Die Stadtverwaltung Leverkusen trauert um Margit Fucks, die erste Frau an der Spitze des städtischen Finanzbereichs. Die „Amtmännin" starb im Mai im Alter von 102 Jahren.
Mit großer Betroffenheit hat die Stadtverwaltung Leverkusen vom Tod von Margit Fucks erfahren. Die Beamtin war die erste Frau, die den Fachbereich Finanzen – damals noch als Kämmerei bezeichnet – leitete. Dass sie diese Führungsposition überhaupt innehatte, war für die damalige Zeit eine Ausnahme: Die Verwaltung war zu jener Zeit fest in männlicher Hand.
Ihren Weg in den öffentlichen Dienst begann Margit Fucks bereits 1941 – als Verwaltungslehrling bei der Stadt Leverkusen. Im Laufe ihrer Karriere stieg sie zur Beamtin im gehobenen Dienst auf und wurde zur „Amtmännin" befördert. Dies geschah, weil die Laufbahnbestimmungen zum damaligen Zeitpunkt noch keine weibliche Form der Dienstbezeichnung in der Besoldungsgruppe A 11 kannten.
Von 1959 bis 1984 leitete Margit Fucks den Fachbereich Finanzen der Stadt Leverkusen – eine Amtszeit von 25 Jahren. Diese Periode fiel in eine wirtschaftlich starke Phase für die Stadt. Dank solider Gewerbesteuereinnahmen war es möglich, Leverkusen spürbar zu gestalten und eine Vielzahl bedeutender Projekte zu realisieren.
Unter ihrer Verantwortung als Kämmerin entstanden unter anderem das Forum, das heutige Klinikum, die Müllverbrennungsanlage, die Ostermann-Arena, der Wasserturm sowie zahlreiche Siedlungsbauten. Projekte, die das Stadtbild von Leverkusen bis heute prägen.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel hat den Hinterbliebenen von Margit Fucks seine aufrichtige Anteilnahme ausgesprochen. In einem persönlichen Kondolenzschreiben würdigte er die Leistungen und Verdienste der Verwaltungspionierin für die Stadt Leverkusen.
Mit Margit Fucks verliert Leverkusen eine Frau, die weit vor ihrer Zeit Verantwortung übernahm und die finanzielle Grundlage für eine ganze Ära städtischer Entwicklung mitgestaltete. Ihr Wirken bleibt in den Bauwerken und Einrichtungen sichtbar, die noch heute zum Leben in der Stadt gehören.