Noch am Tag der feierlichen Wiedereröffnung der Bahnstrecke zwischen Hagen und Köln wurde ein Schaden an der Eisenbahnbrücke in Leverkusen-Opladen entdeckt. Die Oberbürgermeister von Leverkusen und Solingen sowie der Bürgermeister von Leichlingen haben deshalb gemeinsam Bundesverkehrsminister Bilger angeschrieben und schnelle Reparatur sowie Aufklärung gefordert.
Monatelang haben Pendlerinnen und Pendler auf der vielbefahrenen Bahnstrecke zwischen Hagen und Köln Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Die Generalsanierung des Streckenabschnitts dauerte rund fünf Monate, in denen der reguläre Schienenverkehr vollständig eingestellt war. Schienenersatzverkehr und Umleitungen sorgten für erhebliche Belastungen. Die feierliche Wiedereröffnung, an der neben NRW-Verkehrsminister Krischer und DB-InfraGo-Vorstand Nagl auch Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel teilnahm, schien das Ende der Belastungen zu markieren.
Doch noch am selben Tag stellte sich bei einer Überprüfung heraus: Die Eisenbahnbrücke zwischen Leverkusen-Opladen und Leichlingen ist wegen eines Brückenschadens nur eingeschränkt nutzbar. Für die Kommunalpolitiker ein schwer nachvollziehbarer Vorgang.
Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm und Leichlinger Bürgermeister Maurice Winter haben daraufhin gemeinsam Bundesverkehrsminister Bilger angeschrieben. In ihrem Brief fordern sie, dass die Brückenschäden „schnellstmöglich einwandfrei behoben werden". Eine weitere Belastungsprobe für die Pendlerinnen und Pendler sei „inakzeptabel", heißt es in dem Schreiben.
Die drei Kommunalpolitiker betonen: „Dieses Versäumnis erschüttert das Vertrauen in die Deutsche Bahn AG in Deutschland zutiefst. Zudem wird die vom Konzern ausgerufene Mobilitätswende damit zu reiner Makulatur."
Besonders irritiert zeigen sich Hebbel, Flemm und Winter darüber, dass der Brückenschaden weder während der monatelangen Generalsanierung noch bei einer Überprüfung Ende des vergangenen Jahres entdeckt wurde – wohl aber am Tag der Wiedereröffnung. Da die Strecke fünf Monate für den regulären Bahnverkehr gesperrt war, sei das Bauwerk in dieser Zeit ausschließlich durch Schienenfahrzeuge der Sanierungsarbeiten belastet worden. Woher der Schaden stammt, bleibt damit ungeklärt.
In ihrem Brief an den Bundesminister stellen die drei Bürgermeister daher konkrete Fragen: Warum wurden die Schäden nicht früher erkannt? Wie ist der Schaden entstanden? Und: Wurde die baulich identische Nachbarbrücke zwischen Leverkusen-Opladen und Langenfeld (Rhld.), die hauptsächlich dem Güterverkehr dient, ebenfalls auf Schäden überprüft?
Die Kommunalpolitiker machen in ihrem Schreiben deutlich, dass Ereignisse wie diese nicht nur das Vertrauen der Bevölkerung in die Deutsche Bahn AG beschädigen, sondern auch die lokale Politik in Erklärungsnot bringen. Sie appellieren an den neuen Bundesverkehrsminister, auf eine „offene, verlässliche und lösungsorientierte Kommunikation" zu setzen. Eine Antwort auf ihre Fragen erwarten Hebbel, Flemm und Winter zeitnah.
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