„Differenzen“ – Die Klasse Pia Fries stellt sich im Rheinland vor

Studierende der Akademie der Bildenden Künste München (AdBK) zeigen ab dem 12. Januar ihre Arbeiten im Erholungshaus

Archivmeldung aus dem Jahr 2020
Veröffentlicht: 10.01.2020 // Quelle: Bayer AG

In der Ausstellungsreihe „Kunsthochschulen zu Gast“ im Rahmen der stARTacademy von Bayer Kultur stellt sich ab Januar die Akademie der Bildenden Künste München vor, die zu den traditionsreichsten Hochschulen Deutschlands gehört. An der Akademie wird in Fachklassen studiert, was Bayer Kultur die Gelegenheit gibt, die Klasse von Professor Pia Fries nach Leverkusen einzuladen. Für die Besucher bietet die Ausstellung die Möglichkeit, Werke junger Talente zu entdecken, die sonst überwiegend im süddeutschen Raum zu sehen sind.

Anders verhält es sich mit der Professorin Pia Fries, deren Band zum Rheinland eng ist: Nach einem Studium der Bildhauerei in Luzern hat die gebürtige Schweizerin bei Gerhard Richter in Düsseldorf Malerei studiert und lebt und arbeitet in München und Düsseldorf. Seit 2014 hat sie die Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München inne, zuvor lehrte Fries an der Universität der Künste Berlin. Ihre Arbeit ist international durch Ausstellungen bekannt und in Sammlungen vertreten. Die Ausstellung „Differenzen“ ist vom 12. Januar an bis Ende März im Erholungshaus zu sehen.

Differenzen
Der Titel „Differenzen“ wurde von den Studierenden der Klasse Pia Fries gewählt und trifft den Prozess der Diskussion über dieses Projekt. „Zuerst denkt man vielleicht an Differenzen im Sinne von Streit, im Weiteren klingen dann aber viele andere Möglichkeiten mit: Unterschiede im Sinne von verschiedenen Positionen der Studenten oder – etwas differenzierter betrachtet – auch Einzigartiges. Gleichzeitig schwingt mit, einen eigenen Standpunkt zu vertreten, nicht allem zuzustimmen“, erläutert der künstlerische Mitarbeiter David Borgmann die Überlegungen.

Die Einladung, als Akademieklasse auszustellen, bedeutet für jeden Studierenden die Möglichkeit, seine Arbeiten in einem institutionellen Kontext vorzustellen. Sie stellt aber auch eine enorme Herausforderung dar. Die Gemeinsamkeit, die dieser Form der Gruppenausstellung zugrunde liegt, ist weniger thematisch oder inhaltlich, sondern gründet in dem gleichzeitigen Studium bei einer Professorin. Jeder Einzelne steht also vor der Frage, ob er seine Arbeit in diesem Kontext sieht. In dem Titel „Differenzen“ klingt auch diese Überlegung an.

Die 16 Künstlerinnen und Künstler, die sich vorstellen, stehen teilweise am Beginn des Weges, teilweise haben sie sich nach einem Studium an anderen Hochschulen für die Klasse Pia Fries beworben oder sind bereits Absolventinnen und Absolventen. Die Arbeiten greifen dabei weit über die klassische Vorstellung von Malerei hinaus und reichen von Zeichnung über Video und Skulptur bis hin zu Installationen. Verbindend bei allen „Differenzen“ fällt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Raum auf.

Ein Augenzwinkern für die Kunstgeschichte
Den Auftakt der Ausstellung bilden großformatige Werke von Andreas C. Steindl. Seine Bilder setzen sich mit dem Malprozess auseinander: Die Spuren des Malens bleiben in seinen Arbeiten präsent und werden zum Thema. Es geht ihm um das Schaffen einer Realität im Vorgang des Malens und aus diesem heraus um eine veränderte Wahrnehmung von Realität. Gleiches gilt auch für Simon Dorfner. Seine Porträtköpfe scheinen fast enthäutet und hinterfragen die glatten Oberflächen. In „Construction Worker“ hat Dorfner dabei ein grobes Breitband-Schleifpapier als idealen Bildträger für das großformatige Dreiviertelporträt entdeckt.

Charlotte Giacobbi dagegen verwendet Farbe und verschiedene Trägermaterialien, um abstrakte räumliche Kompositionen zu schaffen. Teilweise scheinen die Keilrahmen durch die transluziden Stoffe durch, sodass sich das Bild sowohl nach hinten zur Wand als auch in den Raum hinein öffnet und aus verschiedenen Perspektiven immer neu erfahrbar ist. Im Gegensatz zu Giacobbi interessiert Filip Gudovic die flache zweidimensionale Form. Er findet die Vorlagen für seine abstrakten Kompositionen in der Alltagswelt, wobei er diese durch die Farbkomposition und geometrische Vereinfachung zu universellen Formen der Bewegung, Architektur oder des Universums verwandelt.

Marko Stanke nutzt die klassischen Materialien der Malerei: Acryl, Nessel, Keilrahmen. Er verarbeitet diese zu Wandobjekten und Rauminstallationen, die bei aller formalen Strenge augenzwinkernd mit der Kunstgeschichte und dem Ausstellungsraum spielen. Ähnlich wie Giacobbi erweitert er die Möglichkeiten der Malerei in den Raum. Beide Positionen wurden in diesem Jahr für die Debütanten-Ausstellung im Haus der Kunst München ausgewählt.

Malerei im Raum und Installation
Im Pausenfoyer des Erholungshauses sind Arbeiten zu sehen, die die Malerei in den Raum erweitern. Aron Herdrich verbindet in seinen Installationen zum Beispiel Raumobjekte mit Malerei. In seiner „Modularen Stahlkonstruktion“ hat er ein variables System aus Stahlelementen geschaffen, das jeweils auf den Raum eingeht und als Träger dienen kann, z. B. für eine ausschwingende Papierbahn, die dadurch zur Geste im Raum wird. „Gerüst“ nennt Lukas Hoffmann seine Installationen, meint damit jedoch einen Assoziationsraum. Tatsächlich erinnern seine sorgsam gefertigten Objekte an Gebrauchsgegenstände, die aber schon auf den zweiten Blick ihre Eindeutigkeit verlieren. Durch die Kombination von einzelnen Arbeiten schafft Hoffmann Installationen, die sich für den Betrachter zu Requisiten imaginärer Geschichten entwickeln.

Mit der Wandmalerei von Alexia Trawinski setzt sich die Ausstellung im Obergeschoss fort. Trawinski betont den körperhaften Charakter ihrer Zeichnungen: Diese entwickeln sich konsequent über die Papiergrenzen hinaus bis auf die Wand und definieren damit den Raum neu. Auch Theresa Hecker hat ihre Arbeit als Installation speziell für das Erholungshaus entwickelt. „Der unabgeräumte Tisch“ zeigt eine lange Tafel, wie man sie z. B. nach einem ausgiebigen Abendessen kennt. Die Herausforderung an den Betrachter ergibt sich auf den zweiten Blick, denn das Tischtuch ist plastisch aus Gips geformt, die Gegenstände darauf sind gemalt – Malerei und Skulptur werden zu räumlichen Fragestellungen.

Die Auswahl und Vorbereitung der Ausstellung wurde mit der Klasse in enger Zusammenarbeit mit Pia Fries und David Borgmann kuratiert. „Differenzen“ ist vom 12. Januar bis zum 22. März 2020 im Erholungshaus in Leverkusen zu sehen. Der Eintritt ist frei, Informationen auch unter www.kultur.bayer.de.

Differenzen
Akademie der Bildenden Künste München
Klasse Prof. Pia Fries In der Reihe „Kunsthochschulen zu Gast“

Katharina Tatiana Dietmaier / Simon Dorfner / Charlotte Giacobbi / Filip Gudovic / Oliver Haussmann / Theresa Hecker / Aron Herdrich / Lukas Hoffmann / Martin Huber / Pengfei Lin / Asuka Miyahara / Jonas Pretterer / Marco Stanke / Andreas Steindl / Alexia Trawinski / Panagiotis Vereses

Vernissage
SO / 12. JAN 2020 / 11.00 Uhr
Erholungshaus, Nobelstrasse 37, 51373 Leverkusen

Ausstellungszeitraum

  1. JAN bis 22. MRZ 2020

    Öffnungszeiten
    SA / SO / Feiertags / 11.00-17.00 Uhr
    sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

    Öffentliche Führungen
    Jeden 1. und 3. SO im Monat / 11.15 Uhr (kostenlos)
    Führungen „Art after Work“: 21. JAN + 11. MRZ / 18.00 Uhr
    Sonderführungen nach Vereinbarung
    Anmeldung unter 0214 30-41283/-41284
    Ort aus dem Stadtführer: Erholungshaus
    Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Kultur
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