Stadtplan Leverkusen
06.11.2015 (Quelle: Gut Ophoven)
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Dicke Luft im Klassenraum?


Schüler der der Astrid-Lindgren-Schule führten Experiment zum richtigen Lüften durch

Das geht gar nicht: Dicke Luft im Klassenraum. Mit 25 – 30 Kindern ist der Sauerstoff im Klassenzimmer schnell verbraucht, das hat ein Experiment der Astrid-Lindgren-Schule im Rahmen des energieLux-Projektes herausgefunden. Drei Tage lang haben zwei Schulklassen mit Hilfe von CO2-Messgeräten getestet, wann und wie lange richtig gelüftet werden muss.

„Studien in Dänemark und Bremen haben ergeben, dass eine hohe CO2-Konzentration die Lernfähigkeit der Kinder einschränkt, sie werden müde, unruhig und unkonzentriert“, erklärte Britta Demmer, Koordinatorin des Energiesparprojekts in Leverkusener Schulen und Kindergärten. Außerdem steige die Gefahr der Schimmelbildung, wenn zu wenig gelüftet wird, berichtet Norbert Plaga von der städtischen Gebäudewirtschaft. „Durch die energetische Sanierung sind immer mehr Gebäude betroffen, nicht nur Schulen auch Privathaushalte. Neue Gebäudehüllen und dichtere Fenster machen ein regelmäßiges Lüften unverzichtbar.“

Die CO2-Konzentration ist ein wichtiger Indikator für die Qualität der Luft im Raum insgesamt. Wo es viel CO2 gibt, werden auch besonders viele Keime gefunden. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Ansteckungsgefahr mit zunehmender CO2-Konzentration steigt. Der Chemiker Max von Pettenkofer legte bereits 1858 einen Grenzwert von 1000 ppm als akzeptable Obergrenze des CO2-Gehalts in der Atemluft fest, spätestens bei 1500 ppm sollte gelüftet werden. Werte zwischen 4000 und 5000 ppm seien im Winter aber keine Seltenheit in deutschen Klassenzimmern, so Britta Demmer.

Die Messungen in der Astrid-Lindgren Schule ergaben, dass der kritische Wert von 1500 ppm in der Klasse 3a bereits nach einer halben Stunde überschritten war und in der 4b nach 45 Minuten. „Das liegt daran, dass unterschiedlich viele Kinder in den Klassen sind“, berichtete energieLux-Lehrerin Sandra Scharff. Überrascht waren die Kinder schon, dass die Luft so schnell verbraucht ist. Etwas störend war das Piepsen des Messgerätes, wenn wieder die Fenster geöffnet werden mussten, berichtete die 9-jährige Paula. „Aber durch die viele frische Luft bin ich nicht müde geworden“.

Die Ergebnisse wollen die Kinder jetzt an alle anderen Klassen der Schule weitergeben und einen Tipp von Jonas aus der 4b dazu. „Spätestens in jeder kleinen Pause sollte gelüftet werden - fünf Minuten lang alle Fenster auf und auch die Türe“. Eine Kipplüftung komme nicht in Frage, sondern nur eine Stoß- oder Querlüftung, um möglichst schnell die Raumluft auszutauschen und keine Energie zu verschwenden.

Im Rahmen des energielux-Projektes ist der Leitfaden „Frische Luft für frisches Denken“ entstanden. Schulen und Kindergärten können den Leitfaden für energieeffizientes Lüften unter www.energielux.de im Internet abrufen. Interessierte energieLux-Schulklassen haben die Möglichkeit ein CO2-Messgerät beim NaturGut Ophoven auszuleihen. Kontakt: meike.schoepf@naturgut-ophoven.de.

Hintergrund: energieLux - Klimaschutz in Leverkusener Schulen und Kindergärten
25 Leverkusener Schulen und 15 Kindergärten nehmen an dem städtischen Projekt „energieLux - Klimaschutz in Leverkusener Schulen und Kindergärten“ teil. Weitere Informationen unter www.energieLux.de.


4 Bilder, die sich auf Dicke Luft im Klassenraum? beziehen:
06.11.2015: Sandra Scharff mit Schülern
06.11.2015: Tür zu, bitte!
06.11.2015: leverkusen.com-Tafel
06.11.2015: Norbert Plaga

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Letzte Änderung am 08.12.2015 16:07 von leverkusen.
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