Leverkusen stärkt seine Nachwuchsförderung im Leistungssport: Der Stadtrat hat am 12. Oktober 2026 beschlossen, die Käthe-Kollwitz-Schule in den Verbund der NRW-Sportschule aufzunehmen. Ab dem Schuljahr 2027/2028 bieten damit zwei Leverkusener Schulen Sportklassen für junge Talente an.
Die NRW-Sportschule Leverkusen hat prominente Absolventen hervorgebracht: Fußball-Nationalspieler Kai Havertz und Florian Wirtz, Parasportler Felix Streng und Basketball-Nationalspielerin Marie Gülich haben dort ihre schulische und sportliche Laufbahn miteinander verbunden. Bislang war das Landrat-Lucas-Gymnasium die einzige Schule im Verbund – und die Nachfrage überstieg dort seit Jahren das Angebot. Mit der Aufnahme der Käthe-Kollwitz-Schule als Gesamtschule in die NRW-Sportschule schafft Leverkusen nun zusätzliche Kapazitäten. Beide Schulen sind zudem als Eliteschulen des Sports und des Fußballs zertifiziert.
Ein wesentlicher Vorteil der Erweiterung: Junge Leistungssportlerinnen und Leistungssportler können künftig alle schulischen Abschlüsse im Rahmen der NRW-Sportschule anstreben – nicht mehr nur das Abitur. Die Staatskanzlei NRW hatte dem Erweiterungsantrag der Stadt bereits vor der politischen Abstimmung grundsätzlich zugestimmt. Dirk Schimmelpfennig, Leiter des Referats Leistungssport der Staatskanzlei NRW, betont: „Es gibt nun die Möglichkeit, Schülerinnen und Schülern alle schulischen Abschlüsse sowie im Einzelfall schulform-, leistungs- oder neigungsgerechte Wechsel zwischen beiden Schulen zu ermöglichen, sofern dies ihrer schulischen und sportlichen Entwicklung dient."
Das Konzept der NRW-Sportschule sieht besondere Flexibilität vor: Freistellungen für Wettkämpfe, die Möglichkeit, Klausuren außerhalb des Schulgebäudes zu schreiben, sowie gezielte Nachbereitung von versäumtem Unterrichtsstoff gehören dazu. Das Landrat-Lucas-Gymnasium bringt dabei seine langjährige Erfahrung ein. Schulleiter Frank Lathe erklärt: „Wir begrüßen die Ausweitung der Sportförderung für Schülerinnen und Schüler in Leverkusen." Beate Buchholz, Leiterin der Käthe-Kollwitz-Schule, sieht das Projekt als passgenaue Ergänzung: „Das ist eine spannende Aufgabe, die zu unserem Profil passt."
Oberbürgermeister Stefan Hebbel unterstreicht die Bedeutung der Entscheidung für die Sportstadt Leverkusen: „Wir unterstützen Top-Talente auf ihrem spannenden Weg. Das ist uns als Sportstadt sehr wichtig." Stadtdirektor Marc Adomat hebt die enge Zusammenarbeit hervor: „Gemeinsam mit dem Fachbereich Schulen ist in kürzester Zeit und in kleinteiliger Arbeit ein ausgereiftes Konzept erarbeitet worden."
Auch Bayer 04 und der TSV Bayer 04 Leverkusen begrüßen die Erweiterung ausdrücklich. Sportgeschäftsführer Simon Rolfes nennt sie „einen Meilenstein für unsere Nachwuchsförderung". TSV-Geschäftsführerin Anne Wingchen ergänzt: „Die Erweiterung gibt uns die Chance, mehr Talente bestmöglich auf ihrem Weg zu fördern."
Ab dem Schuljahr 2027/2028 bieten beide Schulen jeweils einen eigenen Zug als Sportklasse an. An der Käthe-Kollwitz-Schule beginnt das Angebot mit dem 5. Jahrgang und wächst in den Folgejahren schrittweise. Voraussetzung für die Aufnahme ist ein sportmotorischer Test, der unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit für alle sportlich interessierten Schülerinnen und Schüler beim Wechsel zur weiterführenden Schule offen steht.