Das leise Sterben der Insekten – Zeit für eine Wende

Insektenforscher Thomas Hörrem berichtet auf dem NaturGut Ophoven über mögliche Ursachen

Archivmeldung aus dem Jahr 2020
Veröffentlicht: 11.02.2020 // Quelle: Gut Ophoven

Die Insektenpopulation in Deutschland nimmt dramatisch ab. Diese Meldung des entomologischen Vereins Krefeld ging in den letzten Jahren durch die Medien. Warum das so ist, wollte die Offenland Stiftung aus erster Hand erfahren und lud den Biologen und Insektenforscher Thomas Hörren auf das NaturGut Ophoven ein. Hörren und seine Forscherkollegen veröffentlichten 2017 die wissenschaftliche Studie zum Insektenrückgang in der angesehenen Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Über 80 Leverkusener lauschten dem Vortrag des Experten auf dem NaturGut Ophoven. Er stellte zunächst das standardisierte und anerkannte Fangverfahren für Insekten und zur Ermittlung der Insektenmasse vor, welches in Naturschutzgebieten über viele Jahre hinweg reproduzierbare Daten erbracht hat. Die Gruppe, die aus wissenschaftlichen und ehrenamtlichen Forschern besteht, hat nach dem Fang der Insekten dann sehr viel Detailarbeit geleistet: Aufbereiten der Proben, Bestimmen der Insektenarten, Wiegen der Insektenmasse. „Manchen mag Statistik Kopfzerbrechen bereiten, aber in der Wissenschaft liefert sie klare Ergebnisse“, so Hörrem. Und diese sind erschreckend. Allein in dem von der Studie erfassten Zeitraum von 27 Jahren ist die Insektenbiomasse um ca. 75 % zurückgegangen. Besonders betroffen mit 67 % sind die Insekten offener Lebensräume wie Wiesen, während der Rückgang in Wäldern „nur“ 41 % beträgt, wie neuere Studien zeigen.

Die Abnahme der Insekten führt auch zu einer Abnahme von Singvögeln und vielen anderen Tieren. Weiterhin sind viele wildlebende Bienen für die Bestäubung auch von Kulturpflanzen verantwortlich. Auf die Kernfrage des Vortrages nach den Gründen für den Rückgang konnte der Experte noch keine eindeutige Antwort geben. „Sicher ist aber, dass nicht ein Grund allein existiert“, erklärte der Experte. Vielmehr scheine eine Verkettung von Veränderungen in unserer Landschaft Ursache zu sein. Problematisch ist die „Verinselung“ von Naturschutzflächen, die einen Austausch von Einzeltieren sehr erschwert. So kann beobachtet werden, dass wanderfreudige Arten wie der Distelfalter zum Teil in großen Mengen vorkommen, Arten aber, die nur wenig wandern können, erfahren keinen genetischen Austausch und gehen zurück. Problematisch kann auch das Wiederaufforsten sogenannter Ödlandflächen sein, da viele Insekten keinen Schatten vertragen. Die intensive Landwirtschaft, unsere aufgeräumten Landschaften und Gärten und der enorme Flächenverbrauch führen zusammen zum Insektenrückgang.

Was können wir tun? Sicher führt das gezielte Offenhalten von Flächen wieder zu mehr wärmeliebenden Arten. Wir benötigen aber auch eine konsequente Ausweitung von vernetzten Naturschutzflächen und eine ständige angepasste Pflege beispielsweise durch Mahd oder Beweidung. Auch Forschung an Universitäten und Umweltbildung wie sie am NaturGut Ophoven praktiziert wird, ist notwendig. Den Vorteil sauberer Windschutzscheiben bezahlen wir sonst mit einem hohen ökologischen und ökonomischen Preis. Nicht zuletzt muss sich aber auch unsere Einstellung zu Insekten und zu unser abwechslungsreichen, erhaltenswerten Kulturlandschaft ändern, um zukünftigen Generationen eine lebenswerte, artenreiche Umwelt zu sichern.

Aber auch schon jetzt sind die Leverkusener keineswegs machtlos gegen den Rückgang unserer geflügelten Mitbewohner. So kann jeder im eigenen Garten oder auf dem Balkon aktiv für Insekten werden – Blumenwiesen, Schmetterlingsrabatte, blühende Stauden oder Wildbienenniststationen können einen Beitrag für den Schutz unserer Insekten leisten.
Aber auch beim Einkauf kann jeder den Schmetterlingen & Co. helfen. Denn jeder Verbraucher kann sich mit dem Geldbeutel an der Kasse für mehr Insektenschutz entscheiden. So zum Beispiel durch den Kauf von Lebensmitteln die den Landwirten eine faire Bezahlung für ihre schwierige Arbeit gewährleisten. Oder direkt durch den Kauf von Bio-Produkten bei denen der Einsatz von Pestiziden auf das Minimum reduziert wurde.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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