sie an neue Erkenntnisse und Erfahrungen an."
Leverkusenerinnen und Leverkusener, die sich über Hitzeschutzmaßnahmen informieren möchten, finden weiterführende Hinweise zum Hitzeaktionsplan, zum Hitzetelefon und zu kühlen Orten in der Stadt auf der Website der Stadt Leverkusen unter dem Themenbereich Hitzeschutz.