Stadtplan Leverkusen
08.02.2019 (Quelle: Simon Heller)
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Die Logik der Leverkusener Pokal-Schlappe beim 1. FC Heidenheim


Am Ende der DFB-Pokal-Achtelfinalrunde galt gemeinhin die 1:2-Niederlage der zuletzt anscheinend wiedererstarkten Werkself bei den Schwaben als größte Überraschung aller acht Partien. Mit Blick auf die Formationen und Einstellungen beider Mannschaften, auf Einsatzbereitschaft und Zielstrebigkeit beider Kontrahenten war sie das beileibe nicht. Der Sieg der Heidenheimer ging vollauf in Ordnung dank des puren Willens seitens des Zweitligisten, in ein Viertelfinale eines der größten Vereinswettbewerbe weltweit einzuziehen, und der leidenschaftlichen Arbeit über 90 Minuten mitsamt sehr gut eingehaltener taktischer Marschroute. Das Ergebnis ging auch in Ordnung aus Sicht des Favoriten, der all dies vermissen ließ. Natürlich im zweiten Durchgang, in dem er eine 1:0-Pausenführung durch laxen Spielaufbau und schläfriges Verteidigen verschenkte. Jedoch auch durch den Auftritt in der ersten Halbzeit, in der es Bayer ganze zwei Mal geschafft hatte, sich gefährlich vor das Tor von Keeper Kevin Müller zu begeben. Zu wenig, um von einer deutlichen Überlegenheit in den ersten 45 Minuten zu sprechen. Doch genau das taten einige Leverkusener nach der Partie – eine Fehleinschätzung der eigenen Leistung, die vermeintlich mit zum selbstgefälligen Vortrag nach dem Seitenwechsel beigetragen hatte.

Peter Bosz rotiert sein Team aus dem Wettbewerb
Aber der Reihe nach: Bevor die Ereignisse auf dem Rasen der Voith-Arena in Heidenheim ihren Lauf nahmen, hatte Leverkusens Trainer Peter Bosz seine Chance verpasst, besser auf selbe mittels passender Teamaufstellung einzugehen. Nach zwei äußerst erfolgreichen Auftritten in der Bundesliga, zuletzt mit dem Überraschungscoup gegen Bayern München (3:1), fällte Bosz seine Entscheidungen: Sven Bender ganz raus, Jonathan Tah, Karim Bellarabi und Kevin Volland auf die Bank. Da bei Youngster Kai Havertz noch die Hüfte zwickte, war er selbstredend nicht dabei. Dass man gegen eine willige Heidenheimer Mannschaft mit dem Strategen und Motivator Frank Schmidt an der Seitenlinie jedoch keine B-Elf auf das Feld schicken sollte, hatte sich womöglich noch nicht vor der Partie bis zu Peter Bosz herumgesprochen. Mit einigem Abstand nach der Niederlage befand Bosz, womöglich auch im Bezug auf die eigenen Entscheidungen: „Trotzdem sind wir alle sehr selbstkritisch. Das muss man sein. Wir wollen lernen und es künftig besser machen.“ Die Ersatzleute Aleksandar Dragovic, Tin Jedvaj, Julian Baumgartlinger, Paulinho und Lucas Alario präsentierten sich schließlich mit wenigen Lichtblicken auch lediglich als Ersatz. An die Qualität der Originale kamen sie nur selten heran.

Die Fußballerkrankheit namens Selbstgefälligkeit
Das mag jedoch bei diesen gestandenen Bundesligaspielern auch mit der Hassliebe fast aller Fußballer namens Selbstgefälligkeit zusammengehangen haben. Vor dem Duell hatte Leverkusen auf einen 3:0-Erfolg in Wolfsburg und eben jenes 3:1 gegen die Bayern zurückgeblickt. Dazu hatte der Kenner registriert, dass Leverkusen mit einer Siegquote knapp unter 1,6 kurz vor Anpfiff klarer Favorit in Heidenheim war. So hatten es wohl auch die Mannen um Peter Bosz selbst eingeschätzt. Und taten es vermutlich während des Duells noch immer. Julian Brandt etwa, Torschütze zur zwischenzeitlichen Führung, bemerkte nach der Partie, wie unerklärlich einige Leichtsinnigkeiten im Aufbauspiel seiner Mitstreiter wären, nachdem man in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel abgeliefert habe. Exakt aber das hatte Leverkusen nicht! Die Gäste hatten eine Ballbesitzquote von nahezu 80 Prozent; den ersten Torschuss nach mehr als einer halben Stunde (!) besaß jedoch: der Platzherr. Trainer Frank Schmidt hatte seine Heidenheimer genau auf diese Sorte Partie vorbereitet. Und seine Elf ließ die harmlos und gemütlich die Bälle hin- und herschiebenden Gäste gewähren und erfreute sich aufgrund deren geringer Geschwindigkeit und weniger Überraschungsmomente an der eigenen überschaubaren Laufintensität. Der kaum spürbare Kräfteverschleiß vor der Pause aus Sicht der Heidenheimer war indes der größte aller Leverkusener Fehler vor der Halbzeitpause. So hatten die Akteure des Zweitligisten nach dem Wechsel bis zum Ende mehr als genug Power, Unzulänglichkeiten der Leverkusener zu bestrafen und sich später deren blutarmen Angriffen in den Schlussminuten des Spiels mit voller Kraft zu erwehren.

Die Offensive: zumindest mannschaftlich eine blanke Enttäuschung
Natürlich darf man auch an dieser Stelle das taktisch hervorragende Defensivkonzept von Heidenheims Coach Frank Schmidt nicht vergessen; erst recht nicht dessen Umsetzung vom gesamten Team um die an diesem Tag selten in Verlegenheit zu bringenden Innenverteidiger Norman Theuerkauf und Patrick Mainka. Was allerdings die Leverkusener zuwege brachten, war zumindest mannschaftlich nicht eines Erstligisten würdig, der um die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb spielt. Lediglich dank individueller Klasse blitzte hin und wieder etwas Gefahr auf – wenngleich auch nicht besonders viel. Erster Gefahrenmoment vor dem Heidenheimer Kasten: Leon Bailey hatte auf halbrechts (bereits im Strafraum) zwei Verteidiger auf sich gezogen, bevor er den Ball steil auf Julian Brandt durchsteckte. Dieser schoss aus spitzem Winkel gen langes Eck – Pfosten (38.). Kurz vor der Pause tauchte Brandt erneut vor Kevin Müller auf. Ähnlicher Winkel, dieses Mal von links mit links, durch die Beine des Keepers, Tor (44.). Sechser Charles Aranguiz, defensiv einer der besten Leverkusener, hatte den deutschen Nationalspieler zuvor mit einem eher unspektakulären Pass in die Tiefe geschickt. Brandt hatte schlicht seine Geschwindigkeit einmal ausspielen können: klassische Einzelleistung. Echte sehenswerte Kombinationen über mehrere Stationen hatte es dagegen so gut wie gar nicht gegeben. Stattdessen viel langsamer Spielaufbau, lange Ballschiebereien ohne Druckpässe bereits von hinten heraus (Jedvaj, Dragovic, Patrick Weiser). Heidenheims Block wurde so nicht ernsthaft in Gefahr gebracht, zerbröselt zu werden. Der konnte sich ohne zu viel Aufwand verschieben. Auf der linken Angriffsseite Leverkusenes blieb Paulinho meist fußballerisch farblos, schien vor allem uninspiriert. Angreifer Lucas Alario wirkte am auffälligsten, als sein Ellenbogen bei allerdings angelegtem Arm in der Magengrube eines Gegenspielers landete. Schon hier war vieles nicht besonders souverän, vor allem jedoch nicht gelungen, was der Favorit produzierte. Und das, obwohl es sich dabei noch um die bei weitem bessere der beiden Halbzeiten aus seiner Sicht handelte.

Nach dem Seitenwechsel bricht auch die Stabilität zusammen
Die bis dahin stabile Abwehrarbeit war eine solche, weil sie bis zum Seitenwechsel von Heidenheim kaum geprüft worden war. Das änderte sich mit Wiederanpfiff jedoch rapide. Keine 120 Sekunden waren im zweiten Abschnitt gespielt, da landete der Ball zum ersten Mal im Netz von Torwart Lukas Hradecky. Ausgangspunkt war ein Ballverlust von Bailey, ein halbherziges Zaudern zwecks des nicht erhaltenen Freistoßes und ein kollektives müdes Zurücktraben seiner Mitstreiter. Die hatten jedoch übersehen, dass Heidenheim nun keinesfalls mehr einzig auf das Verteidigen des eigenen Tores bedacht war. In vollem Tempo hatte Sebastian Griesbeck Höhe der Mittellinie den Passweg auf den durchpreschenden Nikola Dovedan gesucht – und gefunden. Dovedan war gen Tor gerannt, bevor er Dragovic viel zu einfach am Fünfmeterraum ausspielte und den Ball ins Tor schoss. Die Leverkusener Fehlerkette vor Dragovics missglücktem Zweikampf: Weder Sechser Baumgartlinger noch Innenverteidiger Jedvaj konnten Griesbeck am Spielen des Passes hindern. Zumindest Jedvej hätte es in dieser Situation aber müssen. Alternativ hätte er in der Kette bleiben können, da Leverkusen sich in einer Sechs-gegen-zwei-Überzahl befunden hatte. Dragovic rückte zudem nicht zeitgleich mit Jedvaj heraus, womit Dovedan im Abseits gestanden hätte. Danach verlor Dragovic das Laufduell eindeutig.
Nach der nächsten Schlafwageneinheit der Gäste hätte der Hausherr bereits in Führung gehen müssen: Doch Maurice Multhaup traf aus Nahdistanz statt zum eigentlich sicheren 2:1 nur die Unterkante des Bayer-Tores (52.). Zwanzig Minuten später ermöglichten die Leverkusener ihm jedoch die Chance, es besser zu machen, wofür sich Multhaup bedankte: Arne Feick hatte von links fast schon Höhe Parkplatz den Ball in den Strafraum geflankt, obwohl etliche Leverkusener in seiner Nähe es hätten verhindern können. In der Mitte hatte dann Dragovic seinen Kontrahenten Robert-Nesta Glatzel elfmeterreif zu Boden gezerrt, ehe Multhaup – Gegenspieler Wendell enteilt – am langen Pfosten zur Stelle war und den erneut von seinen Vorderleuten im Stich gelassenen Hradecky überwinden konnte (2:1, 72.).

Schlussphase bestraft Leverkusen für Vorpausen-Auftritt
An Logik war schwer zu überbieten, dass Leverkusen in den verbleibenden Minuten des Anrennens auf das die Verlängerung bringende 2:2 eine Heidenheimer Hintermannschaft vorfand, die recht einfach Löcher und Lücken zu stopfen vermochte. Schließlich war der Zweitligist im ersten Durchgang schlicht zu wenig von der Werkself gefordert worden, als dass er jetzt hätte auf dem viel zitierten Zahnfleisch kriechen müssen. Eher wenig sortierte Attacken führten die Bosz-Elf nicht mehr zum Ausgleich. Die verdiente Niederlage, die aufgrund der Spielweise aber keine überraschende war, vollendete ihre Gestalt.

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Letzte Änderung am 14.02.2019 15:57 von leverkusen.
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